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Potsdam Katjes spendet prächtige Eisengussbänke
Lokales Potsdam Katjes spendet prächtige Eisengussbänke
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02:17 09.10.2015
Verpackt wie ein Bonbon – am Dienstag wurden die Eisengussbänke am Schloss Babelsberg enthüllt. Quelle: Peter Degener
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Babelsberg

Vier prächtige Bänke aus Eisenguss ermöglichen am Schloss Babelsberg seit Dienstag wieder einen ganz besonderen An- und Ausblick. Die neugotischen, weiß gestrichenen Bänke gehören zur reichen Originalausstattung des Schlossumfelds und konnten durch eine Spende der in Babelsberg ansässigen Süßwarenherstellers Katjes kopiert und aufgestellt werden.

Das Original erkennt man an der „Narbung“ durch Korrosion

Auch das einzig erhaltene Original der Schmuckbänke steht nun wieder vor dem Schloss. Das wie ein Bonbon verpackte Kunstwerk wurde gemeinsam von Hartmut Dorgerloh, Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG), und Katjes-Geschäftsführer Tobias Bachmüller enthüllt.

Katjes-Geschäftsführer Tobias Bachmüller (l.) und Stiftungsdirektor Hartmut Dorgerloh enthüllten die Eisengussbänke am Dienstag. Quelle: Christel Köster

„Es gibt keinen besseren Platz, um die deutsche Einheit in Form der immer noch zweifarbigen Glienicker Brücke zu sehen“, sagte Bachmüller beim ersten Probesitzen. Tatsächlich reicht der Blick vom Schloss hinunter weit in das Weltkulturerbe mit der Brücke im Zentrum hinein. „Die Besucher können auf den Bänken nun wieder Teil des engen Zusammenhangs von Schloss und Garten werden“, sagte Dorgerloh. Schloss Babelsberg und seine unmittelbare Umgebung mit Terrassen und vielfältigen Gartenpartien seien besonders eng miteinander verbunden.

Diese Privataufnahme aus den 1930er Jahren zeigt die Bänke, bevor sie in der Nachkriegszeit schwer beschädigt wurden. Damals waren die Bänke auch noch grün und anthrazit gestrichen – heute strahlen sie wieder im originalen beinahe weißen Grauton. Quelle: SPSG

Ursprünglich standen mindestens acht derartige Bänke im Eingangsbereich des Schlosses unter der Pergola, die derzeit noch saniert wird. Falls sich weitere Spender finden, sollen auf Grundlage der Abgüsse auch weitere Exemplare aufgestellt werden.

Auch der Geysir unterhalb des Schlosses ist eine Katjes-Spende

Die anderthalb Meter breiten Bänke mit gotischen Maßwerkverzierungen wurden zwischen 1844 und 1849 gegossen. Damals war Prinz Wilhelm, später der erste deutsche Kaiser, zum Kronprinzen avanciert, weshalb sein Wohnsitz Schloss Babelsberg durch die Architekten Ludwig Persius und Johann Heinrich Strack repräsentativ ausgebaut wurde. Von wem der Entwurf des Gartenmöbels stammt, wisse man aber nicht, so Dorgerloh. Noch bis in die Nachkriegszeit standen die Bänke am Schloss, bevor sie wegen schwerer Beschädigungen entfernt werden mussten.

Der neogotische Stil ist von durchbrochenem Maßwerk geprägt. Quelle: Christel Köster

„Katjes ist eine feste Bank in der Zusammenarbeit mit der Stiftung“, scherzte Dorgerloh bei der Enthüllung. Das Unternehmen hat seit 2006 mittlerweile drei Projekte der Schlösserstiftung finanziert: Der Geysir unterhalb von Schloss Babelsberg wurde bereits 2006 durch die Firma wiederhergestellt. 2012 spendete Katjes ein Bronze-Tastmodell des Parks Sanssouci, das insbesondere blinde Gäste erfühlen lässt, welche Dimensionen der Park hat. Mit den Eisengussbänken hat sich das Unternehmen erneut hervorgetan.

Die Sanierung von Schloss Babelsberg

Seit 2013 wurden insgesamt 9,7 Millionen Euro aus Mitteln des sogenannten Masterplans von Bund und Ländern am Schloss Babelsberg investiert.

Fassaden und Dächer sind beinahe fertig – in zwei Wochen wird das letzte Gerüst abgebaut. Auch die kleinteiligen Sprossenfenster aus der Nachkriegszeit wurden durch großflächige, sprossenlose Fensterscheiben nach historischem Vorbild ersetzt.

Mitte 2016 sollen die Wasserspiele rund um das Schloss erstmals nach Jahrzehnten wieder in Betrieb gehen.

Durch einen zweiten Masterplan, der derzeit verhandelt wird, soll die Restaurierung der Innenräume finanziert werden.

Die Restaurierung der noch erhaltenen Bank habe nur etwa 5000 Euro gekostet und sei aus Mitteln des „Masterplans“ von Bund und Ländern zur Sanierung der Schlösser und Gärten finanziert.

Das Spendenangebot kam gerade rechtzeitig

Das Spendenangebot von Katjes kam gerade rechtzeitig, weil die historische Bank für die Restaurierung bereits zerlegt war. Für die Abformung der insgesamt sieben gusseisernen Teile und den Guss von drei neuen Bänken spendete das Unternehmen einen „mittleren fünfstelligen Betrag“, sagte Bachmüller.

Die einzige original erhaltene Bank vor der Restaurierung. Quelle: SPSG

Besucher können die Originalbank anhand der ausgeprägteren „Narbung“ des Eisens erkennen – ihre Oberfläche ist durch Korrosion nicht so glatt, wie bei den Nachgüssen.

Von Peter Degener

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