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Kaufangebot für FH abgelehnt

Streit um DDR-Gebäude Kaufangebot für FH abgelehnt

Sanierungsträger hält Offerte des Bündnisses „Stadtmitte für alle“ für substanzlos. Das Bündnis kontert: Es sei „befremdlich“, dass der Sanierungsträger auf unser Angebot antwortet. „Er ist gar nicht unser Adressat, sondern die Stadt.“

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Für die einen ein bezaubernder Anblick, für die anderen ein Schandfleck – die FH gegenüber vom Landtag,
 

Quelle: Friedrich Bungert

Innenstadt .  Erst am Mittwoch hat das Bündnis „Stadtmitte für alle“ sein Kaufangebot für die Fachhochschule am Alten Markt unterbreitet – doch schon wenige Tage später ist der Traum höchstwahrscheinlich ausgeträumt: „Das Angebot ist substanzlos und nicht belastbar“, begründete Sanierungsträger-Geschäftsführer Bert Nicke am Freitag seine Ablehnung des Angebots. Die Kritik macht sich vor allem an den fehlenden Finanzierungsnachweisen fest.

Der Sanierungsträger vermarktet im Auftrag der Stadt die Flächen auf dem Areal der Fachhochschule, die im Herbst abgerissen werden soll. Noch fehlt die offizielle Absage der Stadt an das Bündnis. Auch vom Land, das aktuell noch Eigentümerin des FH-Gebäudes ist und auch ein Kaufangebot vom Bündnis bekommen hat, gibt es keine Antwort. Nicke machte deutlich: „Solange die Stadtverordnetenversammlung keine anderen Beschlüsse fasst, wird das Investorenauswahlverfahren wie geplant weitergeführt.“

Bert Nicke

Bert Nicke

Quelle: Friedrich Bungert

Wie berichtet, wollen die Abrissgegner mit ihrer Offerte, Stadt und Land in Sachen FH zum Umdenken zu bewegen. Ihr Ziel: In dem DDR-Gebäude ein „Haus der Stadtgesellschaft“ mit Räumen für die Kreativwirtschaft bis hin zu Wohnungen und Probenräumen zu schaffen.

Aber: „Für mich ist der Zug abgefahren“, sagte Nicke in Richtung des Stadtmitte-Bündnisses. Die Einreichfrist für die Ausschreibung der Baulose im ersten Wohnblock auf dem FH-Areal sei schon am 18. Mai abgelaufen. Jetzt das Verfahren abzubrechen, wäre gegenüber den 43 Bietern „schlicht unfair und unseriös“.

Blick auf die FH vom Alten Markt aus

Blick auf die FH vom Alten Markt aus.

Quelle: Christel Köster

Als Schwachstelle nannte Nicke die fehlenden Finanzierungsnachweise in dem Kaufangebot: „Das entspricht nicht im mindesten den Anforderungen, die wir hinsichtlich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gestellt haben.“ So würde keine belastbare Erklärung des Mietshäusersyndikats vorliegen, das vom Bündnis als möglicher Partner genannt wird. Stattdessen heißt es nur: „Das Mietshäusersyndikat ist in den bisherigen Planungsprozess eingebunden und informiert.“

Protestplakat an der FH gegen den Abriss

Protestplakat an der FH gegen den Abriss.

Quelle: Archiv

Auch die im Angebot aufgeführte gemeingutorientierte Trias-Stiftung kommt aus Sicht des Sanierungsträgers nicht als Finanzier infrage. „Die Stiftung sagt selber: Wir haben leider kein Geld, um Grundstücke zu kaufen“, verwies der Sanierungsträger-Chef auf die Selbstdarstellung der Stiftung im Internet.

Von Seiten der GLS-Gemeinschaftsbank – einer weiteren möglichen Partnerin – liege ebenfalls kein Finanzierungsnachweis vor. Stattdessen werde lediglich „die Absicht formuliert, einen solchen Finanzierungsprozess mit der Initiative anzugehen“.

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Potsdam, 13. Juli 2017: Aktivisten haben am Donnerstag die Fachhochschule am Alten Markt besetzt, um gegen den geplanten Abriss zu protestieren.

Quelle: MAZonline

Der Sanierungsträger hakte in den letzten Tagen telefonisch bei der Bank nach – mit der Auskunft, dass „aufgrund fehlender Informationen“ keine Kreditentscheidung zur Finanzierung des Ankaufs getroffen worden sei, berichtete Nicke. Er rechnet durchaus mit Reaktionen auf die Absage: „Man kann sich darauf verlassen, dass die Abrissgegner ihre Enttäuschung in Form einer medienwirksamen Aktion nach außen kundtun werden.“

Bert Nicke und Sigrun Rabbe (beide Sanierungsträger) präsentieren ein Modell der künftigen Potsdamer Mitte

Bert Nicke und Sigrun Rabbe (beide Sanierungsträger) präsentieren ein Modell der künftigen Potsdamer Mitte.

Quelle: Pro Potsdam

Auch die Initiative „Mitteschön“ äußerte sich zum Kaufangebot des Stadtmitte-Bündnisses und den Finanzierungsplänen. „Es gibt nur angedachte, nicht gesicherte Modelle“, kritisierte Sprecherin Barbara Kuster: „Hier wird mit Gefühlen und Sorgen von Menschen in dieser Stadt ein böses, politisches Spiel gespielt.“ Der Bedarf der Kreativwirtschaft sei zwar unbestritten, allerdings gebe in der Mitte zahlreiche öffentliche Räume für Kultur, Bildung und Wissenschaft.

Barbara Kuster

Barbara Kuster

Quelle: Archiv

André Tomczak, Sprecher des Mitte-Bündnisses, reagierte verwundert auf Nickes Äußerungen: „Es ist für uns befremdlich, dass der Sanierungsträger auf unser Angebot antwortet – er ist gar nicht unser Adressat, sondern die Stadt.“

André Tomczak bei der Übergabe des Kaufangebots an Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD)

André Tomczak bei der Übergabe des Kaufangebots an Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD).

Quelle: Friedrich Bungert

Von Ildiko Röd

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