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Potsdam Kein Pils mehr im Bürgershof
Lokales Potsdam Kein Pils mehr im Bürgershof
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21:23 12.03.2018
Die beliebte Ausflugsgaststätte Bürgershof bleibt wohl für immer geschlossen. Quelle: Foto: Julian Stähle
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Klein Glienicke

Das letzte Stündlein für die Traditionsgaststätte Bürgershof in Klein Glienicke hat offenbar nun doch geschlagen: Der Biergartenbetrieb wird nicht mehr wiedereröffnet. Das teilte der Geschäftsführer der Bürgershof GmbH, der Berliner Rechtsanwalt Gunnar Schnabel, am Montag auf MAZ-Anfrage mit. Auch für 2019 sieht Schnabel keine Chance mehr für einen Weiterbetrieb. Stattdessen will Schnabel Wohnungen auf dem Filetgrundstück in begehrter Lage bauen – mindestens zwei Mehrfamilienhäuser könnten realisiert werden. Ob der Bürgershof stehen bleibt und für Wohnnutzung umgebaut oder gänzlich für einen Neubau abgerissen wird, sei noch offen, sagte der Eigentümer gestern.

Damit zerschlagen sich endgültig alle Hoffnungen auf einen Weiterbetrieb der idyllischen Gaststätte mit Havelblick. Nachdem dem bisherigen Pächter gekündigt worden war, hatte die MAZ bereits im August 2017 geschrieben, dass der Weiterbetrieb äußerst fraglich sei. Damals dementierte die Bürgershof GmbH vehement. Der Bürgershof werde nach einer Pause samt Renovierung im Frühjahr wieder neu eröffnen, hieß es. Im März sollte es dann aber mit frisch gezapftem Pils und regional ausgerichteter Küche weitergehen.

Bürgershof-Eigentümer Schnabel sieht die Schuld an dem „Aus“ für den Biergartenbetrieb bei der Baubehörde. Diese habe – gemeinsam mit der Schlösserstiftung und der Unteren Denkmalbehörde – seine weitreichenden Pläne für die Umgestaltung der Außenanlagen durch Verschleppung torpediert. Bereits im Oktober 2017 habe er die notwendigen Unterlagen mit der Genehmigungsbehörde abgestimmt – doch passiert sei bis heute nichts. Fazit: „Der gewünschte Biergartenbetrieb kann, selbst wenn die Genehmigung demnächst erteilt werden würde, nicht mehr aufgenommen werden.“ Die Saison stehe vor der Tür. Mittlerweile sei es unmöglich, Personal für den Gastronomiebetrieb und eine Gartenbaufirma für die Umgestaltung der Außenanlagen zu bekommen.

Restaurant mit bewegter Geschichte

Der Bürgershof war im Jahr 1873 errichtet worden, 1941 wurde der Betrieb kriegsbedingt eingestellt.

Nach dem Krieg wurde das Areal an der „Sektorengrenze“ bis Anfang der 1950er-Jahre als „Tanzpalast“ genutzt. 1971 ließ die DDR das Hotel für den Ausbau der Grenzanlagen sprengen und das Gelände einebnen.

Nach der Wende fiel das Areal zunächst der Stadt Potsdam zu. 2002 erhielten es die vormaligen Eigentümer nach langem Rechtsstreit nach dem Mauergrundstücksgesetz zurück. Nach der Sanierung der Stehbierhalle wurde der Restaurantbetrieb ab Sommer 2004 wieder aufgenommen.

Umstritten bleibt, ob und inwieweit das Lokal unter Denkmalschutz steht, ob Abriss und Neubau genehmigt würden und ob das Bauvorhaben mit dem Uferwegekonzept der Stadt vereinbar ist. Ein Urteil des Potsdamer Verwaltungsgerichts aus dem Jahr 2008 wird von Eigentümer und Denkmalamt je nach Sichtweise interpretiert.

Die Stadt sieht dies etwas anders: „Den Vorwurf, die Schlösserstiftung oder die Genehmigungsbehörde würde die Wiedereröffnung des Bürgershofs verhindern, weisen wir zurück. Der Betreiber kann jederzeit den Biergarten in seiner bisherigen Form eröffnen, dem steht keine Behörde im Weg“, erklärte Stadtsprecher Jan Brunzlow auf MAZ-Anfrage. Der geplante Umbau des Biergartens, für den Ende November 2017 ein Antrag gestellt wurde, sei allerdings genehmigungspflichtig. Ein Bescheid stehe dazu noch aus. Ähnlich äußerte sich die Schlösserstiftung: „Die Stiftung verhindert nicht“, erklärte Sprecher Frank Kallensee auf Nachfrage. Im Gegenteil: Man stehe der Wiedereröffnung positiv gegenüber. Allerdings habe ein Lageplan mit Legende gefehlt, um den Vorgang formal richtig abzuschließen – da dieser nun nachgereicht worden sei, stehe den Plänen des Investors aus Sicht der Stiftung nichts mehr entgegen

Im Zuge der Verschönerung der Außenanlagen wollte dieser die Zahl der Autostellplätze zugunsten von hundert Rad-Stellplätzen reduzieren. Und: „Die sandige und öde Biergartenfläche soll durch Anpflanzung von zwei Baumalleen mit Kugelrobinien und Kugelahorn-Bäumen begrünt und beschattet werden und so wieder anknüpfen an den herrlichen alten Biergartenbaumbestand, der von den Grenztruppen der DDR für ein freies Schussfeld gerodet worden war“, so Schnabel. Auch sollte auf vielfachen Wunsch von Eltern der Kinderspielplatz an die Biergartenfläche heranrücken.

Von Ildiko Röd und Jens Trommer

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