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Potsdam Kampf um die Erinnerung
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06:00 10.08.2014
Denkmal für das Garde-Jäger-Bataillon am Bassinplatz. Quelle: Repro: Sammlung Volker Schobess
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Potsdam

1700 Potsdamer starben von 1914 bis 1918 an den Fronten des Ersten Weltkrieges. Schon 1915 gab es im Magistrat der Stadt Überlegungen zu einem zentralen Gedenkort. Nach Prüfung diverser Varianten wurde zehn Jahre später auf dem Gelände des früheren Luftschiffhafens eine moderne Sportanlage zu Ehren der im Weltkrieg Gefallenen mit einem zentralen Weihestein aufgebaut.

Zur Eröffnung am 15. Mai 1925 gab es in der Stadt allerdings schon einige Denkmäler für die Weltkriegsopfer. Denn parallel zur Stadt engagierten sich Traditionsvereine von in Potsdam beheimateten militärischen Verbänden um eigene Gedenkorte. Mehr als ein Dutzend dieser Denkmäler sollten in den 1920er und 1930er Jahren in Potsdam errichtet werden. Erhalten blieb nur das 1929 eingeweihte Denkmal für die Gefallenen des Sanitätskorps vor dem Neuen Friedhof an der Heinrich-Mann-Allee. Die übrigen Denkmäler wurden eingeschmolzen und nach dem Zweiten Weltkrieg meist samt Sockel abgetragen, wenn sie nicht schon vorher bei den Kämpfen zerstört wurden.

Nach dem 1. Weltkrieg bekam Potsdam viele Kriegerdenkmäler, die von militärischen Einheiten aufgestellt wurden. Die meisten der Denkmäler sind wieder verschwunden. Die MAZ zeigt einige von ihnen.

Recherchiert wurde die Geschichte der Potsdamer Kriegsdenkmäler von Frank Bauer, Hartmut Knitter und Heinz Ruppert für ihr 1993 erschienenes Buch „Vernichtet. Vergessen. Verdrängt. Militärbauten und militärische Denkmäler in Potsdam“. Demnach kam es schon 1923 zu einer ganzen Serie von Denkmalseinweihungen.

Vergleichsweise bescheiden war das am 5. Mai 1923 an der Nedlitzer/Ecke Alleestraße eingeweihte Denkmal für die Gefallenen des 2. und 4. Garde-Feldartillerie-Regiments. Gefügt aus Steinblöcken, erinnerte es mit einem Relief auch an die 2,5Millionen allein auf deutscher Seite umgekommenen Truppenpferde. Am 17.Mai folgte an der Ecke Jäger allee/Reiterweg ein Denkmal für das 3. Garde-Ulanen-Regiment, das auf einem hohen Sockel lebensgroß ein aufbäumendes Ross mit Reiter aus Bronze trug.

Am 25. Juni wurde auf dem Bassinplatz ein Denkmal für das Garde-Jäger-Bataillon eingeweiht. Inmitten einer die Vogesenlandschaft imitierenden Grünanlage zeigte es übermannsgroß in Bronze einen Jäger, der mit entsicherter Handgranate den Hartmannsweilerkopf hinauf stürmte. Zunächst stürmte er Richtung Hebbelstraße. Nach einer Neugestaltung des Platzes in den 1930er Jahren richtete er die Handgranate gegen die Kirche St. Peter und Paul. Der Jäger ist verschollen. Der Sockel aber wurde nach Angaben des Militärexperten Volker Schobeß geborgen und steht nun beim Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Geltow.

Auch die Veteranen der Garde du Corps wählten für ihre Denkmäler Reitermotive. Ein 1923 eingeweihter Obelisk aus Stein mit dem Relief eines drachenkämpfenden Reiters am Haupteingang zum Neuen Garten wurde 1929 durch Pferd und Reiter aus Bronze auf einem Sockel an der Allee-/Ecke Schulstraße ersetzt. Die Skulptur wurde 1944 für den Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen.

Einen begehrten Platz an der Garnisonkirche sicherten sich die Traditionsvereine des 1. Garde-Regiments zu Fuß für ihr am 24. Juni1924 eingeweihtes Semper-Talis-Denkmal. Es zeigte den Handschlag eines Langen Kerls und eines Weltkriegssoldaten vor einem Obelisken mit dem Relief Friedrichs des Großen. Auch der Verein ehemaliger Kameraden des Lehr-Infanterie-Bataillons, der sich zunächst vergebens um einen Platz in Pankow oder Niederschönhausen bemühte, hätte sein Denkmal ersatzweise gern an der Garnisonkirche errichtet. Letztlich kam die 4,50 Meter hohe Sandsteinskulptur mit Infanteriewaffen, Grabenpanzer und Stahlhelm vor den Eingang des Reichshauptarchivs auf den Brauhausberg.

Es gab mehrere dieser Initiativen, die nach Potsdam auswichen, weil sie beim Berliner Magistrat kein Glück hatten. Der „Denkmalausschuss für das Deutsche Kraftfahrdenkmal in Berlin“ gehörte dazu, der seinen monumentalen Gesteinsblock mit der Plastik eines aufbäumenden Panzerfahrzeugs schließlich an der Michendorfer Chaussee aufbaute. Auch der Denkmalausschuss ehemaliger Angehöriger der Sanitätsformationen führte zuerst vergeblich Verhandlungen mit dem Berliner Magistrat, bevor er sich an die Stadt Potsdam wendete.

Von Volker Oelschläger

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