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Potsdam Kann der Fahrschein auch ein Parkschein sein?
Lokales Potsdam Kann der Fahrschein auch ein Parkschein sein?
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19:05 18.03.2016
Der Parkplatz am Bahnhof Pirschheide ist durchaus nicht nur von Perufspendlern belegt, die in der City arbeiten. Auch Beschäftigte von Firmen und Sporteinrichtungen der Umgebung parken gratis hier. Quelle: Rainer Schüler
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Pirschheide

Einen Fahrschein auch als Parkschein zu nutzen, könnte erstmals im Land Brandenburg am Bahnhof Pirschheide möglich werden. Dort will die Stadt die Autofahrer zum Umstieg in den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bewegen. Die Zeppelinstraße soll verengt, der private Verkehr gedrosselt und die Luftgüte verbessert werden. Man hofft, dass Autofahrer den langsamen Weg in die Stadt scheuen, ihr Fahrzeug am Bahnhof stehen lassen und öffentliche Transportmittel nutzen, die weit schneller voran kommen, weil sie eigene Trassen haben. Die Einpendler werden das aber nur tun, wenn sie außer dem ÖPNV-Ticket nicht auch noch ein Mehrstunden-Parkticket bezahlen müssen. Ist das machbar?

Unter Umständen, könnte man die Position der Stadt beschreiben, doch die Umstände sind schwierig. Schon seit Ende letzten Jahres gibt es ergebnislose Diskussionen mit der kommunalen Verkehrsbetrieb in Potsdam (ViP) GmbH zu den technischen und organisatorischen Problemen einer Parkraumbewirtschaftung am Stadtrandbahnhof, denn die wird zwingend, sobald die Zeppelinstraße enger wird und eine wachsende Zahl Pendler an der Pirscheide aus ihren Autos steigt. Derzeit ist das kein Problem, denn nach Einschätzung von Verkehrsplaner Norman Niehoff reicht das Stellplatzangebot für die Pendler, die morgens kommen und abends wieder fahren. Für viele Beschäftigte umliegender Einrichtungen und Unternehmen aber reicht es ab dem Vormittag nicht mehr.

Den Parkplatz am alten Bahnhof Pirschheide kann man kaum erweitern, ohne anderen Flächen wegzunehmen, der Verkehrswacht etwa. Quelle: Rainer Schüler

Für beide Autofahrergruppen dürfte es schier unerträglich werden, wenn die Verengung kommt; dann reicht es auch für Pendler nicht. Entweder, man vergrößert die Parkplatzfläche, indem man der Verkehrswacht ihren Übungsplatz wegnimmt, oder man bevorzugt die Pendler gegenüber den Anliegern. Pendler könnten gratis parken dank des Nahverkehrstickets, Anlieger nicht.

Doch das System „Fahrschein = Parkschein“ hat viele Tücken: Sollen Fahrscheine künftig einen zweiten Abschnitt bekommen, den man abreißt und als Parkschein innen hinter seine Windschutzscheibe legt? Reicht eine Kopie des Dauertickets? Und wer stellt die offiziell her, um zu verhindern, dass es plötzlich viele Kopien für viele Nutzer gibt? Oder muss es ein Schrankensystem her, in das man einen Fahrschein einschiebt? Dann müssten alle in der Region aktiven Verkehrsunternehmen dieselbe Sorte Fahrschein haben: festes Papier oder dünne Pappe, automatentauglich. Egal, ob man seinen Fahrschein in Bernau kauft oder in Berlin, in Potsdam oder Werder, sie müssten alle in den Automaten passen. Auch Zeitkarten des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) müsste der Automat erkennen, doch weil die Ticketformate so unterschiedlich sind, bliebe nur das Scannen eines aufgedruckten Codes, ein optisches System. Technisch scheint das lösbar, doch ob die Unternehmen wegen des Parkplatzes Pirschheide andere Tickets ausgeben, ist mehr als fraglich.

Vor allem zur Mittagszeit ist die Parkplatzsuche am Bahnhof Pirschheide schwer, denn hier stehen in der Regel Dauerparker. Quelle: Rainer Schüler

Zudem müsste man festlegen, ab welcher ÖPNV-Fahrstrecke man überhaupt gratisparkberechtigt ist. Wer eine billige Kurzstrecke löst, könnte ja genauso einen Tag lang parken wie der Käufer von teuren Langstreckentickets - es wäre gebührenmäßig ungerecht, würde aber trotzdem den Zweck erfüllen: Raus aus dem Auto, rein in Bus und Bahn!

Erwogen wird auch die technisch einfachere Variante, Parkscheine als Fahrscheine gelten zu lassen, doch die Entfernungsfrage steht auch dann.

Offen ist vor allem, ob der Parkplatz weiter eine öffentliche Stellplatzanlage bleibt oder privat betrieben werden soll, etwa durch die Stadtwerke. Noch laufen Abstimmungen mit der ViP über die verschiedenen Bewirtschaftungsvarianten. Die möglichen Lösungsansätze werden dann mit dem VBB und den beteiligten Verkehrsunternehmen diskutiert.

Erste Ergebnisse der Variantenbetrachtung sind voraussichtlich zum Sommer 2016 zu erwarten. Es ist laut Stadtverwaltung davon auszugehen, dass im Modellversuch Zeppelinstraße die derzeit kostenlose Nutzung der P+R-Stellplätze vorerst erhalten bleibt. Man plant aber eine Aufwertung des Standortes, indem zum Beispiel die Nahverkehrsanzeiger der Stadt auch über freie Plätze am Bahnhof Pirschheide informieren. Das soll zum Start des Modellversuch umgesetzt sein, nach jetzigem Stand im nächsten Jahr.

Von Rainer Schüler

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