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Potsdam Kleidertauschparty: Second Hand mal anders
Lokales Potsdam Kleidertauschparty: Second Hand mal anders
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00:20 28.02.2019
Geben und nehmen bei der Kleidertauschparty. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Das blaue Sommerkleid mit Gartenvögeln darauf hat es noch nicht einmal bis auf die Kleiderstange geschafft, da gehört es schon seiner strahlenden neuen Besitzerin. Der grüne Jeans-Latzrock hat es etwas schwerer, er hängt auch nach einer Stunde noch. Doch bei der Kleidertauschparty, welche die Umweltschutzorganisation Greenpeace am Sonntag im Treffpunkt Freizeit veranstaltet, hat auch er gute Chancen auf ein neues Zuhause.

5,2 Milliarden Kleidungsstücke lagern in den deutschen Schränken. 40 Prozent davon werden aber, wie eine Greenpeace-Umfrage ergab, selten oder nie getragen. Rechnerisch bedeutet das: Jeder von uns besitzt 25 quasi ungenutzte Teile. Gleichzeitig kauft Otto Normalverbaucher jährlich im Durchschnitt 60 neue Kleidungsstücke; große Modemarken bieten bis zu 24 Kollektionen im Jahr an. Stefan Kruse von der Potsdamer Greenpeace-Gruppe kann da nur den Kopf schütteln. „Nachhaltig ist das ganz und gar nicht“, sagt der 34-Jährige, der hauptberuflich als Wissenschaftler am Alfred-Wegener-Institut arbeitet. Mit den Kleidertauschpartys, die seit 2015 auch in Potsdam stattfinden, wollen Stefan Kruse und seine Mitstreiter ein Zeichen gegen diese Art den Einkaufens setzen.

Konsum nicht verteufeln

„Es geht uns nicht darum, jeglichen Konsum zu verteufeln“, stellt Stefan Kruse klar. Stattdessen soll das Auffüllen des Kleiderschranks bewusster und nachhaltiger passieren. „Der Fast Fashion Trend ist ungesund“, sagt er: Baumwolle werde häufig in umweltschädlichen Monokulturen und mit Pestiziden betrieben, Stoffe behandele man mit giftigen Chemikalien, die das Grundwasser ruinieren, die Arbeitsbedingungen von Näherinnen seien katastrophal. „Jeder Hersteller will und muss wirtschaftlich arbeiten, aber wer hier günstige Mode verkaufen will, muss sie woanders billig herstellen lassen“, fasst Stefan Kruse zusammen. Die Idee der Kleidertauschparty, die diesen Kreislauf durchbrechen soll, ist ganz einfach: Wer mitmachen möchte, bringt gut erhaltene Kleidung mit und kann sich im Gegenzug die schönsten Stücke von anderen aussuchen. Aus Erfahrung begrenzt Greenpeace das Geben und Nehmen auf fünf Teile. „Es geht eben auch hier um Bewusstsein“, sagt Stefan Kruse.

Lydia Primo (28) ist Dauergast auf derartigen Veranstaltungen. In den Treffpunkt Freizeit ist sie extra aus Berlin gekommen. Die Modedesign-Studentin sagt: „Es geht mir darum, Geld zu sparen und besondere Mode zu entdecken, ich mag Vintage-Teile und auch der nachhaltige Aspekt ist mir wichtig.“ Fünf Pullover hat sie selbst dem Fundus bei der Party beigesteuert, nun heißt es abwarten, ob sich auch etwas schickes für den eigenen Schrank findet. Für Hans-Reiner Beckert (77) ist es ganz selbstverständlich, alte Kleidung nicht einfach wegzuwerfen. „Was aus dem Schrank sortiert wird, ist erstmal noch gut für den Garten“, sagt er. Der elegante Schurwolle-Anzug, den Hans-Reiner Beckert bei der Party eintauschen will, eignet sich freilich nicht zum Rasenmähen. „Und da dachte ich, den kann vielleicht jemand anderes gut gebrauchen“, sagt der Rentner. „Für die Tonne ist er allemal zu schade.“

Von Saskia Kirf

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