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Karriereknick wegen Jodeldiplom?

Wirbel um schärfere Beförderungsregeln bei Stadtverwaltung in Potsdam Karriereknick wegen Jodeldiplom?

Unter karrierebewussten Mitarbeitern der Stadtverwaltung sorgt derzeit ein Schreiben der Personalabteilung für Unruhe. Inhalt: Die Stadt will künftig Abschlüsse der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Potsdam (VWA) – einer von der Stadt selbst in den 1990er-Jahren ins Leben gerufenen Fortbildungsstätte – nicht mehr als Qualifikation für höhere Posten anerkennen.

POTSDAM. In einem internen Rundschreiben teilte die Personalabteilung den verunsicherten Akademie-Schülern mit, künftig seien Fachhochschul- oder Uni-Abschluss (Bachelor) für den gehobenen kommunalen Dienst Zugangsvoraussetzung. Und zwar „mit sofortiger Wirkung“.

Die Mitteilung schlägt Wellen, weil viele Stadtverwalter abends in der Akademie büffeln, um eines Tages bei der Beförderung berücksichtigt zu werden. Dabei zahlen sie mehr als 400 Euro Semestergebühr und noch einmal gut 500 Euro Prüfungsgebühr. Diese Mühen könnten jetzt, so befürchten Akademieteilnehmer, letztlich in einer Art Loriot’schem Jodeldiplom münden – vertane Zeit, verschwendetes Geld, ein Abschluss ohne Anerkennung.

Mehr als 2000 Absolventen hat die Akademie seit ihrer Gründung auf höhere Aufgaben vorbereitet. Jetzt rät ihnen der Personalchef: „Für Sie kann das bedeuten, dass eventuell Karrieremöglichkeiten und -wege neu überdacht werden müssen.“

Die Verwaltung begründet ihren Schwenk mit der skeptischen Haltung der „überwiegenden Zahl der Landkreise und Kommunen im Land“. Die verweigerten dem VWA-Abschluss schon jetzt die Anerkennung als alleinige Zugangsvoraussetzung zu den guten Jobs. Auch bundesweit sei der Abschluss an einer Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie nicht anerkannt. Dabei räumt die Stadt ein, dass sich „die VWA nach anfänglich schwierigen Aufbaujahren zu einer landesweit anerkannten Bildungseinrichtung entwickelt hat“. Einige der Absolventen sitzen heute in verantwortlichen Positionen. Dennoch könne sich die Stadt „der Entwicklung im Land nicht verweigern“.

Allen VWA-Absolventen, die erfolgreich Stellen besetzt haben, sichert das Rathaus Besitzstandswahrung zu. Für andere Fälle strebe die Verwaltung „zweckmäßige und zumutbare Lösungen“ an. Alle betroffenen Studenten und Absolventen der Akademie sollen jetzt einen Fragebogen ausfüllen, damit die Personalabteilung die „Beeinträchtigungen beurteilen“ kann.

Der Personalrat war gestern nicht zu einer Stellungnahme zu erreichen. uw

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