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Potsdam Japaner erfreut über Ort von Flüchtlingsheim
Lokales Potsdam Japaner erfreut über Ort von Flüchtlingsheim
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21:39 13.03.2016
Masahito Funasaki im Gespräch mit Mazen Saaed und Ibraheem Awaad (v.l.). Quelle: Julian Stähle
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Babelsberg

Die Flüchtlingskrise schlägt immer größere Wellen. Trotz der enormen Distanz findet die Krise mittlerweile auch in den japanischen Medien Beachtung. Nach Potsdam zog es am Sonntagnachmittag einen Reporter der Millionenmetropole Sapporo. Der Europakorrespondenten der japanischen Tageszeitung „Hokkaido Shimbun Press“ berichtet über das Leben der Migranten in Deutschland.

Masahito Funasaki besuchte für ein paar Stunden die Unterkunft „An der Sandscholle“ in Babelsberg, um sich ein Bild über die Situation und die Arbeit der Helfer in Deutschland zu machen. In der japanischen Berichterstattung findet die europäische Flüchtlingskrise kaum Beachtung, wie er die Situation in seiner Heimat beschreibt. Er selbst lebt und arbeitet in London und leitet die europäischen Geschäfte für die „Hokkaido Shimbun“. Sieben Auslandskorrespondenten berichten für die japanische Bevölkerung über einschneidende und schwerwiegende Geschehnissen der Welt.

Masahito Funasaki berichtete als Korrespondent zuletzt über die im November verübten Anschläge in Paris und kam gerade von einer USA-Reise zurück, wo er über den Wahlkampf der Präsidentschaftskandidaten informierte. Sein nächstes Thema ist die Flüchtlingskrise.

„Die Stimmung und das Verhalten der Menschen in Deutschland hat sich geändert“, sagt er. „Ich komme gerade aus Magdeburg und habe mich dort unter anderem mit Vertretern der AfD-Partei getroffen“, erzählt er. Der Besuch in Sachsen-Anhalt sei sehr interessant gewesen, in zweierlei Hinsicht – wie er sagt. „Meiner Ansicht nach unterstützt die Bevölkerung Kanzlerin Merkel, ist auf der anderen Seite aber mittlerweile aufgebracht, wie sie die Flüchtlingskrise handhabt“.

In seiner Reportage möchte der weit gereiste Journalist die Unterschiede thematisieren. Der Gegensatz von Massenunterkünften und kleineren Lagern interessiert ihn. In seiner Heimat herrscht viel Unwissenheit, beschreibt er den Kenntnisstand seiner Landsleute. In Babelsberg ließ sich der Reporter vom Vereinschef der Flüchtlingshilfe, Marc Liebscher, die Anlage zeigen sowie die Arbeit der Helfer und die Funktion eines Camps beschreiben. „Er hat sich besonders für die Route der Flüchtlinge interessiert“, erzählt Liebscher. Vor allem die Tatsache, dass die Flüchtlinge monatelange Reisen in Schlauchbooten auf sich nehmen, um in Deutschland Fuß fassen zu können, hat ihn erschüttert.

Im Anschluss an den Rundgang sprach Funasaki mit zwei syrischen Flüchtlingen über deren Reise, ihren Aufenthalt in den Leichtbauhallen und ihre Zukunft in Deutschland. Ibraheem Awaad erzählte ihm, dass er gern arbeiten und gleichzeitig die Sprache lernen möchte. „Das wäre in unserem Land noch viel schwieriger“, sagte Funasaki. Die Sprache und die Schreibweise sei auch ein Grund, warum Japan keine Flüchtlinge aufnimmt. Das Lernen der Schrift ist sehr schwer und viele Menschen haben aufgrund von Sicherheitsfragen Bedenken Flüchtlinge aufzunehmen. Näher darauf ein geht er aber nicht. Jedoch habe der Premierminister Japans, Shinzo Abe, den betroffenen Ländern finanziell ausgeholfen. Funasaki allerdings würde sich von seinem Land mehr Hilfe wünschen.

Überrascht hat den Japaner der Standort des Flüchtlingslagers in der Straße „Am Sportplatz“. Inmitten einer Wohnsiedlung und in angrenzender Nähe eines Sportplatzes. Er habe angenommen, dass die Lager am Stadtrand aufgeschlagen werden, da wo Platz ist. Diese Lösung gefalle ihm aber besser. Falls etwas passiert, sei sofort jemand zur Stelle.

„Hier wurde ein wilder Parkplatz zur Fläche für eine Leichtbauhalle umgebaut“, erzählt Christian Schramm, hauptberuflicher Schriftsteller und freiwilliger Mitarbeiter und Deutschlehrer in der Unterkunft. „In der Unterkunft läuft alles gut. Auch die anfänglichen Befürchtungen von Anwohnern haben sich nicht bestätigt“, sagt Schramm erfreut.

12 Millionen Exemplare

Die japanische Zeitung Hokkaido Shimbun wird im Alltag mit Doshin abgekürzt.

Das Blatt wird hauptsächlich in Sapporo gelesen.

1,2 Millionen Exemplare beträgt die Auflage der morgendlichen Ausgabe.

Die abendliche Auflage liegt bei gut 600 000 Zeitungen.

Das Medium wurde am 20. Januar 1887 gegründet.

Von Lisa Neumann

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