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Juwelier-Diebe kommen durch die Wand

Potsdamer Sterncenter Juwelier-Diebe kommen durch die Wand

Eine heiße Spur gibt’s zu den Dieben, die am Samstag im Potsdamer Sterncenter zuschlugen, noch nicht. Aber inzwischen ist klar, wie vorgingen: Sie hatten sich im Nachbarladen einschließen lassen und sind dann durch die Wand in den Juwelier eingebrochen. Jetzt werden mögliche Schwachstellen analysiert.

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Der betroffene Juwelier.

Quelle: privat

Am Stern. Schmuck im Wert von mehreren Zehntausend Euro haben laut Polizei der oder die Täter erbeutet, die in der Nacht zu Samstag in das Juweliergeschäft Neumann im Sterncenter eingebrochen sind. Die Diebe hatten sich im benachbarten Spielemax einschließen lassen und sind von dort durch die Wand in den Schmuckladen gelangt. Erst, als sie durch die Hintertür des Spielzeugladens verschwanden, lösten sie Alarm aus. Offenbar hatten sie eine gute Ortskenntnis. „Wir haben keine heiße Spur“, sagte Polizeisprecher Axel Schugardt. Es gebe auch keinen vergleichbaren Fall in der Gegend.

Das mulmige Gefühl, wenn man als Erster den Laden betritt

Der Juwelier Neumann ist ein Familienunternehmen. Vor mehr als 40 Jahren in Havelberg gegründet, ist es seit den frühen 80ern in Stahnsdorf ansässig und wird inzwischen in zweiter Generation geführt. 1996 eröffnete die Filiale im Sterncenter. Astrid Neumann, die Filialleiterin möchte zu dem Einbruch nichts sagen. Sie war noch in der Nacht von der Polizei alarmiert und zum Tatort gerufen worden. „Die Täter haben sich schon große Mühe gegeben“, sagt sie.

Die Frage, die in diesen Tagen sicher nicht nur tausende Kinder in der Stadt, sondern auch die Kriminalpolizisten der Polizeidirektion West umtreibt: Wie haben es der oder die Täter geschafft, sich unbemerkt im Spielwarengeschäft einschließen zu lassen? Das kann auch Jana Schinkel, die Filialleiterin von Spielemax im Sterncenter nicht beantworten. „Natürlich machen wir zum Ladenschluss einen Kontrollgang durch alle Gänge“, sagt sie. „Es ist schlimm, was passiert ist. Aber am Ende sind wir auch ein wenig erleichtert, dass niemand mit den Tätern zusammengestoßen ist. Wer weiß, was dann passiert wäre?“ So seien wenigstens keine Menschen zu Schaden gekommen. „Was bleibt, sind der Schreck und das mulmige Gefühl, wenn man morgens als erster in den Laden kommt, aufschließt und allein durch die Regalreihen geht.“

Einbrecher schlugen gezielt zu – Schwachstelle?

Nach MAZ-Informationen gelten in Einkaufscentern für Läden wie Juweliere spezielle Bauvorschriften. Demnach sind die Wände, die oft nur aus Rigips bestehen, zu verstärken – etwa mit Metallplatten. Das war beim betroffenen Geschäft aber nicht der Fall. Der oder die Täter landeten in der Küche des Juweliers und machten sich gezielt über die Vitrinen her, in denen der Goldschmuck ausgestellt war.

Hat das Sterncenter es versäumt, den Laden zu ertüchtigen? Zwar ist der Juwelier seit 20 Jahren im Center eingemietet, war innerhalb des Hauses aber vor etwa zehn Jahren umgezogen. Centermanager Ralph Teuber bittet um Verständnis, dass er zu dieser Frage nichts sagen möchte und verweist auf die laufenden Ermittlungen. „Das ist ein Fall, mit dem niemand gerechnet hat. Wir werden die Schwachstellen jetzt gezielt analysieren und prüfen, inwieweit weitere Sicherungsmaßnahmen durchgeführt werden können.“ Generell sei die Sicherheitslage im Haus gut, so Teuber. Zu dem vom Center engagierten Wachschutz hätten etliche Läden zusätzlich individuelle Absprachen mit Sicherheitsfirmen getroffen. „Die Dreistigkeit, mit der nun vorgegangen wurde, ist umso erschreckender.“

Von Nadine Fabian

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