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Potsdam Kampf gegen die Rattenplage
Lokales Potsdam Kampf gegen die Rattenplage
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20:12 19.11.2017
Eine Wanderratte inspiziert die Mülltonnen in einem Hof der Brandenburger Vorstadt. Quelle: Rainer Schüler
Potsdam

Mehr als 100 Aufträge zur Rattenbekämpfung hat die Stadt in diesem Jahr bereits erteilt. Über 13.000 Euro musste das Gesundheitsamt für die Bekämpfung der Schädlinge bezahlen, und das Jahr hat noch ein paar Wochen vor sich.

Meist sind es Wanderratten

Sobald Ratten auf öffentlichen Wegen und Plätzen gesichtet werden, schickt das Gesundheitsamt Schädlingsbekämpfer los. Zur Neustädter Havelbucht zum Beispiel – sehr beliebt bei Ratten. Immer wieder spazieren die Nager dort über den Uferweg an der „Moschee“ und lassen sich auch von Kindergartengruppen nicht verschrecken.

Aus dem Park der Konrad-Wolf-Allee von Drewitz sind sie nicht auf Dauer zu vertreiben, nicht von der Freundschaftsinsel, nicht aus dem Foerster-Garten in Bornstedt, nicht von der Wilhelmgalerie am Platz der Einheit. Meist sind es Wanderratten, die überall da auftauchen, wo Menschen leben und unvorsichtig mit Müll umgehen. Sobald sich irgendwo Müll sammelt, erhöht sich die Zahl an Ratten, warnt die Stadtverwaltung.

Eine Vielzahl von Unterschlupfmöglichkeiten und ein großes Angebot an Nahrungsmittelresten und Vorräten, wie sie für Städte charakteristisch sind, lassen Rattenpopulationen auch in Potsdam beste Lebensbedingungen finden, sagt das Gesundheitsamt, das zu den Vorkommen recherchiert hat. Die Ratte sei in Potsdam „auch nicht mehr verbreitet als in vergleichbar großen Städten“, erklärt die Behörde. Ihre Population nehme nicht zu, aber eben auch nicht ab.

Ratten in Potsdam werden mit Gift gelockt. Quelle: Rainer Schüler

Gesetzliche Meldepflicht für Ratten existiert nicht

In Potsdam komme hauptsächlich die Wanderratte vor, so das Amt. Sie besiedelt Uferzonen, Kanalisation und Müllansammlungen und kommt von dort auch in Häuser und in Grünanlagen. Die Wanderratte ist ein Kulturfolger der Menschen.

Eine gesetzlich vorgeschriebene Meldepflicht zum Vorkommen von Ratten existiert im Land Brandenburg nicht. Das Infektionsschutzgesetz legt aber fest, dass beim Vorkommen von Gesundheitsschädlingen die zuständige Behörde die zur Bekämpfung nötigen Maßnahmen anordnen muss. Auf privatem Grund und Boden ist der Eigentümer in der Pflicht, aber er muss den Befall nicht melden.

Ratten sind tierische Schädlinge, die Krankheiten übertragen können. Profi-Bekämpfer töten diese Tiere oder stoppen ihre Vermehrung. Vor allem den Einsatz gerinnungshemmender Gifte muss man ihnen überlassen, damit Menschen und Haustiere nicht damit in Berührung kommen. Aber auch privat darf man Ratten töten, wenn es keine Qual für sie bedeutet. Daran hält sich faktisch niemand, denn der Handel bietet diverse Fallen an, die nicht sofort töten.

EU regelt klar, wie man Ratten bekämpft

Die Stadtverwaltung fordert nun erneut Achtsamkeit von ihren Bürgern und einen „sachgemäßen Umgang“ mit Abfall. „Essensreste gehören nicht in die Toilette“, brandmarkt Stadtsprecher Markus Klier eine weit verbreitete Unsitte. Sich irgendwo seines Bioabfalls zu entledigen, sei verboten. Dafür gebe es die braunen Tonnen. Kompostanlagen aber gelten als rattenfreundlich. Seit dem 1. September 2013 gilt zudem die neue Biozid-Verordnung der EU, die klar regelt, wie man Ratten bekämpfen darf.

Klebefallen sind strengstens verboten

Ratten sind fruchtbar und leben oft in Großfamilien mit bis zu 100 Mitgliedern. Der Clan hat kein Problem, Vorkoster in den Tod zu schicken. Ein schneller Fresstod warnt den Rest.

Deshalb werden Gifte verwendet, die erst Tage später wirken; das haben die Ratten dann vergessen. Die Mittel führen zu inneren Blutungen, können aber schmerzvoll sein.

Schlagfallen töten Ratten durch Genickbruch schnell; Klebefallen bringen einen schmerzvollen Tod und sind so verboten wie Ertränkungsfallen.

Von Rainer Schüler

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