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Potsdam Hier haben Ausländer in Potsdam die Wahl
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19:31 15.04.2019
23 aus 30 – diese Kandidaten und Kandidatinnen wollen im Migrantenbeirat der Landeshauptstadt mitwirken. Quelle: Varvara Smirnova
Potsdam

Wichtige Post für Potsdamer mit ausländischem Pass oder doppelter Staatsbürgerschaft: Am 26. April verschickt die Landeshauptstadt die Wahlbriefe für die Wahl des neuen Migrantenbeirats und damit für mehr als 10 000 Frauen, Männer und Jugendliche auch die einzige Chance, eine im Rathaus aktive Interessenvertretung mitzubestimmen. Bei der bevorstehenden Kommunalwahl dürfen nämlich nur Personen ihr Kreuz machen, die hier leben, älter als 16 Jahre sind und einen deutschen Pass haben oder EU-Bürger sind.

30 Kandidaten für das vielfältigste Gremium der Stadtpolitik

Neun Plätze sind im Migrantenbeirat zu vergeben – 30 Kandidaten treten an. Jeder von ihnen hat mindestens fünf Unterstützer-Unterschriften vorlegen müssen. Am Montag haben sich die Bewerber für das vielfältigste Gremium der Stadtpolitik erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Unter ihnen ist Hassibullah Baghlani – 26, Fachinformatiker, seit mehr als drei Jahren in Deutschland. Er engagiert sich bereits im afghanischen Kulturverein und möchte seine Erfahrungen nun in den Migrantenbeirat einbringen. „Ich weiß, dass man sich für ein Ehrenamt viel Zeit nehmen muss, dass ein Ehrenamt Mühe macht und man dafür Kraft braucht“, sagt Hassibullah Baghlani. „Aber ich sehe auch, dass noch viele Migranten viele Probleme in vielen unterschiedlichen Bereichen haben. Ich möchte ihnen eine Stimme geben und dafür arbeiten, dass wir hier in Potsdam eine wirklich gemischte Kultur werden, dass die Grenze zwischen Migranten und Deutschen verschwindet – das möchte ich für alle erreichen.“

2005 hat der Migrantenbeirat den Integrationspreis initiiert

Bereits seit 1992 vertritt in der Landeshauptstadt Potsdam der Migrantenbeirat – bis zur Umbenennung 2009 als Ausländerbeirat geführt – die Belange der ausländischen Einwohnerinnen und Einwohner. Der Migrantenbeirat berät die Stadtverordnetenversammlung und ihre Ausschüsse. Er tagt monatlich – die Sitzungen sind in der Regel öffentlich. Im Jahr 2005 hat der Migrantenbeirat zudem den Integrationspreis der Landeshauptstadt initiiert. Der Preis wir seither jährlich vergeben – an Potsdamer Träger, Organisationen und Verbände, die Integration leben, aber auch an private Initiativen, an Vereine, Einzelpersonen, Bürgerinitiativen, Schulen und Kindergärten.

„Migration ist ein ganz buntes Thema“

Die Arbeit mit Frauen und Familien liegt Maria Pohle – 32, Leiterin eines Jugendprojekts, Russland – und Melanie Klockmann – 37, Angestellte, Mexiko/Deutschland – besonders am Herzen. „Frauen mit Migrationshintergrund leben oft in der Isolation, haben oft nur Kontakt zu Kindern“, sagt Maria Pohle. „Es hilft der ganzen Familie, wenn man die Mütter stärkt“, sagt Melanie Klockmann. Sie wünscht sich, dass Migration in ihrer ganzen Breite wahrgenommen und nicht einfach mit Flüchtlingsarbeit gleichgesetzt wird, auch wenn diese ein bedeutender Aspekt sei. „Migration ist ein ganz buntes Thema – wir haben viel zu bieten, auch viele Gemeinsamkeiten, die uns zusammenbringenkönnen.“

In Potsdam leben derzeit mehr als 15400 Ausländer vom Neugeborenen bis zum Hochbetagten. Sie repräsentieren 96 Nationen. Unter den Herkunftsländern ist Syrien am stärksten vertreten (2154). Es folgen die Russische Föderation (1310) und Polen (1064).

Die Kandidaten bitten zum Kennenlernen

Die Kandidaten stellen sich den Wähler-Fragen zu folgenden Terminen:

Am Donnerstag, 2. Mai, im Projekthaus Babelsberg, Rudolf-Breitscheid-Straße 164. Beginn ist um 16.30 Uhr.

Am Samstag, 11. Mai, 16 Uhr, im Staudenhof-Treff, Am Alten Markt 10.

Am Dienstag, 14. Mai, 17 Uhr, im Begegnungszentrum Oskar, Stadtteilschule, Oskar-Meßter-Straße 4-6.

Am Mittwoch, 22. Mai, 17 Uhr, im Friedrich-Reinsch-Haus, Milanhorst 9.

Der Migrantenbeirat präsentiert seine Arbeit ebenfalls:

Zum Europafest, 9. Mai, 14 bis 20 Uhr auf dem Alten Markt.

Zum Inklusionsfest, 10. Mai, 15 bis 19 Uhr auf dem Alten Markt.

Bei der Ehrenamtsbörse, 16. Mai, von 14 bis 18 Uhr auf dem Luisenplatz.

Beim Friedensfest, 17. Mai, 15 Uhr, Alter Markt. nf

Von Nadine Fabian

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