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Kaffee und Suppe schlürfen auf der Kirchenbank

Aktion "Gedeckter Tisch": Nikolaikirche bittet um Kuchenspenden Kaffee und Suppe schlürfen auf der Kirchenbank

Wen es derzeit fröstelt ums Gemüt, der sollte Magen, Herz und Hände am Sonnabend und Sonntag in der Nikolaikirche am Alten Markt wärmen. Dort läuft zum inzwischen dritten Mal die Aktion "Gedeckter Tisch" - der Name wird dem umfangreichen Programm kaum gerecht.

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Am Freitag kamen etwa 1500 Menschen in die Nikolaikirche.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Innenstadt. Eingeladen sind alle. Besonders Bedürftige, Flüchtlinge, Arbeitslose, Großfamilien und sozial Schwächere. Ein Shuttle-Bus bringt wieder Bewohner vom Obdachlosenheim aus der Lerchenstraße zur Kirche am Alten Markt.

Empfangen werden die Gäste ab 11 Uhr mit weißen Tischdeckchen und Blumen. Selbst auf den Kirchenbänken, dort, wo sonst Gebets- und Gesangsbücher Platz finden, sind Stoffbahnen und Rosendekoration ausgelegt. Jeder Sitzplatz lädt zum Kaffee und Suppe schlürfen, zum Kuchen- und Schnittchenessen unter der Kirchenkuppel ein - für einen symbolischen Euro pro Tag. Kostenlos: die medizinische Versorgung, Rechtsberatung, Seelsorge, Kinderbetreuung und die Turmbesteigung an allen drei Tagen.

Viele der eingekehrten Potsdamer sitzen satt und sichtlich gerührt auf den Holzbänken, genießen die beschwingte Musik auf der Bühne. Jede Bankreihe ist besetzt. Als die Band "Kitchen Grooves" das Stück "Love is in the Air" anstimmt, schunkeln die Menschen und tanzen vorm Altar.

Schon gestern, kurz vor Schluss des ersten Tages um 16 Uhr, lockten das Buffet und die Musik rund 1500 Menschen ins Gotteshaus der St.-Nikolai-Kirchengemeinde. Organisatorin Ariane Zibell vom Gemeindekirchenrat rechnet vor: Zu dieser Zeit haben die Helfer - 170 Gläubige verschiedener Gemeinden und "Leute, die mit Kirche nichts am Hut haben" - bereits 800 Rosen, 700 Würstchen, 20 Kilogramm Obst, Wollpullover, Winterjacken, Schuhe und Spielzeug sowie alle 150 Laternen ausgegeben. Groß war der Andrang im Untergeschoss: bei der Kleiderkammer und beim Friseur.

Pfarrer Matthias Mieke sagte freudestrahlend: "Wir sind völlig überfahren. Uns war nicht klar, dass ein Brückentag dreimal so viele Gäste am ersten Tag bringen würde." Er appellierte zu backen: "Wir brauchen Kuchenspenden."

Von Michaela Grimm

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