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Potsdam Käfer, Stars und gute Laune zum internationalen Museumstag
Lokales Potsdam Käfer, Stars und gute Laune zum internationalen Museumstag
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00:34 16.05.2018
Oldtimer konnten zum Atlasfest des Potsdam-Museums auf dem Alten Markt bestaunt werden. Quelle: Köster
Innenstadt

Der Internationale Museumstag in Potsdam bot, bei meist freiem Eintritt, selbst für die ausgefallensten Neigungen gleich mehrere Verlockungen, die den musealen Rahmen sprengten. Die Potsdamer Kunst- und Wissensschmieden konkurrierten am Sonntag mit zahlreichen Zusatzangeboten, als hätten sie allesamt den Auftrag, eine riesige Museumsparty auszurichten. Jede Menge bunter Luftballons, Getränke und selbst gebackene Kuchen hoben die ohnehin schon prächtige Stimmung.

Das Naturkundemuseum hatte einen Teil seiner Aktivitäten in den lauschigen Hof verlagert. Dort wirbelten die Mitarbeiter des Hauses zusammen mit Freiwilligen des Naturkundlichen Museumsvereins, als würden sie in Kürze die Queen erwarten. Udo Rothe, der normalerweise das im Keller befindliche Aquarium betreut, hatte eigens für diesen Tag meist wirbellose Wassertiere, Käfer und Larven gefangen und etliche kleine Wasserbehälter und Aquarien zu Demonstrationszwecken aufgebaut. Dort konnte man beim „Unterwasserzirkus“ einheimische Schwimmkäfer wie den „Gaukler“ bei ihrem Wassersport betrachten und dabei vom Fachmann erfahren, dass das vor 50 Jahren noch auf der Roten Liste der bedrohten Arten stehende Tier inzwischen wieder massenhaft in den Meliorationsgräben des Havellandes oder im Oderbruch zu finden ist.

Die Begeisterung beim Anblick von Blutegel und Kolbenwasserkäfer war ansteckend. Dem achtjährigen Moris hatte es eine Stabwanze angetan. Nach genauer Betrachtung der einheimischen Skorpion-Art befand er präzise: „ Der hat ja einen Strohhalm im Arsch.“ Der 83-jährige Hans-Joachim Paepke wies auf die hinter den Glasscheiben lebhaft durcheinander schwimmenden Wasserbewohner und sagte voller Anerkennung: „Das gibt es in keinem Zooaquarium zu sehen.“

Jede Menge Torten und gut hörbare Schwärmereien von Besuchern konnte man auch im Filmmuseum ausmachen. Die 73-jährige Ruth Hellwig und ihr zwei Jahre älterer Gatte Klaus waren in Begleitung des zwölfjährigen Julius unterwegs. Ihre Interessen und Beweggründe für den Besuch im Filmmuseum divergierten. Ruth gestand lachend: „Ich bin keine Kinogängerin“ und schob dann hinterher: „Ich wollte meine Erinnerungen prüfen.“ Ihren Mann, der zu Studienzeiten als Filmkomparse arbeitete, trieben handfeste Gründe: „Ich habe ein Bild von mir mit Gojko Mitic gesucht.“ Für den angehenden Teenager Julius war die komplette Ausstellung einfach nur „sehr gut gemacht, weil man mitmachen konnte.“

Selber aktiv sein war auch im Potsdam-Museum gefragt. In der Ausstellung mit Fotografien von Max Baur liefen etliche Besucher mit Potsdam-Plänen umher, um dessen Fotos den passenden Straßen zuzuordnen. Die 25-jährige gebürtige Münchnerin Sofia Florian war zum ersten Mal in der Stadt. Am Vorabend hatte sie einen Auftritt mit ihrem Madrigalchor aus Weimar in der Potsdamer Friedenskirche. Eigentlich wollte sie ins Museum Barberini, um sich die Max Beckmann-Ausstellung anzuschauen. Doch vor Ort disponierte sie um und beschloss, das historische Potsdam zu erkunden. Ihr euphorisches Fazit lautete: „Man schaut sich die Ausstellung an und dann baut sich im Kopf die Geschichte zusammen.“ Sogar einige München-Fotos hat sie in der Ausstellung entdeckt. Sie wird nicht die Einzige gewesen sein, der dieser Museumstag wegen seiner Überraschungen in Erinnerung bleiben wird.

Von Lothar Krone

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