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Potsdam Keine Brennpunkte bei der Schulweg-Sicherheit
Lokales Potsdam Keine Brennpunkte bei der Schulweg-Sicherheit
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20:33 03.04.2018
Die Stadt Potsdam sieht keine Brennpunkte bei der Schulwegsicherheit. Quelle: Picasa
Potsdam

Die Potsdamer Schulwege für Grundschüler gelten als „grundsätzlich sicher“. Zu diesem Ergebnis kommt die Stadtverwaltung im aktualisierten Schulwegsicherungskonzept, das kommende Woche den Stadtverordneten vorgestellt wird. „Wir haben einen sehr guten Überblick über 44 Schulstandorte gewonnen. Es gibt keinen Standort wo es brennt“, sagte Potsdams Bildungsbeigeordnete Noosha Aubel (parteilos) am Dienstag.

„Selbstständigkeit ist ein Zugewinn für die Entwicklung des Kindes“

„Das subjektive Empfinden der Eltern kann davon abweichen. Das Sicherheitsbedürfnis ist in den letzten Jahren größer geworden“, sagte Aubel und appellierte zugleich an Eltern, ihre Kinder nicht zwingend mit dem Auto bis vor das Schultor zu bringen. Stattdessen sollten sie den Kindern möglichst früh den Umstieg auf das Fahrrad ermöglichen. „Diese Selbstständigkeit ist ein Zugewinn für die Entwicklung des Kindes, aber wir können als Stadt eine solche Entscheidung den Eltern nicht abnehmen“, so Aubel.

Viele neue Fahrrad-Stellplätze sollen entstehen

Doch ein Blick in den Maßnahmenkatalog des Konzepts macht deutlich, dass Stadt und Schulen nicht nur auf Querungshilfen, Schülerlotsen oder freie Sicht vor den Eingängen der Schulen setzen. An zwölf der untersuchten Standorte sollen beispielsweise Fahrrad-Stellplatzanlagen umfangreich erweitert werden.

Für alle Maßnahmen, die die Schulwegsicherheit auf den neuesten Stand bringen würde, nennt die Verwaltung einen Finanzbedarf von 1,5 Millionen Euro. Es handelt sich dabei vor allem um sehr kleinteilige Maßnahmen wie Veränderungen an der Beleuchtung und Beschilderung, Poller, „Drängelgitter“ am Straßenrand und Querungshilfen. Doch genauso wichtig scheinen Aufklärungsarbeit bei Schülern und eine Sensibilisierung der Eltern.

An zwei Schulen ist der Bedarf für Verbesserungen größer

Vor allem an zwei Potsdamer Schulen werden umfangreichere Maßnahmen aufgeführt. So ist allein für die Fahrländer Regenbogenschule mit knapp 700 000 Euro fast die Hälfte des Gesamtbedarfs nötig. Grund dafür ist, dass für sichere Schulwege im Potsdamer Norden auch manche Kreuzung umgebaut oder ganze Gehwege ausgebaut werden müssen. So wird im Fahrländer Fall der Gehweg zum Wohngebiet Am Upstall mit 162 000 Euro und die Weiterführung der Wege bis Satzkorn und bis in den Ortskern Fahrland mit 400 000 Euro aufgeführt.

An der Karl-Foerster-Schule in Bornstedt werden mehrere Maßnahmen über insgesamt 95 000 Euro aufgeführt, um Fahrradständer oder einen besseren Überblick an der Buswendeschleife der Kirschallee zu schaffen.

Arbeitskreis soll Reihenfolge für Maßnahmen festlegen

Als nächstes wird sich ein Arbeitskreis aus Mitarbeitern verschiedener Fachbereiche, dem Radverkehrsbeauftragten der Stadt und Vertretern der Polizei neu konstituierten. Die Gruppe soll noch vor den Sommerferien aus dem Maßnahmenkatalog des Konzepts eine Prioritätenliste erarbeiten. 2017 hatte die Stadt 50 000 Euro für die Schulwegsicherung im Haushalt zur Verfügung – genug, um etwa drei Schulen mit jeweils über 100 neuen Fahrradstellplätzen auszustatten. Im neuen Haushalt sind nun 100 000 Euro für 2018 und 200 000 Euro für 2019 vorgesehen. Für die Fahrrad-Stellplatzanlagen könnenzusätzlich 125 000 Euro investiert werden.

Die überprüften Schulstandorte

Schulwegsicherung beschäftigt die Stadt schon lange. Bereits 1992 wurde ein erstes Konzept mit Maßnahmen vorgestellt, das 1997 fortgeschrieben worden ist. 2009 wurde erstmals ein Konzept erstellt, das alle Schulen mit Primarstufe berücksichtigte – unabhängig von der Trägerschaft.

Dieses Papier wurde nun erneut weiterentwickelt. Bei den 44 untersuchten Schul-Standorten handelt es sich nicht nur um reine Grundschulen, sondern alle Schulen, an denen jüngere Schüler lernen. Deshalb sind im Konzept zum Beispiel auch Gymnasien berücksichtigt, an denen es Leistungs- und Begabten­klassen mit Fünft- und Sechstklässlern gibt.

Von Peter Degener

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