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Jubiläum und ein neuer Chef

Senioren in Kleinmnachnow Jubiläum und ein neuer Chef

Die Senioren-Wohnanlage Augustinum in Kleinmachnow feiert ihren 20. Geburtstag. 24 Bewohner leben schon seit der Gründung der Einrichtung hier, die gehobene Ansprüche hat und gehobene Kosten.

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Das Augustinum ist eine Seniorenwohnanlage gehobenen Standards.

Quelle: Stephan Laude

Kleinmachnow. Das Augustinum Kleinmachnow feiert am Freitag seinen 20. Geburtstag. Eröffnet worden war die Seniorenresidenz am 1. Oktober 1997 direkt auf dem ehemaligen Mauerstreifen zwischen der DDR und der Bundesrepublik.

Zum Jubiläum werden der damalige Bürgermeister und heutige Landrat Wolfgang Blasig und sein Nachfolger Michael Grubert (beide SPD) sprechen. Vor allem aber ist offizielle Schlüsselübergabe an den neuen Direktor Dietmar Stallein.

Dietmar Stallein in der Bibliothek des Augustinum Kleinmachnow

Dietmar Stallein in der Bibliothek des Augustinum Kleinmachnow.

Quelle: S. Laude

Der 45-jährige gebürtige Westfale hat an der Hotelfachschule in Halle/Saale Betriebswirtschaft studiert. Die Schule war damals gerade gegründet worden; er sei der „Quotenwessi“ gewesen, sagt Stallein scherzhaft. Er hat in Sachsen-Anhalt auch beim Aufbau Ost mitgewirkt und mag die neuen Bundesländer. Bevor er nach Kleinmachnow ging, war er Direktor des Augustinum Detmold. An seiner neuen Wirkungsstätte ist er Nachfolger von Bernhard Benne, der in den Ruhestand gegangen ist; auch er kam aus der Hotellerie. Wie Benne pflegt Stallein den angenehmen Stil eines Hoteldirektors alter Schule, korrekt mit Anzug und Krawatte und immer bemüht, jeden Bewohner mit seinem Namen anzusprechen.

Für 24 Bewohner gab es bereits am 2. Oktober ein kleines Festmenü, weil sie schon seit der Eröffnung ihr Zuhause in dem Wohnstift haben. So etwas ist nicht ungewöhnlich. „In Detmold lebten manche Menschen 30 Jahre im Augustinum“, sagt Stallein. Denn in den bundesweit 23 Wohnstiften gibt es zwar eigene Pflegdienste, es sind aber nicht Pflegeheime, sondern um Einrichtungen für betreutes Wohnen. Kaum jemand zieht mit einem Pflegegrad ein.

Die Nutzer haben eigene Wohnungen

Die Nutzer haben eigene Wohnungen.

Quelle: S. Laude

In Kleinmachnow ist der jüngste Bewohner 64 Jahre alt, eine Dame ist schon 104. Der Impuls, in ein Haus für betreutes Wohnen zu gehen, komme oft von den Kindern der Senioren, berichtet Stallein. In Kleinmachnow kommen die meisten Bewohner aus Nordrhein-Westfalen, weil ihre Kinder inzwischen in Berlin arbeiten und die Eltern gern in der Nähe haben. Auch Hamburger, Baden-Württemberger und Bayern sind stark vertreten. Da die Augustinum-Gruppe das Haus mit eigenen Mitteln und ohne Fördergelder des Landes errichtet hat, gibt es keine Vorgaben, dass die Einrichtung vorzugsweise Brandenburgern zur Verfügung gestellt werden soll.

In den Ein- bis Drei-Zimmer-Apartments des Augustinum leben 300 Menschen. Für sie sorgen 160 Mitarbeiter, darunter auch zwei Ärzte. Viele Mitarbeiter sind schon lange dabei und es gibt immer wieder Initiativbewerbungen. Das liegt auch an den Arbeitsbedingungen. Die Pflegekräfte müssen nicht den ganzen Tag von einem Pflegebedürftigen zum anderen durch die Stadt fahren und die Arbeitszeit der Köche zieht sich nicht bis in die Nacht hin. Von Bewerbern wird erwartet, dass sie einer christlichen Kirche angehören.

Vom Schülerheim zu Seniorenresidenzen

1954 gründete der Pfarrer Georg Rückert in München-Pasing einen „Verein zur Errichtung eines Schülerheimes“. Ein Jahr danach öffnete das Evangelische Studienheim Augustinum seine Pforten.

Heute bilden 23 Senioren-Wohnstifte den Kern der Augustinum Gruppe, in denen bundesweit mehr als 7400 Bewohner leben. Das Unternehmen sieht sich ökumenisch dem christlichen Glauben verpflichtet.

Die Wohnstifte bieten gehobenen Standard für betreutes Wohnen. Die Pensionspreise in Kleinmachnow beginnen bei 2020 Euro (Ein-Zimmer-Appartement). Ein Drei-Zimmer-Appartement kostet bis zu 4273 Euro.

Mit einer Pflegekosten-Ergänzungsregelung, die monatlich 84 Euro kostet, werden eventuell notwendige, privat zu tragende Pflegekosten auf 500 Euro im Monat begrenzt.

Zwölf Jahre wohnen die Menschen im Durchschnitt im Augustinum. Der Umzug in das Haus ist in aller Regel der letzte. „Der Tod gehört dazu“, sagt Dietmar Stallein. Es gebe eine professionelle Begleitung bis zum Schluss. An neuen Mietinteressenten mangelt es nicht. Sie stehen auf Wartelisten. „Die Belegung macht der liebe Gott“, sagt Dietmar Stallein. Trotzdem wird mit Hausführungen und Hochglanzprospekten geworben, denn Reservierungsverträge kann man auch schon lange vor dem Einzug abschließen. Da bleibt den Interessenten genug Zeit, erforderlichenfalls ihr Haus zu verkaufen. Denn, das ist klar, von einer durchschnittlichen Rente lässt sich der gehobene Standard im Augustinum nicht bezahlen. Grundsätzlich lohnt es sich aber, über betreutes Wohnen nachzudenken. Stallein empfiehlt, alle Kosten und Nebenkosten für die häusliche Pflege mal zusammenzuzählen und dann mit den Angeboten für betreutes Wohnen zu vergleichen.

Zum gehobenen Standard im Augustinum gehört auch das breite kulturelle Angebot. So werden Theaterfahrten angeboten, im Haus gibt es einen 18-köpfigen Chor, eine Bibliothek, einen Theatersaal.

Spätestens an dieser Stelle ist das Angebot im Augustinum nicht nur für seine Bewohner interessant: Viele Veranstaltungen sind öffentlich. Das Programm steht im Internet. Bei seiner Lektüre wird man feststellen. Was in der Seniorenresidenz geboten wird, ist keineswegs nur für Senioren interessant.

Von Stephan Laude

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