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Potsdam Der Jazz geht in die Offensive
Lokales Potsdam Der Jazz geht in die Offensive
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15:59 07.10.2015
Das Trio 67 spielt eine Melange aus Chansons. Quelle: Festival
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Schiffbauergasse

Patrick Dengl weiß, dass Jazz mit Sümpfen aus den Südstaaten verbunden wird, mindestens aber mit den Kellern in Chicago. Vielleicht Paris, wenn man den Jazz ein wenig eleganter mag und auf den Hochglanz steht. Doch Dengl, der im Waschhaus arbeitet, weiß auch, dass man vor allem Skandinavien nennen muss, wenn man sich auf die Suche macht nach einem jungen Publikum. Denn ohne junge Leute ist die Spielart tot. „In Nordeuropa hat sich ein elektronischer Jazz entwickelt“, sagt Dengl, „der lockt die Jugendlichen, die sonst vom Jazz nichts wissen wollen, aber samstagabends zu den DJ in die Clubs pilgern.“ Auch diese Leute unter 30 braucht die „Jazzoffensive“, die von Patrick Dengl mitorganisiert wird, um im Premierenjahr ein Erfolg zu werden.

Mit der „Jazzoffensive“ Potsdam präsentieren die Kulturträger der Schiffbauergasse gemeinsam die unterschiedlichsten Spielformen des Genres: Von Standards über Swing und Modern bis hin zu Latin, Free und Nu Jazz reicht die Bandbreite der musikalischen Farben. Am kommenden Samstagabend wird die Schiffbauergasse zu einer großen Bühne. Im T-Werk, in der Fabrik, im Museum Fluxus+, im Waschhaus, auf dem Theaterschiff, im Kunstraum und im Hans-Otto-Theater wird der prägenden Musikform des 20. Jahrhunderts gehuldigt. Die „Jazzoffensive“ will in der Schiffbauergasse zeigen, dass diese Musik für den Kopf und für die Beine gemacht ist, kurz: dass Jazz Spaß macht.

Die Nacht für 10 Euro

Das Festival „Jazzoffensive“ findet am Samstag, 10. Oktober, ab 19 Uhr auf den Bühnen der Schiffbauergasse statt. Es bietet neun Konzerte und eine Swingparty (ab 22 Uhr).

Teilnehmende Musiker: TreeMan, ich + lars, SaxTon, Trio 67, Cayoux, Oli Rubow & Peter Wölpl, Polina Borissova & Nicolas Schulze, Ginea Adi Wolf und das Contrast Trio.

Karten für 10 Euro, unter 18 Jahren ist der Eintritt frei. Tickets erhältlich über die Theaterkasse des Hans-Otto-Theaters.

Dengl kommt aus Deutschlands Südwesten, er hat für das Jazzfest in Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen gearbeitet. Er weiß, dass so ein Festival langsam wachsen muss, weil man die Leute mit Jazz nicht im Sturm gewinnt. Im ersten Jahr hatten sie in Heidelberg 15 Konzerte, nach sieben Jahren waren es 70. Als Stargast kam Herbie Hancock, einer der Größten der Branche.

Ob auch Potsdam so rasant wächst? Patrick Dengl will das nicht beschwören, doch hat mit Vertretern der Schiffbauergasse ein Signal gesetzt: Die „Jazzoffensive“ ist am kommenden Samstag für zehn Euro Eintritt zu haben. Im Anschluss gibt es eine Swingparty. Wer unter 18 ist, hat freien Eintritt zu den neun Konzerten und der Feier. Dengl hofft auf 500 Besucher am Samstag. Wenn die Nacht angenommen wird, soll es in den nächsten Jahren weitere „Jazzoffensiven“ geben. „Es gibt Lust auf diese Musik“, glaubt Patrick Dengl, „doch das Angebot wird immer dünner. Diesen Mangel wollen wir in Potsdam beheben.“

Von Lars Grote

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