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Jimmy verlässt das Kirchsteigfeld

Restaurant „Villa Verde“ Jimmy verlässt das Kirchsteigfeld

Das Wohngebiet im Potsdamer Süden scheint kein gutes Pflaster für Geschäftsleute zu sein. Schlecker, Kaiser’s, Jannys Eis weg – und jetzt auch noch Jimmy. Das Restaurant „Villa Verde“ verlässt nach 20 Jahren das Kirchsteigfeld. Ein griechisches Restaurant soll im April einziehen, sagt der Vermieter.

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Im Sommer posierte Restaurantchef Jimmy für die MAZ-Stadtteilserie mit Pizza auf der Terrasse des Lokals.

Quelle: Foto: Claudia Jonov

Kirchsteigfeld. Im Kirchsteigfeld ist er einfach nur „Jimmy“. Und so soll es auch bleiben. Sein richtiger Name? Tut nichts zur Sache. „Meine Gäste kennen mich nur als Jimmy. Das genügt“, sagt der Chef des Ristorante „Villa Verde“ in der Dorothea-Schneider-Straße 14. Jimmy ist eben Jimmy. Auch deswegen werden ihn einige vermissen. Bei den Stammgästen hat es sich schon rumgesprochen: Jimmy und die „Villa Verde“ verlassen das Kirchsteigfeld. Ab 16. März bleibt die Küche in der Traditionsgaststätte kalt – und das Kirchsteigfeld verliert seine erste und nahezu einzige Gaststätte.

Schlecker, Kaiser’s, Jannys Eis weg und jetzt auch noch Jimmy – das Wohngebiet im Potsdamer Süden scheint kein gutes Pflaster für Geschäftsleute zu sein. Jimmy will – ganz Jimmy – nicht groß über die Gründe für seinen Weggang reden. Auf Dauer zu wenig Gäste, sagt ein Kellner. Laufkundschaft hat man im Kirchsteigfeld nicht. Jetzt, wo seit über einem Jahr am Marktplatz auch ein Supermarkt fehlt, erst recht nicht. Neben der „Villa Verde“ ist ein Ärztehaus mit Apotheke. Aber wer setzt sich schon nach dem Zahnarztbesuch in ein Restaurant und knabbert an einer Pizza Prosciutto? Das Lokal lebt von der Stammkundschaft, von den Anwohnern, die außerhalb arbeiten und sich nach Feierabend aufraffen und statt auf dem Sofa Serien zu gucken noch auf einen Limoncello zu Jimmy gehen.

Andere Möglichkeiten für abendliche Vergnügungen gibt es kaum. Der Asia-Imbiss am Marktplatz, der seit dem Kaiser’s-Weggang über mangelnde Kundschaft klagt, schließt um 20 Uhr. An der Straßenbahnlinie in der Ricarda-Huch-Straße neben der Steuben-Gesamtschule gibt es noch das „Felsenstein“ mit deutsch-türkischer Küche, das aber eher auf ein Bier mit Döner angesteuert wird als zum gemütlichen Verweilen.

Die „Villa Verde“ wurde 1997, zwei Jahre nach der Fertigstellung des Wohngebiets, eröffnet. 2008 wechselte der Betreiber. Das Lokal wurde umgebaut und bietet nun Platz für 80 Gaste. Im Sommer konnte zudem die Terrasse bezogen werden – mit Blick auf die Neubaukirche. Mit Jimmy verlässt eine Institution das Wohngebiet, das zwar bei Familien beliebt ist, aber nie so richtig Leben entwickelt hat.

Rewe will Mitte des Jahres einziehen

Die in Wien ansässige Conwert-Immobiliengruppe als Vermieter kann die Anwohner aber vertrösten: „Als Nachfolger haben wir ein griechisches Restaurant gewonnen, an dessen Betreiber das Objekt noch im März übergeben wird“, sagt Sprecher Nico Bouguerra. Zudem verspricht er: „Wir arbeiten weiter mit Hochdruck an dem Ausbau des Supermarktes.“ Wie berichtet, hatte sich der Einzug von Rewe in die ehemaligen Kaiser’s-Räume mehrmals verzögert, weil keine Baufirmen aufzutreiben waren. „Momentan rechnen wir mit keinen weiteren Verzögerungen und können in den nächsten Tagen mit Außenarbeiten beginnen“, sagt Bouguerra. Konkret werden die Außenfassaden gedämmt und gestrichen. „Wir versuchen die Übergabe an Rewe sobald als möglich in den kommenden Wochen zu vollziehen, damit Rewe, wie geplant, im Nachgang den weiteren Innenausbau durchführen kann.“ Rewe hatte zuletzt angekündigt, Mitte des Jahres die Filiale im Kirchsteigfeld eröffnen zu wollen.

Zu spät für Jimmy und sein Team mit fünf Mitarbeitern. Wie es für sie weitergeht, ist noch nicht ganz klar. Es gebe mehrere Optionen, sagt Jimmy, in Potsdam und außerhalb. Aber eines ist sicher: Der Abschied vom „Kirchi“ ist endgültig.

Von Marion Kaufmann

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