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Unfallopfer fühlt sich nach Crash mit Unbekanntem im Stich gelassen Keine Polizei in Sicht

„Ein bisschen schlecht“ sei ihm gewesen, sagt Lutz Kirmse, als er nach dem Zusammenprall aus dem Auto gestiegen sei. Der Potsdamer war eben einer Katastrophe entgangen. In der langgezogenen Kurve der B2 in Krampnitz war ein Auto aus dem Gegenverkehr ausgeschert und hatte ihn seitlich gerammt, dass die Fetzen flogen. Doch der Unglücksfahrer – offenbar ein Raser – hielt nicht an: Unfallflucht. Doch die Polizei kam nicht.

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Quelle: dpa

Potsdam. „Ein bisschen schlecht“ sei ihm gewesen, sagt Lutz Kirmse, als er nach dem Zusammenprall aus dem Auto gestiegen sei. Der Potsdamer war eben einer Katastrophe entgangen. In der langgezogenen Kurve der B2 in Krampnitz war ein Auto aus dem Gegenverkehr ausgeschert und hatte den Hyundai des 54-jährigen Berufspendlers seitlich gerammt, dass die Fetzen flogen. Doch der Unglücksfahrer – offenbar ein Raser – hielt nicht an: Unfallflucht.

Schlimm genug, dass Lutz Kirmse und seine Lebensgefährtin am Montagnachmittag nur mit viel Glück einem Frontal-Crash entgangen waren. Was den Potsdamer geradezu entsetzt: Die Polizei schickte nicht einmal einen Funkwagen zur Unfallstelle. „Da fährt jemand durch die Gegend und gefährdet Menschenleben – beim nächsten Mal ist vielleicht eine Familie dran“, sagt Kirmse.

Als seine Lebensgefährtin die 110 wählte, hieß es aus der Notrufzentrale der Polizei, ein Streifenwagen stehe leider nicht zur Verfügung. „Ich hätte erwartet, dass bei einem solchen Unfall einer kommt“, sagt Kirmse. „Kein Polizist hat die Unfallstelle gesehen.“ Der Beamte am Telefon sei „sehr höflich, korrekt und umgänglich gewesen“, so Kirmse.

Kirmse räumte die Trümmerteile von der Fahrbahn, die zu seinem und dem Auto des Unbekannten gehören, unterhielt sich mit Zeugen und fuhr später dann zum Sitz der Polizei-Inspektion in der Henning-von-Tresckow-Straße. Dort wurde sein Fahrzeug fotografiert und vermessen, ein Beamter nahm die Anzeige auf.

Was den noch leicht geschockten Familienvater beim Verlassen der Inspektion besonders erboste: „Auf dem Hof standen acht Polizeiwagen! Ich verstand die Welt nicht mehr. Wer ist denn für wen da?“

Für die zuständige Polizeidirektion West erklärt Sprecherin Jana Birnbaum, ihr Kollege am Telefon habe dem Unfallopfer lediglich eine längere Wartezeit am Unglücksort ersparen wollen. „Es wäre ein Wagen gekommen, es hätte nur gedauert“, so Birnbaum. Da niemand verletzt worden sei, hätten andere Einsätze Vorrang gehabt. So seien Funkwagen-Besatzungen zur selben Zeit einer Unfallflucht auf der Nuthestraße nachgegangen, hätten einen Laubeneinbruch untersucht, mit aggressiven Ladendieben in der Breiten Straße zu tun gehabt und einen Unfall mit Lastwagen-Beteiligung in Ferch aufgenommen. „Wir müssen unsere Interventionszeiten knapp halten“, so Birnbaum.

Unfallopfer Kirmse bittet jetzt Zeugen um Hilfe: Wer hat um 16.35 Uhr in Nähe der Unfallstelle einen beschädigten Mitsubishi L200 gesehen? Hinweise bitte an die Polizei.

Von Ulrich Wangemann

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