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Potsdam Kalte Arme, heiße Reifen
Lokales Potsdam Kalte Arme, heiße Reifen
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08:30 25.03.2013
„Rasender Reporter“ Martin Küper beim Midnight Roll. Quelle: Olaf Möldner

Mit Glühwein, Pils und warmen Decken machten die Zuschauer und die knapp 30 Fahrer aus neun Teams den Parcours vorm Café 11-Line an der Charlottenstraße zu einer einzigen Feiermeile – unter den verdutzten Blicken der Straßenbahnfahrer, die nur einen halben Meter an den Teilzeit-Rollis vorbeirauschten.

Auch wenn der Spaß eindeutig im Mittelpunkt stand: Über mangelnden Ehrgeiz konnten die Veranstalter kaum klagen. „Die haben am Ende wirklich um Hundertstel- und Zehntelsekunden gekämpft“, so Alexander Wietschel vom Organisationsteam. Schließlich ging es beim „Midnight Roll“ darum, welche Fahrer beim großen Finale am 4. und 5. Mai im Volkspark überhaupt an den Start gehen. Bei manchen Teams haben sich bis zu 50 Fahrer angemeldet – zugelassen sind höchstens drei. Die heiß begehrten Startplätze müssen nun in Vorläufen ausgefochten werden.

Also heißt es, die 50 Meter in möglichst kurzer Zeit zu knacken – immer im Kampf gegen Kälte, Konkurrenten und den Pudding in den Armen. Klar, dass es da nicht ohne Fachsimpeleien zugeht: „Das Gewicht nach vorne verlagern und mit den Armen so weit wie möglich aushohlen“ – nur einer der vielen Tipps, die fix die Runde machen.

Nach 20 Minuten habe ich genug gefroren und schnappe mir einen der Stühle. Als einer der MAZ-Anwärter muss ich demnächst selbst noch ran – und ein bisschen Übung kann nicht schaden: Nie kamen mir 50 Meter so weit vor, meine bescheidenen 25,6 Sekunden erkaufe ich mir mit blutig geschundenen Händen.

Andere scheinen da technisch versierter. Zum Beispiel Max Linse vom Team Feinmechanik: Mit 18,8 Sekunden fährt er beim Midnight Roll die beste Zeit ein. Schneller war bisher nur ein Fahrer vom Team Fünf vor Zwölf – mit 17,3 Sekunden.

Fraglich nur, wie sie damit gegen die echten Zweirad-Cracks ankommen wollen. Udo Sist von Normalo TV zum Beispiel. Aus Spaß schüttelt er an diesem Abend locker 18,2 Sekunden aus den kalten Ärmeln. „Meine Bestzeit ist 13,2 Sekunden auf 100 Metern, aber da war es auch nicht so kalt“, erzählt der junge Rollstuhlfahrer und lacht. Dafür bekam er bei den Landesmeisterschaften schon die Goldmedaille.

Aber um den Wettkampf geht es beim Iron Roll ohnehin nur am Rande. „Wir laden die Teilnehmer zu einer Erkenntnisreise ein“, formuliert Mit-Veranstalter Lutz Lehmann die Idee hinter dem Iron Roll. „Die Leute sollen in erster Linie Spaß haben, aber die Erfahrung mit dem Rollstuhl wird bei jedem haften bleiben, so oder so.“

Bei Sara und Shima scheint die Rechnung aufzugehen. Die zwei Freundinnen sind nur zufällig in die abendliche Szenerie gestolpert – und haben sich spontan dem Team vom Café 11-Line angeschlossen. Mit mehr als einer Minute fahren sie zwar außer Konkurrenz, aber die Fahrt hat Eindruck gemacht: „Wir machen uns da einen Spaß draus, aber wirklich nachvollziehen kann man die Situation von Rollstuhlfahrern sowieso nicht“, sagt Shima und zieht mit ihrer Freundin weiter durch den Samstagabend.

„Hinterher gab es noch richtige Diskussionen, ob die ganze Aktion nicht despektierlich sei“, erzählt Alexander Wietschel. „Aber darum geht es ja, dass sich die Leute mit dem Thema beschäftigen.“ Mittlerweile sei der Iron Roll zum Stadtgespräch geworden. „Es melden sich jeden Tag neue Fahrer, die unbedingt dabei sein wollen“, so Wietschel. Interessierte können sich noch bis zur großen Sause am 4. und 5. Mai anmelden. „Manche brauchen ja eine Weile, um sich dazu durchzuringen.“ (Von Martin Küper)

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