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Potsdam Karriere trotz Familienpause
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19:15 23.11.2016
Helfen Familien bei Fragen zu Arbeit, Pflege und Betreuung: Sarah Knorr (l.) und Jana Pritschow vom Beratungsladen in der Yorckstraße. Quelle: Foto: F. Bungert
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Nördliche Innenstadt

Gerade hat sie dem Kind das Laufen beigebracht, nun muss sie selbst die ersten Schritte in unsicherem Terrain machen: Nach der Elternzeit wieder Fuß im Job zu fassen, fällt vielen Frauen nicht leicht. Familienunfreundliche Arbeitszeiten, verständnislose Kollegen oder das Gefühl, den Anschluss an aktuelle Themen verpasst zu haben, erschweren Müttern den Wiedereinstieg in den Beruf. In Potsdam bekommen sie besondere Unterstützung: Ein Beratungsladen in der Yorckstraße bietet bis zu sechs Monate kostenlos Hilfe, damit der Neustart auf dem Arbeitsmarkt nach einer Auszeit gelingt.

Das Projekt „Perspektive Wiedereinstieg“ wird durch das Bundesfamilienministerium gefördert. Potsdam und München sind bundesweit die einzigen dafür ausgewählten Städte. In der wachsenden Landeshauptstadt sei das Angebot dringend nötig, meint Sozialdezernent Mike Schubert (SPD): Zwar sei die Frauenbeschäftigungsquote mit 87,6 Prozent hoch, „aber viele stecken wegen der Familie beruflich zurück und arbeiteten nur Teilzeit oder nehmen einen Minijob ab“, so Schubert. Vor allem für die mehr als 5300 Alleinerziehenden in Potsdam sei es oft schwer, Kind und Karriere zu vereinbaren.

Auch zur Pflege von Angehörigen gibt es Beratung

Die Beratung zielt aber nicht nur auf Arbeitnehmer mit Kind, sondern auch auf Berufstätige, die Angehörige pflegen. 77 Prozent der Pflegebedürftigen in Brandenburg werden schon jetzt zu Hause betreut. Bis 2035 wird Prognosen zufolge der Anteil der Potsdamer über 80 Jahre um 66 Prozent steigen. In der Stadtverwaltung ist die demografische Entwicklung bereits spürbar: Sechs Prozent der Verwaltungsmitarbeiter pflegen neben der Arbeit Eltern, Schwieger- oder Großeltern. Welche Rechtsansprüche man gegenüber dem Arbeitgeber hat, erfahren Beschäftigte im Beratungsladen.

Meist suchen aber Frauen Hilfe, die wegen der Kinder zu Hause geblieben sind, erklärt Projektkoordinatorin Sarah Knorr. Das Beratungsangebot gibt es schon seit Juli 2015, doch bislang fehlte ein eigener Laden in zentraler Lage. 34 Ratsuchende haben sich bereits an die zwei geschulten Beraterinnen gewandt. „Etwa die Hälfte der Frauen, die zu uns kommen, sind gut qualifiziert, haben einen akademischen Abschluss“, sagt Sarah Knorr. Manche sind erst ein, zwei Jahre raus aus dem Job, andere wollen nach 15 Jahren Hausfrauendasein noch einmal durchstarten. Der Laden bietet Bewerbungstraining und hilft, gemeinsam mit der Arbeitsagentur Jobs in Potsdam zu finden. Die Vermittlungsquote liegt derzeit bei 47 Prozent. „Unser Ziel ist eine Vollzeitbeschäftigung“, sagt Knorr. Bei den Firmen wachse die Einsicht, dass sie familienfreundlicher werden und flexible Arbeitszeitmodelle anbieten müssen. „Im Kampf um Fachkräfte müssen sich die Arbeitgeber bewegen“, meint sie. Findet eine Frau eine Stelle, bleibt der Beratungsladen für die erste Zeit auch für die Firma Ansprechpartner.

„Wir sind natürlich auch offen für Männer“, betont Sarah Knorr. Aber bislang habe nur ein einziger die Beratung aufgesucht. Zwar haben etwa 80 Prozent der Potsdamer Väter in diesem Jahr Elternzeit genommen, im Schnitt aber nur zwei Monate. Zu kurz für einen Karriereknick.

Anlaufstelle in der Yorckstraße

Die Fachstelle Arbeitsmarktpolitik und Beschäftigungsförderung der Landeshauptstadt ist Träger des Projekts „Perspektive Wiedereinstieg Potsdam“.

Der Beratungsladen befindet sich in der Yorckstraße 22–24. Geöffnet ist montags, donnerstags und freitags von 9 bis 12 Uhr und dienstags von 9 bis 18 Uhr. Am Mittwoch ist der Laden geschlossen.

Terminvereinbarung unter 0331/73 04 27 60.

Von Marion Kaufmann

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