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Kaum Wohnungen für Studenten

250 Wohnheims-Plätze in Potsdam würden 15 Millionen Euro kosten Kaum Wohnungen für Studenten

Studenten finden Potsdam immer weniger bezahlbare Wohnungen. 2360 Wohnheimsplätze für Studenten gibt es in der Landeshauptstadt - aber die reichen nicht aus. Das zeigt jetzt auch eine Studie, die am Mittwoch im Finanzaussschuss diskutiert wird.

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Quelle: Michael Hübner

Potsdam. Danach kommen in Potsdam aktuell 2360 Wohnheimplätze auf 24920 Studenten. Damit können nur 9,5 Prozent der Studierenden mit einem Wohnheimplatz versorgt werden. Potsdam liegt damit unter dem bundesweiten Durchschnitt von 10,6 Prozent. Im Vergleich zu anderen Hochschulstädten sieht es noch dramatischer aus: Tübingen kann 20 Prozent, Weimar sogar ein Viertel ihrer Studenten mit einem Wohnheimplatz ausstatten.

Aus der brisanten Studie geht auch hervor, dass die Stadt Potsdam gegen den akuten Mangel von Wohnheimplätzen selbst nichts tun kann. Die Bereitstellung von günstigem Wohnraum für Studenten sei Landesaufgabe, heißt es in der Zusammenfassung der Studie. Zum vergangenen Wintersemester kam es zum ersten Mal dazu, dass Bewerber auf einen Wohnheimplatz abgewiesen werden mussten. Bis dahin hatten die verfügbaren Plätze immer ausgereicht.

„Dasselbe kündigt sich für diese Periode wieder an. Über die Auswirkungen wissen wir allerdings noch zu wenig. Im Zweifelsfall zwingt es diejenigen Studierenden, die keinen Platz bekommen, auf teurere Wohngelegenheiten auszuweichen“, sagt Vincent Heßelmann, Ko-Referent für Campuspolitik des Allgemeiner Studierendenausschuss der Universität Potsdam (Asta). Allerdings gibt bereits Vorplanungen für weitere Wohnheime in Potsdam. Das Studentenwerk verhandelt etwa mit dem Land über Grundstücke im östlichen Teil des Fachhochschul-Campus im Bornstedter Feld, wo rund 60 neue Plätze entstehen könnten. Auch am Standort Golm gibt es Pläne für einen Ersatzneubau für die Wohnheime an der Babelsberger Karl-Liebknecht-Straße, die sich in schlechtem baulichen Zustand befinden. Mit Umsetzung des Neubaus könnten durch Aufstockung zusätzliche 70 Plätze entstehen. Insgesamt sind aktuell acht Bauprojekte in der Planung. Dabei könnten insgesamt 2195 neue Wohnungen für Studenten entstehen.

Für die geplanten Wohnheime fehlt derzeit aber in erster Linie das Eigenkapital des Studentenwerks. Eine Neubau-Förderung ist weder durch das Land noch durch den Bund absehbar. Die Stadt Potsdam habe in den letzten Jahren wiederholt die Bedeutung einer solchen Förderung für das Studentenwerk gegenüber dem Land betont. „Der durchschnittliche Mietpreis einschließlich Nebenkosten je Wohnheimplatz in Potsdam beträgt 219,04 Euro“, sagt Peter Heiß, Assistent der Geschäftsführung des Studentenwerks. Im neugebauten Wohnheim in Golm zahlen Studenten 220 bis 290 Euro pro Platz, je nach Größe der Wohnungen. Dieser geringe Mietpreis kann in der freien Wohnungswirtschaft nicht erreicht werden.

Ziel des Studentenwerks ist es, den bundesweiten Versorgungsrad (10,6 Prozent) zu erreichen. „Eine Erhöhung des Angebots an Wohnraum für Studierende in Potsdam durch das Studentenwerk um nur ein Prozent bedeutet die Schaffung von zusätzlichen 250 Wohnheimplätzen. Das Investitionsvolumen hierfür beträgt 15 Millionen Euro“, so Peter Heiß.

Aus eigener Kraft könne das Studentenwerk eine solche Versorgungsquote nicht erreichen. „Wir sind im Gespräch mit der Stadt. Der Fairness halber sollte man jedoch nicht unerwähnt lassen, dass nicht die Städte, Kommunen und Gemeinden für das Studentenwerk zuständig sind, sondern das Land Brandenburg“, sagt Heiß. Für die Zukunft wünsche man sich für die Schaffung von Wohnraum eine direkte Beteiligung seitens des Bundes, wie es sie bis zum Jahr 1997 durch das Bund-Länder-Programm bereits einmal gab.

Studentenwohnheime sind nicht nur günstiger Wohnraum für deutsche Studenten. Auch Austauschstudenten haben oft keine andere Möglichkeit, als hier unterzukommen. „Viele Wohngemeinschaften wollen keine Personen annehmen, die sie vorher nicht gesehen haben, was eine Suche aus dem Ausland für Austauschstudenten zusätzlich erschweren kann. Deshalb sind Wohnheime so wichtig“, sagt Asta-Mann Heßelmann.

Von Friederike Steemann

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