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Potsdam Jim Knopfs Lummerland liegt im Filmpark
Lokales Potsdam Jim Knopfs Lummerland liegt im Filmpark
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22:15 13.04.2017
Filmpark-Chef Friedhelm Schatz, Staatskanzleichef Thomas Kralinski, OB Jann Jakobs (SPD), Filmproduzent Christian Becker, Regisseur Dennis Gansel (v.l.). Quelle: Bernd Gartenschläger
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Babelsberg

Wie Lummerland aussieht, ist genau beschrieben. „Nur sehr klein“ sei es, „ungefähr doppelt so groß wie unsere Wohnung“. Und: „Eine Insel mit zwei Bergen und dem tiefen weiten Meer/Mit viel Tunnels und Geleisen und dem Eisenbahnverkehr/Nun, wie mag die Insel heißen, ringsherum ist schöner Strand/Jeder sollte einmal reisen in das schöne Lummerland.“ Über die Lage des Mikrostaates – Heimat von Findelkind Jim Knopf, von Lukas, dem Lokomotivführer, Frau Waas, König Alfons, dem Viertelvorzwölften, und Herrn Ärmel – gab es leider bislang keine Erkenntnisse. Doch das Rätsel ist gelöst.

Das Bahnhofsgebäude am Teich, aus dem ab und zu eine Art Geysir emporschießt. Quelle: Bernd Gartenschläger

Seit Donnerstag weiß man: Lummerland liegt im Filmpark, nur einen Steinwurf entfernt vom Kolle-Kiez aus „GZSZ“. Die Außendekoration des Films „Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer“, der 2016 hier teilweise gedreht wurde und Ostern 2018 in die Kinos kommt, begeisterte bei der Eröffnung die Herzen der Gäste. Staatskanzleichef Thomas Kralinski und Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) erinnerten sich gerührt an jene Zeiten, als die Augsburger Puppenkiste den TV-Höhepunkt von öden Sonntagnachmittagen darstellte.

„Emma“ kommt. Quelle: Bernd Gartenschläger

Keiner konnte damals ahnen, dass die Story irgendwann auf die große Leinwand kommt: Unter der Regie von Dennis Gansel mit Stars wie Hollywood-Grande-Dame Shirley MacLaine, Uwe Ochsenknecht in der Königsrolle und Christoph Maria Herbst, bekannt als Büro-Ekel „Stromberg“, als Herr Ärmel.

Regisseur Dennis Gansel. Quelle: Bernd Gartenschläger

„Wir wollten einen Platz finden, wo wir Lummerland stehen lassen können“, sagte Produzent Christian Becker von der Münchner Rat Pack Filmproduktion. Jetzt kann man noch vor dem Kinostart hinter die Filmkulissen schauen.

Schnuckelig: Die Küche von Frau Waas. Quelle: Bernd Gartenschläger

Klar, dass bei der Eröffnung ein großer Bahnhof gemacht wurde. Lokomotive Emma kam majestätisch auf Schienen aus einem Schuppen gerollt. Rauch quoll aus dem Schornstein. In Wahrheit steckt ein Elektrofahrzeug im Unterbau der Retro-Look-Lok. Der Rest der Lummerland-Deko ist ebenfalls so reizend, dass man am liebsten sofort einziehen würde.

Emma sorgt für Euphorie. Quelle: Bernd Gartenschläger

Frau Waas’ Laden im Fachwerkhaus ist mit rührender Liebe zum Detail ausgestattet. Nur am bunten Obst und Gemüse würde man sich wohl wegen des hohen Plastikanteils die Zähne ausbeißen. Auch im Angebot: Fensterglas und „Leberkas“ (Leberkäse). Im Wohnbereich gibt es eine Sitzecke mit Schaukelstuhl und einem Auerhahn aus Porzellan. Unter der Spüle ist Feuerholz.

Im Laden von Frau Waas. Quelle: Bernd Gartenschläger

Neben Frau Waas lebt Herr Ärmel im Klinkerhäuschen. Davor wartet der Bahnhof mit Lummerland-Schriftzug. Ach ja, der Teich ist dank moderner Technik sogar optisch zum Ozean erweiterbar.

Ein Päuschen vor dem Bahnhofsgebäude.. Quelle: Bernd Gartenschläger

Die Atmosphäre begeisterte auch Drehbuchautor Dirk Ahner, für den Jim Knopf & Co. zum Herzensprojekt geworden sind. Das Schöne an dem Buch von Michael Ende: „Es ist sehr liebevoll, warmherzig und menschlich – es geht um Werte wie Freundschaft und Toleranz“, sagte Ahner: „Unter den ganzen Abenteuern steckt sehr viel Weisheit.“

Berge mit Felsen aus Styropor

Lummerland entstand im Filmpark-Gelände auf einer Fläche von 1200 Quadratmetern und soll dort drei Jahre stehen bleiben. Der Aufbau dauerte zwölf Wochen.

Der Besuch von Lummerland ist Teil der so genannten „Backlot-Tour“ im Filmpark. Die Besucher können Lummerland vom Teich-Steg aus sehen. Im Rahmen von VIP-Führungen, die beim Filmpark-Besucherservice buchbar sind, kann man auch ins Innere des Sets wie z.B. in Frau Waas’ Haus.

Eine Windmaschine ermöglicht den Wellengang im Teich. Das Wasserbecken ist 1,20 Meter tief und wurde mit etwa 450 000 Litern Wasser befüllt. Lokomotive „Emma“ hat ein Gewicht von 1,2 Tonnen. Für den Bau der Lummerland-Berge rollten etliche Züge mit Felsgestein aus Styropor heran.

Von Ildiko Röd

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