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Potsdam Eklat um Auktion für Garnisonkirche – Absage
Lokales Potsdam Eklat um Auktion für Garnisonkirche – Absage
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19:18 27.11.2015
Die umstrittene Werbung für das Garnisonkirchen-Benefiz. Quelle: Volker Oelschläger
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Potsdam

Die Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Garnisonkirche hat die für Sonnabend geplante Benefizauktion zugunsten der Garnisonkirche nach einer Anfrage der MAZ kurzfristig abgesagt. Dabei ging es um eine laut Stiftung eigenmächtige Werbung des Potsdamer Auktionshauses Eichelkraut, das auf seiner Website mit dem Spruch „Suum cuique – Jedem das Seine, Aber Potsdam seine Kirche“ neben einer Abbildung der Garnisonkirche für die Auktion warb. Stiftung und Fördergesellschaft distanzierten sich in ihrer Absage klar von dem Werbespruch, der historisch belastet ist. Das Zitat „Jedem das Seine“ war in das Tor des KZ Buchenwald eingearbeitet und wird deshalb mit dem NS-Terrorregime in Verbindung gebracht.

Fördergesellschaft war nicht in Gestaltung der Homepage involviert

Der Vorsitzende der Fördergesellschaft, Matthias Dombert, erklärte am Freitag: „Sowohl das Vorhaben der Auktion wie auch deren Ankündigung haben keinen Hinweis auf derartige Formulierungen enthalten.“ Die Gestaltung der Internetseite des Auktionshauses sei nicht mit Fördergesellschaft und Stiftung abgestimmt gewesen. Am Baufeld der Garnisonkirche wurde nun ein Banner mit einem klaren Bekenntnis von Stiftung und Fördergesellschaft aufgehängt: „Gegen alte und neue Nazis – Garnisonkirche Potsdam“.

„Jedem das Seine“ am Eingang des NS-Konzentrationslagers Buchenwald. Quelle: dpa-Zentralbild

Rathaussprecher Stefan Schulz erklärte auf MAZ-Anfrage: „Da die Benefizaktion abgesagt wurde, sehen wir von einer Stellungnahme ab“. Die Landeshauptstadt ist Mitglied der Stiftung Garnisonkirche und wird im Stiftungsrat durch Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) vertreten.

Beim Potsdamer Auktionshaus Eichelkraut, das den Spruch am Freitag von der Website genommen hat, war zunächst keine Stellungnahme zu bekommen. Eine Mail der MAZ blieb bis Freitagabend unbeantwortet.

Kritiker der Garnsionkirche finden Aktion unerträglich

Sandro Szilleweit von der Bürgerinitiative „Potsdam ohne Garnisonkirche“ erklärte gegenüber MAZ noch vor der Absage, die BI finde es „unerträglich“, dass die Auktion der Fördergesellschaft dem Motto „Suum Cuique – Jedem das Seine, aber Potsdam seine Kirche“ steht. „Für uns war es immer fraglich, wer sich an diesem Ort mit wem oder was versöhnen soll. Aber die Wahl eines solchen Mottos, das am Eingang des Konzentrationslagers Buchenwald prangte, ist natürlich sehr erhellend.“

Der Kreisvorsitzende der Linken, Sascha Krämer, sagte: „Dieser Spruch ist historisch extrem belastet - er stand über dem Eingang zum Konzentrationslager Buchenwald und sollte die Gefangenen demütigen und die NS-Rassenideologie verdeutlichen. Diese Aussage in Verbindung mit dem Wiederaufbau der Garnisonkirche zeugt von einer unsäglichen Unkenntnis über unsere eigene Geschichte. Ich fordere die Stiftung auf, sich davon zu distanzieren.“

Von Volker Oelschläger

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