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Kadry Albane behandelt viele Flüchtlinge

MAZ zu Hause in ... Waldstadt Kadry Albane behandelt viele Flüchtlinge

Vor vier Jahren hat Kadry Albane seine Hausarztpraxis in der Waldstadt eröffnet. Nicht nur viele Anwohner finden den Weg in seine Sprechstunde, auch zahlreiche Flüchtlinge setzen auf seine Hilfe. Denn Mediziner Albane bringt ganz besondere Fähigkeiten mit.

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Kadry Albane praktiziert seit 2012 in der Waldstadt.

Quelle: Foto: B. Gartenschläger

Waldstadt. Schon beim Betreten der Praxis wird es international. Laminat, das die Aufdrucke von Weinkisten imitiert, liegt im Wartezimmer und den Behandlungsräumen in der Saarmunder Straße 43. New York, London, Californien. Ferne Destinationen sind auf dem Bodenbelag zu lesen. Im Eingangsbereich hängt eine Uhr mit der Inschrift „London, Bond Street“. Die Wände zieren arabische Kalligrafien.

Der Mediziner spricht vier Sprachen

„Mein weiß gleich, wenn man reinkommt, wie es hier ist“, sagt Kadry Albane mit ganz leichtem, französischem Akzent. Weltoffen ist die hausärztlich-internistische Praxis, die der 52-Jährige vor vier Jahren in der Waldstadt übernommen hat. Im Erdgeschoss eines Plattenbaus mit Wohnungen darüber. Dass es in der Praxis bunt zugeht, liegt am Lebenslauf des Mediziners. Kadry Albane ist als Sohn eines Algeriers und einer aus Ostpreußen geflüchteten Mutter in Berlin geboren und aufgewachsen – zweisprachig. Auf dem deutsch-französischen Gymnasium in der Hauptstadt, das nun auch zwei seiner drei Kinder besuchen, wurden die Grundlagen für seine Ausbildung gelegt. Er hat unter anderem in Frankreich studiert, praktische Erfahrungen in den USA und England gesammelt. Neben Deutsch und Französisch spricht der Moslem Englisch und etwas Arabisch.

Das hilft bei der Behandlung von Flüchtlingen, die zunehmend in die Sprechstunde kommen. Syrer vor allem, aber auch Afrikaner – oft mit multiplen Leiden. „Viele sind traumatisiert durch Krieg und Flucht. Das berührt einen schon“, sagt Albane, der befreundete Ärzte aus verschiedenen Länder, die an der syrisch-türkischen Grenze Flüchtlinge versorgen, mit Spenden unterstützt. „Auch in der Praxis haben wir gesammelt“, erzählt er. „Patienten haben Kleidung und Spielsachen vorbeigebracht.“

Das Bauchgefühl führte in die Waldstadt

Das Gros seiner Patienten kommt direkt aus der Waldstadt. Dass der Berliner ausgerechnet dort gelandet ist, sei Zufall. Nach Jahren in Krankenhäusern habe er sich mit einer eigenen Praxis niederlassen wollen. In Potsdam-Waldstadt sei etwas frei geworden. „Das Bauchgefühl hat gestimmt“, erzählt Albane, der rund zwei Mal im Monat als Notarzt für das Bergmann-Klinikum im Einsatz ist.

„In der Waldstadt kann man sich wohlfühlen“, bestätigt Sprechstundenhilfe Christine Weier (62), die seit 1980 in der Waldstadt lebt und wie manche Patienten versucht, ihren Chef zu einem Umzug von Berlin nach Potsdam zu bewegen. Doch vorerst zieht es Doktor Albane wieder in die Ferne. Im Herbst will er seinen Urlaub als „Resortdoc“ in der Serengeti verbringen. Um dann wieder ein bisschen weite Welt mit zurück in die Waldstadt zu bringen.

Im Urlaub Einsatz als „Resortdoc“

Kadry Albane engagiert sich in seinem Urlaub gerne als „Resortdoc“.

In Zusammenarbeit mit Hotelketten arbeiten Tauchmediziner oder praktische Ärzte mehrere Wochen an einem Medical Center. Gefragt sind laut Homepage der Initiative Ärzte, die bereit sind, unter tropischen und improvisierten Bedingungen zu arbeiten, Englisch beherrschen und einmal fern vom Kostendruck ihrem Beruf nachgehen und zugleich abschalten wollen.

Auf den Seychellen und den Malediven war Albane bereits im Einsatz. In diesem Jahr geht es nach Tansania.

In seiner Praxis in der Saarmunder Straße 43 bietet er neben der üblichen hausärztlicher Versorgung auch Tauchtauglichkeitsprüfungen an. Laut Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin ist er damit der einzige niedergelassene Arzt in Potsdam. Auch das Bergmann-Klinikum bietet den Test an.

Von Marion Kaufmann

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