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Potsdam Kita könnte ins neue Brunnenviertel ziehen
Lokales Potsdam Kita könnte ins neue Brunnenviertel ziehen
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10:27 15.03.2018
Das Brunnenviertel ist auf einer Seite fertig – der mit den Wohnungen. Auf der anderen Seite soll Gewerbe entstehen. Quelle: Rainer Schüler
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Potsdam-Waldstadt

Im neu entstehenden Brunnenviertel des Investors KW Development an der Heinrich-Mann-Alle in der Waldstadt gäbe es die Möglichkeit, eine Kita mit 130 Plätzen zu bauen – und zwar, ohne dass dafür eine Änderung des bestehenden B-Plans notwendig wäre.

Das hat Viola Holtkamp von der städtischen Bauleitplanung am Dienstagabend im Bauausschuss mitgeteilt: „Der B-Plan für das Gewerbegebiet würde ausnahmsweise eine Kindertagesstätte gestatten.“

Kita löst vielleicht ein Problem

Aus Sicht mancher Stadtverordneter könnte das möglicherweise den Gordischen Knoten an einer anderen Stelle im Stadtteil zerschlagen helfen. So hofft der Bauausschussvorsitzende Ralf Jäkel (Linke), dass dies zumindest zur teilweisen Befriedung des Konflikts rund um den geplanten großen Schulstandort in der Waldstadt führen könnte, der zwischen Bahndamm und der Wohnbebauung Caputher Heuweg geplant ist.

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Der bereits als Variante geplante Gewerbeblock des KWD hat als zentralen Teil ein Bürogebäude. Die Stadt sieht Bedarf dafür, der Projektentwickler nicht.

Dort sorgen die damit verbundenen Baumfällungen für mächtig Wirbel unter den Anwohnern. Bestandteil der Pläne für das sieben Hektar große Schulstandort-Areal wäre auch eine Kita – die nun perspektivisch im Brunnenviertel entstehen könnte.

Weiter Streit um Gewerbe im Brunnenviertel

Doch auch bei den Planungen für das Brunnenviertel, das derzeit an der Heinrich-Mann-Allee aus dem Boden wächst, geht es nicht ohne Reibungen und Irritationen ab. Auf dem ehemaligen Plattenwerksgelände ist neben der Wohnbebauung auch eine Gewerbefläche vorgesehen – zumindest laut aktuellem B-Plan.

Der Investor hat jedoch anderes vor: Weil es von Seiten der Gewerbetreibenden kein Interesse an den Flächen gebe, strebe man nun eine Umwandlung des zentral gelegenen Gewerberiegels zu einem Sozialkomplex nebst Handwerkerhof an.

Wohnen auf dem Plattenwerksareal

Auf dem Areal des ehemaligen VEB Plattenwerks Potsdam entsteht das neue Brunnenviertel mit 369 Miet- und Eigentumswohnungen in elf Stadthäusern. Für die neuen Bewohner werden Parkanlagen und Plätze mit Springbrunnen geschaffen.

Die Grundsteinlegung für den zweiten und letzten Bauabschnitt mit 129 Wohnungen und das Richtfest für den ersten Bauabschnitt mit 240 Wohnungen erfolgte am 27. April 2017.

Die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts ist Anfang 2018, der zweite Bauabschnitt wird Ende 2018 fertig. Die Planung stammt von Architekt Gregor Fuchshuber.

Der Sozialkomplex soll neben der Kita auch ein Seniorenpflege- und Seniorenwohnheim mit medizinischer Tagespflegebetreute und eine barrierefreie Seniorenwohnungen mit Pflege- und Notfallassistenz umfassen.

Widersprechende Aussagen

Für Verwunderung sorgten im Ausschuss die sich widersprechenden Äußerungen von KW-Development-Geschäftsführer Jan Kretzschmar und dem städtischen Wirtschaftsförderer Stefan Frerichs. Dieser erklärte, es gebe sehr wohl Interessenten für kleineres Gewerbe.

Allerdings bestätigte er auf Nachfrage von Michél Berlin (Linke), dass es aktuell noch keinen interessierten Großanbieter gibt. Namen von interessierten Investoren werde er aus Gründen der Verschwiegenheit nicht nennen, so Stefan Frerichs weiter.

Jan Kretzschmann, Chef des Berliner Projektentwicklers KW Development, zwischen dem fest fertigen Wohnviertel und dem brachen Gewerbeteil. Quelle: Rainer Schüler

Für den Gewerbestandort hielt der Chef der Wirtschaftsförderung ein glühendes Plädoyer: „Die Gewerbefläche mit Anbindung an die Autobahn wird uns noch lieb und teuer werden bei der Flächenknappheit.“

Die Pflegeeinrichtung, die dem Investor vorschwebt, sei zudem auf Gewerbeflächen gar nicht zulässig. Laut Holtkamp ist auch kein Bedarf für Seniorenpflegeplätze in diesem Raum gegeben.

Stadt soll prüfen, ob B-Plan geändert werden kann

Für die SPD stehe eine B-Plan-Änderung nicht zur Debatte, machte Babette Reimers deutlich. Auf Anregung von Lars Eichert (CDU) wurde der Prüfauftrag von CDU/ANW und Grünen noch einmal modifiziert.

Nun soll bis Ende September geprüft werden, ob der B-Plan entsprechend den Anforderungen des Investors – als Standort Seniorenwohnen und -pflege, die Kita und der Handwerker – geändert werden kann. Aber: „Die Zeit soll genutzt werden, damit sich Investor und Wirtschaftsförderung darüber verständigen können, ob nicht gleichwohl Gewerbe angesiedelt werden kann“, so Eichert. Die Linken schlossen sich dem Antrag an, der letztlich beschlossen wurde.

Mehr zum Thema:

> Baubeginn für das Brunnenviertel

> Stadt ist gegen den Investorenwillen samt Sozialkomplex

> Investor wehrt sich gegen Vorwürfe der Stadt

Von Ildiko Röd

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