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Kirchengemeinde feiert ihr 750-jähriges Bestehen

Groß Glienicke Kirchengemeinde feiert ihr 750-jähriges Bestehen

Den tristen Eindruck Theodor Fontanes von der Dorfkirche in Groß Glienicke konnte Potsdams Superintendentin Asmus am Sonntag nicht bestätigen. „In der barocken Dorfkirche ist wesentlich mehr von Interesse als nur der Altar“, findet sie. Immerhin hat sich in den 750 Jahren, seit denen die Gemeinde schon besteht, viel getan. Am Sonntag wurde Geburtstag feiert.

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Die 130 Plätze in der Groß Glienicker Dorfkirche waren während des Festgottesdienstes am Sonntagvormittag voll besetzt.

Quelle: Fotos (2): Friedrich Bungert

Groß Glienicke. Singen und beten – all das taten die Gläubigen schon vor 750 Jahren in der Groß Glienicker Dorfkirche. So zahlreich und festlich wie am Sonntag begingen sie bisher aber nur wenige Gottesdienste. Anlässlich des 750. Geburtstages ihrer Kirchengemeinde stießen Einwohner und Gäste während einer kleinen Feier nach der Predigt auf weitere Jahre an.

Dorf- und Kirchengeschichte und untrennbar

Gleichzeitig blickten sie auch auf die Vergangenheit. „Denn wer seine Geschichte aufgibt, gibt sich selbst auf“, sagte der Gemeindekirchenratsvorsitzende Burkhard Radtke. Daher eröffnete er am Sonntag auch die neue Ausstellung mit dem Titel „750 Jahre Groß Glienicke – Ein Dorf in der Geschichte seiner Kirche“.

Dass das große Jubiläum der Kirchengemeinde die erste von vielen Festlichkeiten ist, die der Stadtteil im Norden Potsdams 2017 anlässlich des 750. Jahrestages seiner urkundlichen Ersterwähnung feiert, ist kein Zufall. „Die Geschichte unseres Ortes und unserer Kirche lassen sich nicht voneinander trennen“, erklärte Kirchenratsmitglied Eva Dittmann-Hachen. Die 61-Jährige war für die Vorbereitung der Ausstellung zuständig. Allein vier Wochen dauerte es, alle Texte von der Siedlungsgeschichte über die Geburtsstunde des Rittergutes bis hin zu den heutigen Restaurierungsarbeiten im Kircheninneren zu verfassen.

Auch Potsdams Superintendentin Heilgard Asmus gratulierte der Kirchengemeinde

Auch Potsdams Superintendentin Heilgard Asmus gratulierte der Kirchengemeinde.

Quelle: Friedrich Bungert

Zu den ersten Gästen, die sich die Ausstellung am Sonntag ansahen, gehörte Potsdams Generalsuperintendentin Heilgard Asmus. Sie wünschte den Einwohnern und Engagierten der Kirchengemeinde am Jubiläumstag mit Blick in die Zukunft vor allem Weisheit, „um ein starkes Gemeinwohl zu erhalten“.

Die Pfarrerin hofft auf mehr Einsatz im Nachwuchsbereich

Auch Gemeindepfarrerin Gundula Zachow blickte zum Jubiläum schon auf die bevorstehenden Jahre voraus. Ihr Wunsch zum 750. Geburtstag der Kirchengemeinde Groß Glienicke galt der Arbeit im Kinder- und Jugendbereich. Jemand soll die alte Tradition des kirchlichen Engagements im Ort auch künftig fortsetzen. Nur einmal im Monat können derzeit Treffen für die Jüngsten in der Gemeinde stattfinden.

Die Stelle, die für die Nachwuchsarbeit eingerichtet wurde, sei nur schwer zu besetzen, sagt die Pfarrerin. „Aber für die mehr als 130 getauften Kinder im Ort wäre es wünschenwert“, ergänzt sie. Mit dem neuen Kinderchor an der Groß Glienicker Grundschule wird in diesem Jahr immerhin der erste Schritt für die Nachwuchsarbeit getan.

Zur Geschichte der Groß Glienicker Kirche

Die Dorfkirche ist das älteste Gebäude und Baudenkmal in Groß Glienicke. Der Bau wird auf die Mitte des 14. Jahrhunderts geschätzt. Heute zugemauerte Spitzbogenfenster im gotischen Stil weisen auf diese Zeit hin.

Baulich verändert wurde die Kirche erstmals zum Ende des 17. Jahrhunderts. Damals wurde das gesamte Gebäude um zwei Meter erhöht, neue Fenster eingebaut und der Kirchturm aufgesetzt, worauf eine Inschrift hinweist.

Seit 2003 engagiert sich ein Förderverein für die Restaurierung der Dorfkirche. Im Fachwerk wurde ein Befall durch den Hausschwamm bereits beseitigt. Als nächstes soll die Orgelempore künstlerisch restauriert werden.

Von Victoria Barnack

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