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Potsdam Keine Chance für das „Minsk“
Lokales Potsdam Keine Chance für das „Minsk“
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02:17 04.07.2015
Blick auf die Ruine des Terrassenrestaurants „Minsk“ Quelle: Christel Köster
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Potsdam

Die Tage des ehemaligen Terrassenrestaurants „Minsk“ am Brauhausberg sind offenbar gezählt. Sozialdezernentin Elona Müller-Preinesberger (parteilos) gab am Mittwoch vor den Stadtverordneten bekannt, dass es für eine vom Landessportbund (LSB) in dem Gebäude geplante sportbetonte Kindertagesstätte mit bis zu 220 Plätzen keine Bedarf gebe. Die Aufnahme des „Minsk“ in die Kita-Bedarfsplanung war eine von der Verwaltung genannte Bedingung für Übergabe der Immobilie.

Dem LSB sei die Absage bereits am 5. Juni mitgeteilt worden, sagte Müller-Preinesberger am Mittwoch in ihrer Antwort auf eine kleine Anfrage von Linken-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg. Zwei Tage vorher, am 3. Juni, hatte die Dezernentin vor den Stadtverordneten ebenfalls auf eine kleine Anfrage Scharfenbergs mitgeteilt, dass sie noch vor der Sommerpause mit einem Ergebnis der Gespräche zwischen Stadt und LSB rechne. Auf Nachfrage versicherte sie damals: „Ich denke, wir sind auf einem guten Weg.“

Der Abriss des in den 1970er Jahren errichteten Gebäudes war schon längere Zeit spruchreif. Die Rathausspitze will damit Platz für Wohnhäuser schaffen. Der kalkulierte Verkaufserlös in Höhe von 1,5 Millionen Euro soll zur Finanzierung des Badneubaus am Brauhausberg beitragen. Gegen den drohenden Abriss des Gebäudes gab es zahlreiche Initiativen. Das Landesamt für Denkmalschutz lehnte 2011 die Eintragung des „Minsk” in die Denkmalliste ab.

Das Terrassenrestaurant „Minsk“

Das Terrassenrestaurant „Minsk“ wurde 1971 bis 1977 nach einem Entwurf der Architekten Karl-Heinz Birkholz und Wolfgang Müller errichtet. Das folkloristisch ausgestattete Lokal mit dem phänomenalen Weitblick hatte 190 Innen- und 120 Terrassenplätze.

Mit der vom Landessportbund im „Minsk“ geplanten sportbetonten Kita mit bis zu 220 Plätzen konkurrieren eine vom Evangelischen Jugendhilfe- und Fürsorgewerk (EJF) am alten Tramdepot in der Heinrich-Mann-Allee geplante Kita mit 120 Plätzen und eine Kinta mit 90 Plätzen in einer Siedlung mit Doppelhaushälften Am Havelblick auf dem Brauhausberg.

Als letzte Chance zum Erhalt des Hauses galt ein Interessenbekundungsverfahren für eine alternative Nutzung, bei dem sich der LSB 2014 mit einem Höchstgebot von 850 000 Euro gegen drei Konkurrenten durchsetzte. Auf Drängen der Stadt erhöhte der LSB sein Gebot auf 1,5 Millionen Euro. Hinzugekommen wären 3,5 Millionen Euro für Sanierung und Umbau.

Im Januar 2015 gab der Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses, David Kolesnyk (SPD), in der MAZ bekannt, dass es neben zwei ohnehin geplanten neuen Kitas im Umfeld des Brauhausberges keinen Bedarf für eine dritte gäbe. LSB-Chef Andreas Gerlach erklärte damals: Wenn das Engagement des LSB nicht erwünscht sei, „dann sollen sie uns doch sagen: Wir sollen da nicht rein“. Nun hat er es schriftlich.

Von Volker Oelschläger

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