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Potsdam Katjes feiert süßes Jubiläum in Potsdam
Lokales Potsdam Katjes feiert süßes Jubiläum in Potsdam
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17:00 26.10.2016
Werksleiter Andreas Respondek. Quelle: Julian Stähle
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Potsdam

Wie ein glänzendes braunes Band sieht die Masse auf dem Fließband aus. Sie wird in einen engen Kanal gepresst, dann senkt sich von oben eine gezackte Walze herab. Schon ist die Masse in einzelne Abschnitte unterteilt. Elegant wird das so geformte Band von einer weiteren Maschine umgedreht und weiter geteilt. Am Ende der Strecke verteilt ein wedelnder Maschinenarm einzelne braune Bonbons auf ein weiteres Förderband.

Eine Frau hat mit ihren Söhnen den ganzen Prozess von einem höher gelegenen Flur aus durch eine Gasscheibe beobachtet. „Ändern die eigentlich ihre Produktion auch?“, fragt sie. „Nein“, meint einer der Jungs. „Die machen seit Jahren das selbe.“ Das stimmt. Seit 2006 produziert das Süßwarenunternehmen Katjes an seinem Standort in Babelsberg die harten Lakritzbonbons.

Aus dieser zähen Masse werden Bonbons Quelle: Julian Stähle

Etwa zehn Mitarbeiter sind an diesem Vormittag an den Bändern und Maschinen beschäftigt. Die Handgriffe sitzen, die Arbeiter wirken konzentriert, aber entspannt. In den blitzsauberen Werkhallen scheint man ein „süßes“ Berufsleben zu führen. Schwer hängt der Lakritzduft in der Luft.

Der Hauptsitz liegt am Rhein

Es war ein Coup des im nordrhein-westfälischen Emmerich am Rhein beheimateten Unternehmens, als es vor genau zehn Jahren seinen schmucklosen Container in der Wetzlarer Straße 96 – 106 öffnete. Eine „gläserne Bonbonfabrik“ wollte der Süßwarenhersteller Katjes an einem hochfrequentierten Standort platzieren. Das Publikum sollte direkt aus dem Filmpark in das Fabrikgebäude wandern, durch eine Glasscheibe die Produktion von Lakritzbonbons in allen Details beobachten können und sich gleich im Direktverkauf zu günstigen Preisen mit Leckereien eindecken. So das Kalkül. Und die Rechnung ging voll auf. Die Katjes-Fabrik in Babelsberg kann sich über fehlende Kundschaft nicht beklagen. Auch die Frau mit ihren beiden Jungs deckt sich nach ihrem Blick in den lässig perfektionierten Betrieb der Hallen reichlich mit den bunten Bonbons des deutschlandweiten Sortimentes ein.

„Katjes in Potsdam – das ist eine Erfolgsgeschichte“, sagt Andreas Respondek, seit 2014 Werksleiter in der Landeshauptstadt. Begonnen habe die Produktion im Einschicht-betrieb, „mittlerweile haben wir durchgehend Dreischichtbetrieb“, sagt Respondek, der selbst neben Lakriz- am liebsten fruchtige Bonbons nascht.

Rund 1,2 Millionen Bonbons purzeln in Potsdam vom Band – pro Jahr. Quelle: Julian Stähle

„Wir sind total stolz auf unser zehnjähriges Jubiläum in Potsdam“, pflichtet Katjes-Sprecherin Gloria Thyssen dem Potsdamer Chef bei. Die Wahl des Standortes sei goldrichtig gewesen. Ein Beispiel: „Wir hatten ganz zu Beginn 60 Mitarbeiter“, sagt Thyssen, „heute sind es 80.“ Auch was die Struktur der Beschäftigten anbelangt, habe man die Versprechen gehalten: „Ein Drittel unserer Angestellte sind über 50 Jahre alt“, sagt Thyssen. Das sei wichtig für den regionalen Arbeitsmarkt.

Die geografische Lage sei eine gute Ergänzung zu dem Hauptsitz Emmerich am Rhein und der Fabrik für Brauseprodukte im baden-württembergischen Remshalden. „Auch als Ausflugsziel ist Potsdam eine tolle Destination“, so Thyssen. Damit habe auch vom Umfeld her alles gepasst.

1,2 Milliarden Bonbons pro Jahr

Jährlich purzeln in Potsdam 1,2 Milliarden Bonbons über die Förderbänder. Produziert werden in der Landeshauptstadt ausschließlich die Hartkaramelle. Über 100 verschiedene Produkte werden in der Wetzlarer Straße in die Tütchen abgefüllt. Eines der bekanntesten sind die „Sallos“ Lakritzbonbons, laut Thyssen „das einzige eckige Bonbon Deutschlands“, für das sogar Muskelmann Ralf Möller sein Werbe-Konterfei hergibt. Hundertfach stapeln sich die Kartons in den Potsdamer Werkhallen.

Unter anderem die Lakritzbonbons „Sallos“ werden in Potsdam gemacht. Quelle: Julian Stähle

Kein Wunder, dass sich zur Jubiläumsparty am Mittwochvormittag die beiden Geschäftsführer Tobias Bachmüller und Bastian Fassin angesagt haben. Grußworte wollen auch Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber und Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (beide SPD) sprechen. Letzterer sieht besonders in den 60 Dauerarbeitsplätzen einen Grund zum Feiern. Katjes sei ein wichtiger Arbeitgeber in der Landeshauptstadt. „Vor allem um die Beschäftigung von älteren Arbeitnehmern hat sich Katjes verdient gemacht“, sagt Jakobs der MAZ. Dies gehöre inzwischen zur Philosophie der Firma. Er wünscht der Fabrik, „dass sich die Erfolgsbilanz weiterhin fortsetzt“.

Ziel sei es in Potsdam schon immer gewesen, die Produktion der Süßwaren für das Publikum transparent zu machen, betont Katjes-Sprecherin Thyssen. In der gläsernen Fabrik Potsdams könnten die Besucher die gesamte Produktion von der Anlieferung bis zur Ausgabe verfolgen. „Nachhaltigkeit ist bei uns ein ganz wichtiges Thema“, betont Thyssen. Das Unternehmen wähle seine Zulieferer sehr sorgfältig aus. Die Rohstoffe müssten regional sein – und Kinderarbeit müsse kategorisch ausgeschlossen werden. In den Werkhallen selbst versuche Katjes konsequent Wasser zu sparen. Das gelinge mit der Wende zum Vegetarischen gut. Seit September dieses Jahres würden sämtliche Katjes-Produkte ohne tierische Gelatine und damit ausschließlich vegetarisch hergestellt. Die aktuelle Werbekampagne des Unternehmens hebt diesen Aspekt besonders hervor.

Schon von weiterem ist gut erkennen, was in der Fabrik produziert wird. Quelle: Julian Stähle

Für den Standort Potsdam spielt das allerdings nur eine Nebenrolle. Die dort produzierte Lakritz-Hartware ist sowieso schon seit 2006 absolut frei von tierischer Gelatine. Gelohnt hat sich das Engagement des am 23. November 1910 von Josef Langenberg in den Niederlanden gegründeten Unternehmens. Katjes, das erst 1950 mit dem Langenberg-Sohn Klaus Fassin in Deutschland eine Fabrik aufmachte, hat dieses Jahr auch den „Candy Kettle Club Award“ gewonnen. Seit 1973 zeichnen die im Candy Kettle Club vereinigten Süßwarenhersteller besonders clevere und hochwertig produzierende Firmen aus.

Brandenburgs Wirtschaftsminister Quelle: Julian Stähle

Von Rüdiger Braun

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