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Potsdam „Kein zweiter Fall Döpfner“
Lokales Potsdam „Kein zweiter Fall Döpfner“
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19:52 20.01.2016
Die Villa Jacobs am Jungfernsee wurde vor einigen Jahren rekonstruiert. Im Park befand sich einst ein Hippodrom. Quelle: Köster
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Potsdam

Das ehemalige Hippodrom am Jungfernsee wird wahrscheinlich nicht „wiederauferstehen“. Villa-Jacobs-Besitzer Stefan Ludes würde die historische Wegeführung zwar rekonstruieren, sie aber dann einzäunen lassen – die Öffentlichkeit wäre ausgesperrt und könnte das Hippodrom nur durch den Zaun bewundern. Dafür müssten die Stadtverordneten einer Umwidmung von öffentlicher Waldfläche in eine private Grünfläche zustimmen. Im Bauausschuss am Dienstag wurde leidenschaftlich darüber diskutiert. Eine einvernehmliche Lösung mit Ludes dürfte allerdings in weiter Ferne liegen.

Für die Rekonstruktion des Hippodroms müsste ein Waldstück auf dem Grund und Boden von Ludes gerodet werden. Das Problem aus Sicht etlicher Stadtverordneter: „Seit 1871 ist Waldfläche in Deutschland für jedermann öffentlich zugänglich“, verwies SPD-Fraktionsvize Pete Heuer auf den Anspruch der Bevölkerung. Öffentlich genutztes Land könne nicht einfach so umgewandelt werden.

„Bevölkerung soll nicht wie Garfield am Zaun hängen“

Michél Berlin (Linke) konnte das Vorhaben des Villa-Jacobs-Besitzers gar nicht fassen. Sein empörter Kommentar: „Die Bevölkerung soll nicht wie Garfield am Zaun hängen.“

Auch Ausschussvorsitzender Ralf Jäkel (Linke) ergriff in seiner Eigenschaft als Ausschussmitglied die Stimme – um sich ebenfalls eindeutig gegen das Vorhaben auszusprechen: „Meine Unterstützung findet es nicht, dass es dort eine Rekonstruktion geben könnte, bei der die Öffentlichkeit mittels Zaun und Tür ausgesperrt wird.“

Das Thema emotionalisierte am Dienstagabend sichtlich: „Wir wollen keinen zweiten Fall Döpfner“, riefen einige Stadtverordnete unter Anspielung auf den Pfingstberg-Streit.

Saskia Hüneke, Bauexpertin der Bündnisgrünen, favorisiert hingegen die Hippodrom-Pläne und wandte sich gegen die Kritiker im Raum: „Ich bedaure, was für einen geringen Wert die Wiederherstellung alter Kulturgüter – also Teilen der Potsdamer Kulturlandschaft – in der Politik hat“, sagte sie.

Villa Jacobs wurde von Stararchitekt Persius erbaut

Die Villa Jacobs liegt am Hochufer des Jungfernsees nahe der historischen Parkanlage des Neuen Gartens mit dem Schloss Cecilienhof und dem Marmorpalais. Friedrich Ludwig Persius erbaute die Villa 1835 im toskanischen Landhausstil als Turmvilla durch den Zuckersiedefabrikanten L.F. Otto Jacobs.

Am Ende des 18. Jahrhunderts befand sich auf dem ehemaligen Grundstück der Villa Jacobs ein Kaffeehaus mit Gastwirtschaft und Weinberg. Dieses Lokal war wegen seiner herrlichen Aussicht sehr beliebt. Der schöne Uferweg, der die Potsdamer entlang dem Jungfernsee dorthin führte, wurde „Weg nach Bertini“ genannt (heutige Bertinistraße).

Die gesamte Parkanlage der Villa Jacobs ist seit 20. Juni 2013 als Parkdenkmal in die Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragen und erstreckt sich bis zum Ufer des Jungfernsees, welcher im Landschaftsschutzgebiet „Königswald mit Havelseen und Seeburger Agrarlandschaft“ liegt.

Von Ildiko Röd

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