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Jugendweihe ist kein Auslaufmodell

Traditionsreich Jugendweihe ist kein Auslaufmodell

Die Zahl der Teilnehmer in Berlin und Brandenburg ist in den letzten Jahren angestiegen. In Potsdam waren es insgesamt 290 Jugendliche, denn neben dem Nikolaisaal wird auch im UCI-Kinosaal in den Bahnhofspassagen gefeiert.

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Bürgermeister Burkhard Exner (SPD) gratulierte.

Quelle: Friedrich Bungert

Innenstadt. „Heiraten kann man öfter, Jugendweihe hat man nur einmal“ – dieses Motto prangt auf der Internetseite des Vereins Jugendweihe Berlin/Brandenburg. Er hat am Sonnabend zwei aufeinanderfolgende Feiern im Nikolaisaal organisiert. 160 Jungen und Mädchen bekamen dabei ihre Jugendweihe-Urkunden von Bürgermeister Burkhard Exner (SPD) überreicht.

Alle hatten sich für den großen Tag schick in Schale geworfen. Auch Astrid (13), die mit ihrem blassrosa Kleid und den ins Haar geflochtenen Perlen wie eine Prinzessin aussah. Für sie zählte vor allem, „dass alle zusammenkommen und dass man feiert, dass man erwachsen wird“. Astrid, ihre Stiefmutter Giang und Vater Hans-Joachim Laabs stammen aus Nudow (Potsdam-Mittelmark). Dass seine Tochter Jugendweihe feiert, war für den Vater gesetzt. „Weil wir das für eine ganz wichtige Sache halten“, erklärte er stolz.

Blick aus dem Saal auf die Bühne

Blick aus dem Saal auf die Bühne.

Quelle: Friedrich Bungert

Insgesamt steige die Zahl der Feiern in Berlin und Brandenburg an, sagte Vizepräsident Felix Fischeder aus Sicht des Vereins Jugendweihe Berlin/Brandenburg zur MAZ. 2015 nahmen 2800 Jugendliche daran teil, davon 1350 aus Brandenburg. In diesem Jahr kletterte die Zahl auf 3550 Teilnehmer, von denen 1700 aus der Mark stammen. In Potsdam waren es insgesamt 290 Jugendliche, denn neben dem Nikolaisaal wird auch im UCI-Kinosaal in den Bahnhofspassagen gefeiert.

Die Angehörigen saßen gespannt im Auditorium des Nikolaisaals

Die Angehörigen saßen gespannt im Auditorium des Nikolaisaals.

Quelle: Friedrich Bungert

Dabei sind die Jugendweihen nicht als reine Vergnügungsveranstaltungen konzipiert. Am Sonnabend gab es im Nikolaisaal zwar sehr viel Gute-Laune-Momente. Besonderes Highlight der von Viveca Lindhe moderierten Feier: Die Tänzerinnen und Tänzer der Berliner „Samuels Crew“, die über die Bühne wirbelten – die Herren im kleidsamen orangefarbenen Müllmänner-Dress.

Den Jugendlichen wurde aber auch Stoff zum Nachdenken mit auf den Lebensweg gegeben. „Seid sozial“, legte Exner ihnen in seiner Rede ans Herz: „Das Wort ist so ein bisschen aus der Mode gekommen. Taucht vielleicht nur noch bei Social Media auf – so könnte man meinen.“ Sein Appell: „Seid sozial, seid gute Menschen. Reicht denen die Hand, die Hilfe brauchen und die in Not sind. Manchmal reicht ja ein Lächeln – oft genug aber muss mehr getan werden.“

Bürgermeister Burkhard Exner (SPD) bei seiner Rede

Bürgermeister Burkhard Exner (SPD) bei seiner Rede.

Quelle: Friedrich Bungert

Am Ende der Feier enterte der Bürgermeister zusammen mit den Jugendlichen die Bühne, wo er beim Abschlusslied fröhlich mittanzte und klatschte – so viel Lockerheit hätte man von Exner nicht erwartet.

Von Ildiko Röd

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