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Kabelsalat als Neujahrsgruß in Eiche

Kabelnetzzugang in Potsdam Kabelsalat als Neujahrsgruß in Eiche

Wer über das Kabel in Eiche fernsieht, Radio hört oder im Internet surft, hat ab dem Neujahrsmorgen schlechte Karten: Das Netz wird wegen Unrentabilität abgeschaltet, teilt derzeit der Netzbetreiber seinen Kunden per Brief mit. Zugleich springt ein neuer Breitbandanbieter mit guten, aber teuren Angeboten in die Lücke. Wir klären auf, was das bedeutet und wer sich umstellen muss.

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Viele Kabel heißen nicht nötigerweise viel Empfang.

Quelle: DPA

Eiche. In Eiche geht die Verunsicherung um, und sie kommt aus dem Briefkasten: Stück für Stück wurde den Bewohnern dort vom Kombi-Unternehmen Vodafone/Kabel Deutschland (VKD) mitgeteilt, dass zum 31. Dezember dieses Jahres ihr Kabelnetzzugang abgeschaltet wird. Das heißt: Ohne Gegenmaßnahmen bleibt der Fernseher schwarz, auch wer übers Kabel Radio hörte, muss sich auf Stille am Neujahrsmorgen gefasst machen, und wer gar über den Kabelzugang ins Internet geht, ist gänzlich vom Datenstrom abgeschnitten. Grund dafür ist laut VKD, dass die Telekom als Vermieter die Nutzung des sogenannten OPAL-Kabels wiederum der VKD zum selben Termin kündigt. Für die VKD ist es weder wirtschaftlich, das System zu übernehmen, noch ein neues aufzubauen. Das Nachsehen haben nun die Einwohner von Eiche: Je nachdem, welche Kabeldienste sie nutzten, sind sie nun gezwungen, mehr oder weniger umzustellen.

Kabel, DSL & Co. – was bedeutet was?

Das Kabelnetz gehörte zunächst der Telekom, später auch anderen Anbietern wie Kabel Deutschland. Eigentlich für die Verbreitung von TV und Radio konzipiert, vermehrten die Betreiber das Angebot in den letzten Jahren um leistungsstarkes Internet.

DSL wird über den klassischen Telefonanschluss verbreitet. Je leistungsfähiger die Zugänge wurden, desto mehr Angebote liefen auch über diese Technik, etwa Telefonate (VoIP) oder hochauflösendes Fernsehen (IP-TV).

Alternative Wege für den Fernsehempfang sind DVB-T per Zimmerantenne, für Radio ein klassisches UKW-Gerät. Das Internet bekommt man auch kabellos, allerdings deutlich teurer. Statt eines Telefons genügt im Zweifel ein Handy.

In diese Lücke springt nun die DNS-Net, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, unter anderem in Brandenburg mit Hilfe von Landesförderung „weiße Flecken“ bei der Breitbandversorgung abzudecken. Sie schnürt Pakete, die ein schnelles Internet (50 oder 100 Mbit, bisher gab es höchstens 6 Mbit auf Telekom-Leitungen) sowie Telefonie und TV über diesen Anschluss, der dazu hinreichend bemessen ist, anbieten. In der Summe sind diese Pakete indes teurer als ein Kabel- und ein Telefon/Internetanschluss, sie leisten im Gegenzug auch deutlich mehr. „Ob man all das braucht, hängt natürlich von der individuellen Nutzung ab“, sagt Eiches Ortsvorsteher Friedrich W. Winskowski (SPD), zumal gerade der Fernsehzugang auch noch den Kauf eines speziellen Empfangsgerätes nötig macht. Winskowski ärgert insbesondere, dass es derzeit keine Alternativen zu DNS-Net gibt, wenn man einen hinreichend schnellen Anbieter sucht und der Kabelanschluss ersatzlos im gesamten Ort abgeschaltet wird. Er hat für September zu einer Krisensitzung des Ortsbeirates geladen, auf der auch Vertreter der Anbieter Telekom, DNS-Net und VKD anwesend sein sollen. Zudem ärgert ihn, dass die Briefe zu sehr viel Verwirrung unter den Eichern führte.

Mancher verfüge über ein für die täglichen Aufgaben hinreichend schnelles Internet über die Telefonleitung und sei nun ganz verunsichert, ob er zur DNS-Net wechseln müsse, um auch am 1. Januar noch Mails zu empfangen. Andere wollten schon ihr Fernsehgerät ersetzen, weil sie dachten, damit für 2017 gerüstet zu sein. Dass mancher noch keine Kündigung erhalten habe, schütze ihn übrigens keineswegs: VKD sendet die Kündigungen an die Hausbesitzer, manche davon seien seit dem Vertragsabschluss verzogen oder informierten neue Besitzer oder Mieter nicht. Sicher ist jedenfalls, dass das Kabelnetz in der Silvesternacht in ganz Eiche abgeklemmt wird.

Der Anbieter DNS-Net war für die MAZ wegen Nachfragen zu seinem Angebot nicht erreichbar.

Von Jan Bosschaart

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