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Jessica Gall singt in Babelsberg

Jazzkonzert Jessica Gall singt in Babelsberg

Soeben ist ihr viertes Album erschienen. Die Sängerin Jessica Gall möchte Jazz und Pop miteinander versöhnen. Das Max-Punstein-Trio hat sie ins Kulturhaus Babelsberg zum Konzert eingeladen.

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Stammt aus einer Ostberliner Musikerfamilie und lebt heute in Schulzendorf (Dahme-Spreewald): Jessica Gall.

Quelle: promo

Potsdam. Als „anspruchsvollen Pop oder seichten Jazz“ charakterisiert Jessica Gall ihre Lieder. Sie selbst wird als „Jazz-Singer-Songwriterin“ bezeichnet. Für ihre Stimme gibt es Umschreibungen wie „bitter-süß“ oder „wie ein guter Rotwein“. Heute, 20 Uhr, tritt die gebürtige Ostberlinerin in der Reihe JazzTime im Babelsberger Kulturhaus auf.

Wie immer wird Gastgeber Max Punstein am Schlagzeug sitzen und den Gast gemeinsam mit dem Pianisten Nicolas Schulze begrüßen. Für Jessica Gall ist das eine ungewohnte Konstellation. In der Regel betätigt ihr Ehemann Robert Matt, der auch ihre Songs produziert, die Tasten. Sie hat seit 1999 eine eigene Band. Und mit der hat sie auch das gerade erschienene vierte Album eingespielt.

„Das ist das Spannende an unseren Jazz-Konzerten in Babelsberg, dass ein gesetztes Trio Leute einlädt, die ihre Lieder mitbringen. Am Kontrabass ist diesmal Jörn Heinrich mit dabei. Zu dritt interpretieren wir die Lieder des Gastes, der das emotionale Zentrum bildet, oft ein bisschen anders“, sagt Max Punstein. Da Punstein vor einigen Monaten von Potsdam nach Kaiserslautern gezogen ist, reist er für den Auftritt heute eigens an.

Jazzkonzerte leben von der Unmittelbarkeit und Spontanität der Begegnung. Jessica Gall verspricht gerade in dieser Hinsicht eine hochsensible Partnerin zu sein. Bei Live-Auftritten beschwört sie „die besonderen Momente – wenn ich spüre, dass alle gleichermaßen Spaß haben. Außerdem schaue ich den Leuten beim Singen auch gern in die Augen und freue mich, wenn ich sie berühren kann.“ Der intime Rahmen im Saal des ehemaligen Babelsberger Rathauses dürfte ihr gefallen.

Für den Titel ihrer neuen CD, „Picture Perfect“, hat sie eine sympathische Erklärung: „Es geht um den unaufhörlichen Trieb, sich sein Leben immer noch besser, noch schöner gestalten zu müssen. Alles muss immer perfekt sein.“ Die Mutter zweier Töchter, die vom Szenebezirk Kreuzberg ins brandenburgische Schulzendorf südöstlich von Berlin gezogen ist, weiß wovon sie spricht. Beruflich sind sie und ihr Mann immer noch oft in Berlin, da beide an der Musikschule Friedrichshain-Kreuzberg unterrichten, um finanziell unabhängig zu sein.

Jessica Galls Melodien sind schlagerhaft einfach, sollen aber nicht billig klingen. Sie leben von den Ausschmückungen eines Jazzgesangs, der nicht angestrengt, sondern sinnlich-leicht-poetisch daherkommt.

Während ihrer Ausbildung an der Musikhochschule „Hanns Eisler“ verdingte sich Gall auch als Backgroundsängerin bei Phil Collins, Bobby McFerrin und Sarah Connor. Sie lernte schon als Sechsjährige Klavier, mit zwölf Jahren kam das Alt-Saxophon hinzu. Es dauerte, bis sich Jessica Gall ans Mikrophon traute.

Dabei stammt sie aus einer Musikerfamilie. Ihre Großmutter war klassische Pianistin, ihr Opa Sänger, verlor durch eine Detonation im Krieg aber sein Gehör. Ihr Vater tingelte als Sänger und Pianist mit Kindertheater-Shows durch die DDR. So stand sie schon als Kind auf der Bühne.

Max Punstein und seine beiden Kollegen haben acht Lieder einstudiert. Anschließend heißt es dann wieder: offene Jam Session. Bühne frei!

Heute, 20 Uhr, JazzTime. Kulturhaus Babelsberg, Karl-Liebknecht-Straße 135.

Von Karim Saab

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