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Potsdam Kein Extrageld für gefährdetes Orchester
Lokales Potsdam Kein Extrageld für gefährdetes Orchester
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01:15 05.08.2018
Auf dem früheren Studio-Parkplatz haben die Arbeiten am „Verbau“ begonnen. Im Hintergrund grün bewachsen das frühere Studiokino Defa 70, in dem die Spezialfirma Rotor Film arbeitet – Wand an Wand mit dem Filmorchester. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam-Babelsberg

Intendant Klaus-Peter Beyer nannte höhere Subventionen als einzigen Weg aus der existenziellen Krise im Zusammenhang mit einer Baustelle unmittelbar neben dem Orchesterstudio. Der Sprecher des Kulturministeriums, Martin Sand, erklärte auf MAZ-Anfrage, das Land habe seine Jahresförderung für das Filmorchester zuletzt 2017 auf 1,7 Millionen Euro erhöht. 2015 und 2016 sei das Orchester mit 1,4 Millionen, zuvor mit 1,3 Millionen Euro jährlich gefördert worden.

Aktuell gehe es um die Frage, wie das Orchester seinen Betrieb auch bei Beeinträchtigung durch Baumaßnahmen fortführen kann, so der Sprecher. Wie berichtet, erklärte der Intendant, das Orchester könne bei Baulärm und Erschütterungen in der Nachbarschaft nicht arbeiten und sei deshalb zum Aufgeben gezwungen.

Politiker kritisieren Stadt und Ministerium für „Durchhalteparolen“

Die Potsdamer Rathaus-Pressestelle ließ die Frage nach den Möglichkeiten für eine Überlebens-Finanzspritze durch die Stadt unbeantwortet, verwies statt dessen auf Krisengespräche. Am Montag gebe es ein Treffen von Baudezernent Bernd Rubelt (parteilos) mit Rainer Walleser, Kultur-Abteilungsleiter im Ministerium. Auch ein weiteres Treffen mit allen Beteiligten sei in der kommenden Woche geplant.

Unterdessen verschärft sich der Ton der Kritik aus dem politischen Raum. Stadtspitze und Landesministerium begnügten sich mit „Durchhalteparolen“, erklärte der CDU-Landtagsabgeordnete Steeven Bretz: Es sei „unbegreiflich, wie angesichts umfangreicher Genehmigungsverfahren für Bauvorhaben eine derartige Situation entstehen konnte“.

„Geradezu absurd“

Die Oberbürgermeisterkandidatin der Linken, Martina Trauth, erklärte, dass „so etwas überhaupt möglich ist, zeigt dass der Verwertungsdruck auf dem Potsdamer Immobilienmarkt unbedingt stadtplanerisch gesteuert und begrenzt werden muss“. Es wäre „geradezu absurd, wenn die Errichtung eines Bürogebäudes eine hundertjährige Orchestertradition beenden würde“.

Warum muss das Filmorchester aufhören?

In der Debatte um das angekündigte Aus des Filmorchester Babelsberg wegen Baulärms setzt die Stadt Potsdam weiter auf eine Verhandlungslösung. Aber wie konnte der Konflikt überhaupt derartig eskalieren? Antworten auf die wichtigsten Fragen lesen Sie an dieser Stelle.

Das Filmorchester habe „in der deutschen Filmmusikproduktion eine einzigartige Stellung und ist eine nicht zu ersetzende Bereicherung der deutschen Orchesterlandschaft“, erklärte Gerald Mertens, Geschäftsführer der Deutschen Orchestervereinigung (DOV).

Mertens erinnert daran, dass die Bundesregierung bei der Unesco in Paris den Antrag zur Nominierung der deutschen Theater- und Orchesterlandschaft als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit gestellt habe.

Bauträger: Orchester und Arbeitsplätze nicht gegeneinander ausspielen

Die Bauträgergesellschaft KW Development, die am Mittwoch mit ersten Arbeiten für das umstrittene Bürogebäude am Haupteingang von Studio Babelsberg begonnen hat, forderte, Orchester und Arbeitsplätze „nicht gegeneinander auszuspielen“.

Mit dem Bau soll nach Firmenangaben in den nächsten eineinhalb Jahren auf mehr als 7000 Quadratmetern Platz für 26 Büroeinheiten und 400 Mitarbeiter geschaffen werden. KW Development sieht bei der Sicherung des Aufnahmestudios zuerst Studio Babelsberg als Vermieter in der Pflicht. Von dort gab es noch keine Stellungnahme.

Das Filmorchester und die ebenfalls durch den Baubetrieb gefährdete Spezialfirma Rotor Film haben insgesamt fast 100 Beschäftigte.

Von Volker Oelschläger

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