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Justiz muss sich mit irrem Holzstapel-Streit befassen

Potsdamer Posse Justiz muss sich mit irrem Holzstapel-Streit befassen

Potsdam ist berühmt für seine Schlösser und Gärten – und einen Holzstapel auf Hermannswerder. Seit geraumer Zeit streiten sich die Stadt und Hotelier Burkhard Scholz über das Kaminholz vor dem Inselhotel. Nun beschreitet Scholz den Rechtsweg. Eine Posse aus der Landeshauptstadt.

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Der Stapel des Anstoßes.

Quelle: dpa

Hermannswerder. Viel Holz vor der Hütte sorgt gemeinhin für Wohlgefühle. Auch Burkhard Scholz erfreut sich an der hauseigenen Üppigkeit. So kann der Potsdamer Hotelier seinen Gästen immer einheizen, mit einem Kaminfeuer für Behaglichkeit sorgen. Bereits seit 1996 stapelt der Chef des Inselhotels Hermannswerder, in dem schon Kanzlerin Merkel mit preußischer Sahneflammerie verwöhnt wurde, sein Feuerholz im Hotelgarten. Doch die Stadt Potsdam holzt dagegen und fordert die Beseitigung des Stapels, der wegen seines Stands in einem Landschaftsschutzgebiet genehmigungspflichtig sei. Bundesweit hat der Holzscheitelkrieg für Schlagzeilen gesorgt, einige Kamerateams hinterm Ofen hervorgelockt. Doch weil das Bauamt ein Brett vor dem Kopf habe und trotz eines Gesprächs auf einen vom ihm schriftlich eingebrachten Kompromissvorschlag nicht reagierte habe, hat der Hotelier nun Klage beim Potsdamer Verwaltungsgericht eingereicht.

Vor Jahren brachte der Zaunlattenstreit Brandenburg in die Schlagzeilen

Brandenburg ist dabei nachgerade berühmt für hölzerne Gerichtsverfahren. Vor Jahren erregte der uckermärkische Zaunlattenzwist Aufsehen. Angelica Gräfin von Armin zog gegen den letzten DDR-Außenminister Markus Meckel zu Felde, weil sie nicht mehr alle Latten am Zaun hatte: Nachbar Meckel habe ihr das Holz gestohlen. Der Prozess endete mit einem Vergleich. Bis zu einem Gerichtstermin im Stapelstreit kann es noch dauern. Burkhard Scholz freut sich so lange über die Touristen, die sich ein Bild vom kommunalen Dünnbrettbohrertum in der Landeshauptstadt machen wollen. Inzwischen, sagt er, stellten die Gäste ihre Koffer an der Rezeption ab und fragten, ob sie erst mal den berühmten Holzstapel sehen dürften.

Die Stadt fürchtet den Rechtsstreit nicht

Die Stadt sieht es hingegen weniger hurmorvoll. Der von Herrn Scholz im Verwaltungsverfahren unterbreitete Kompromissvorschlag, der neben dem Holzlagerplatz auch weitere streitige Vorhaben auf dem Hotelgelände betraf, sei intensiv geprüft worden, so Stadtsprecherin Christine Homann. „Rechtliche Grenzen, die das Bauplanungs- und Naturschutzrecht setzen, standen jedoch einer Annahme dieses Vorschlages entgegen“, sagt sie. Man sei überzeugt, dass die getroffene Verwaltungsentscheidung einer gerichtlichen Überprüfung standhalten werde.

Von Marion Kaufmann

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