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Joachim Gauck dankt Mäzen Hasso Plattner

Bundespräsident im Museum Barberini Joachim Gauck dankt Mäzen Hasso Plattner

Bundespräsident Joachim Gauck lässt sich kurz vor seinem Amtsende von Hasso Plattner durch das Museum Barberini führen und verspricht eine Rückkehr als Privatmann.

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Bundespräsident Joachim Gauck (r.) dankte Barberini-Stifter Hasso Plattner für sein Engagement in der Landeshauptstadt.

Quelle: Friedrich Bungert

Potsdam. Mit seinem Kunstgeschmack hat Joachim Gauck schon einmal von sich reden gemacht. 2015 schenkte der Bundespräsident der britischen Königin Elisabeth II. ein naives Pferdegemälde in Bonbonfarben. Die Queen war not amused, sondern peinlich berührt vom Geschenk aus Schloss Bellevue.

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Bundespräsident Joachim Gauck hat sich kurz vor Ende seiner Amtszeit am Montag im neuen Potsdamer Museum Barberini umgesehen. Hasso Plattner empfing ihn persönlich.

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Noch-Schlossherr Joachim Gauck wird glücklicherweise am Montag nicht vor ein Pferdebild gestellt. Kräftige Farben hat das Gemälde aber, das für das offizielle Pressebild vom Besuch des Bundespräsidenten im Museum Barberini ausgewählt wurde. Gauck posiert vor „Mein Muschel-Engel“ von Sam Francis. Man könnte jetzt viel hineininterpretieren. Mag Gauck den 1994 verstorbenen US-amerikanischen Maler, weil er sich für Frieden und Freiheit, gegen den Vietnamkrieg engagiert hat? Schätzt er den Repräsentanten des Tachismus, einer Richtung der abstrakten Malerei, wegen seiner Technik, Farben in Rinnsalen auf der Leinwand ineinander fließen zu lassen?

Gauck dankt Museumsstifter Hasso Plattner

Nein, erklärt eine Museumsmitarbeitern. Der Grund für den Stopp hat andere Gründe: Das drei Mal vier Meter messende Gemälde ist das größte Werk im Haus. Das macht sich gut als Hintergrund für den Mann mit dem höchsten Amt im Staate. Noch drei Wochen ist Joachim Gauck Bundespräsident. Am 19. März übernimmt Ex-SPD-Außenminister und Wahl-Brandenburger Frank-Walter Steinmeier. Der Besuch im Barberini ist für Gauck ein Abschiedsbesuch in Brandenburg. „Kurz bevor meine Amtszeit endet, habe ich einen besonders schönen Termin hier in Potsdam“, sagt Gauck. Er lobt „das wunderschöne Gebäude“, die „unglaublich schönen Kunstwerke“. Aber vor allem lobt er Museumsstifter Hasso Plattner, der ihn mit Kulturministerin Martina Münch (SPD) durch die Schau führt. Dank Plattner könne Potsdam anknüpfen an die Tradition privater Mäzene, sagt Gauck. Und wer weiß, was Plattner noch so alles schaffe in der Landeshauptstadt. Plattner winkt ab: „So viele Ideen habe ich nicht mehr.“

Er freue sich auch, dass die Bürgerschaft das Museum so gut angenommen habe, sagt das Staatsoberhaupt. Seine Sicherheitsleute müssen dem Trupp einen Weg durchs volle Haus bahnen, das normal geöffnet hat – trotz des hohen Besuchs. „In Potsdam gibt es an so vielen Stellen Debatten“, meint Gauck. „Hier ist offenbar etwas gelungen, das den Potsdamerinnen und Potsdamern gefällt.“ Und ihm auch. Er werde bald als Privatmann wiederkommen und sich alles in Ruhe anschauen. „Sie kriegen dann auch freien Eintritt“, verspricht Hasso Plattner und Museumsdirektorin Ortrud Westheider reicht einen Ausstellungskatalog herüber – für die Lebensgefährtin. Dann steigt Gauck in seine Limousine, es geht zurück ins Bellevue. „Nun fährt der König weg“, sagt Plattner zum Abschied. Ein Jugendlicher macht schnell noch ein Selfie mit Plattner. Für ihn ist der HPI-Gründer und Stifter der König von Potsdam.

Von Marion Kaufmann

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