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Potsdam Musik für alle im Nikolaisaal
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01:15 01.10.2018
Für manche Kinder war es das erste klassische Konzert in ihrem Leben. Quelle: Foto: Friedrich Bungert
Potsdam

Mit einem Kissen und einer Luftmatratze liegt Peter Rainer normalerweise nicht auf der Bühne. Aber um den Kindern Mozarts kleine Nachtmusik näherzubringen, macht es sich der Konzertmeister der Kammerakademie Potsdam auch schon mal auf der Bühne gemütlich. Geigen, Celli und Bratschen stimmen die wohl populärste Komposition des Musikers an, im Hintergrund leuchtet ein Sternenhimmel an der Wand.

Gemeinsam mit der Kammerakademie Potsdam, dem Kinder- und Jugendhilfebund des DRK und der Grundschule „Am Priesterweg“ Drewitz hatte der Soft- und Hardwarehersteller Oracle das Familienkonzert „Psst! Mozart träumt“ am Freitagnachmittag im Potsdamer Nikolaisaal organisiert.

Die Veranstaltung sollte Brücken schlagen und auch Menschen den Zugang zu klassischer Musik ermöglichen, die sonst kaum Chance darauf haben. „Kultur ist zum Teil zu einem sehr elitären Erlebnis geworden. Die Idee war, alle Altersgruppen, Rollen und sozialen Schichten zusammenzubringen“, erklärt Ideengeber Hannes Häfele, Oracle-Vertriebsdirektor in Potsdam und Berlin. Das Unternehmen hatte die kostenlose Veranstaltung gesponsort. Neben Mitarbeitern der Firma waren auch Kinder des Kinderheimes am Stern und der Grundschule Priesterweg mit Freunden und Angehörigen eingeladen.

Zum ersten Mal im Konzert

Auf verständliche Weise machte der studierte Musiker Klassik für jedermann zugänglich. „Eine Sequenz ist, wenn man höher geht“, erklärte er. Während die Kinder eine Stufe im Nikolaisaal emporstiegen, performte das Musikorchester, Ton für Ton ging es aufwärts. „Die Kinder und Jugendlichen, welche von uns betreut werden, bekommen einen zumeist ersten Eindruck von klassischer Musik. Da die finanzielle Situation unserer betreuten Kinder und Familien überwiegend knapp ist, bleibt im Haushaltsgeld für derartige Veranstaltungen kein Budget“, erklärt Thorsten Häcker, Leiter des Kinder- und Jugendhilfeverbundes Potsdam. Rund eine Stunde hörten selbst die Dreijährigen gespannt zu. „Es hat mir gut gefallen“, sagte der 8-jährige Leon, der das erste Mal ein Konzert besucht hatte. Das Unternehmen überlegt nun, das Konzert auch in deutschen Städten zu probieren.

Von Anne Knappe

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