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Kleine Runde beim Neu-Fahrland-Infoabend II

Flüchtlinge in Potsdam Kleine Runde beim Neu-Fahrland-Infoabend II

Potsdam plant in Neu Fahrland, in der Nähe einiger Häuser und einer Kita zwei Leichtbauhallen zu errichten. Bis zu 96 Menschen könnten dort unterkommen. Die erste Veranstaltung zu den Notunterkünften für Flüchtlinge konnte nicht wie geplant durchgeführt werden. Dienstagabend um 18 Uhr findet eine zweite Infoveranstaltung statt. Wir berichten aktuell.

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Nicht viel los...

Quelle: Peter Degener

Potsdam. Am Dienstagabend findet wiederholt eine Informationsveranstaltung zu den geplanten Notunterkünften in Neu Fahrland statt. Bei dem ersten Anwohnertreffen am 21. Oktober wurde die Stadt vom Andrang überrascht, obwohl sich bereits im Vorfeld angekündigt hatte, dass die Anwohner sich unzureichend informiert fühlten. .Die Ankündigung der geplanten Notunterkünfte hatte für viel Aufregung gesorgt. Einige fühlten sich gar im Stich gelassen.

Die Stadt Potsdam hat daher für die zweite Veranstaltung vorsichtshalber genau 257 Stühle in der Turnhalle der neuen Grundschule an der Pappelallee aufgestellt. Um 17:30 Uhr herrschte aber noch gespenstische Stille.

Turnhalle in der Pappelallee

Turnhalle in der Pappelallee

Quelle: Peter Degener

Bei Beginn der Veranstaltung sind gerade mal 30 Personen da. Viele Neu Fahrländer haben bereits vergangene Woche im Freien die wichtigsten Informationen erhalten und sind ihre Fragen losgeworden. Heute wird dafür die Präsentation gezeigt, die damals nicht gezeigt werden konnte.

Entschuldigung der Stadt

Die Veranstaltung beginnt mit einer Entschuldigung: Die Sozialbeigeordnete Elona Müller-Preinesberger (parteilos) entschuldigt sich für die nötig gewordene zweite Veranstaltung - vor allem, weil diese nicht in Neu Fahrland selbst stattfindet.

Dann kommen die Anwesenden in den Genuss der Präsentation, die beim ersten Mal nicht gezeigt wurde. Nach der Schilderung der Potsdamer Lage in Bezug auf Flüchtlinge wird die Fragerunde eröffnet.

Der Standort spielt zunächst die größte Rolle. Doch schnell geht es um den Tagesablauf der Flüchtlinge, ihre Beschäftigung und Anbindung an das Stadtzentrum. Auch Grundsatzdiskussionen über die Informationspolitik der Verwaltung werden geführt - vor allem unter den Einwohnern. Durch viele konkreten Nachfragen entsteht ein mögliches Bild vom Zusammenleben von Neu Fahrländern und den Flüchtlingen.

Bereits am Mittwoch ab 19 Uhr wird es im Bürgertreff des Ortsteils (Am Kirchberg 51) um die Organisation der Ehrenamtlichen in Angriff zu nehmen. Dorthin kommen auch erfahrene Helfer aus anderen Ortsteilen, in denen bereits Flüchtlinge untergekommen sind.

Aufbau hat bereits begonnen

Die ersten Baumaßnahmen zur Errichtung der Hallen haben bereits begonnen. „Es werden gerade die Leitungen für Wasser und Strom erschlossen“, sagte Bernd Richter, Werkleiter des Kommunalen Immobilienservice (Kis). Die Fundamente für die Hallen entstehen in der nächsten Woche. Die eigentlichen Hallen werden voraussichtlich ab 23. November errichtet. „Das dauert dann nur zwei Tage“, sagte Richter. Die ersten von acht Leichtbauhallen der Stadt werden aber nicht in Neu Fahrland, sondern an der Sandscholle in Babelsberg fertiggestellt. Dort entsteht bereits das Fundament.

Rechts sollen die beiden Leichtbauhallen in Neu Fahrland hin, links die Sportplätze

Rechts sollen die beiden Leichtbauhallen in Neu Fahrland hin, links die Sportplätze

Quelle: Peter Degener

Aufregung im Vorfeld


Ein Offener Brief einiger Anwohner kursierte und die Ortsvorsteherin Carmen Klockow (Bürgerbündnis) reichte eine Beschwerde gegen die Potsdamer Stadtverwaltung bei der Kommunalaufsicht ein. Der Vorwurf: Weder sie noch der Ortsbeirat wurden in die Suche nach möglichen Standorten einbezogen.

Infos unter freiem Himmel

Kurz nach 18 Uhr wurde beim ersten Treffen klar: Der gewählte Raum ist zu klein. Schließlich einigten sich Anwohner und die Verantwortlichen der Stadt darauf, die Veranstaltung unter freiem Himmel durchzuführen.

Doch nicht alle wollten in der Kälte ausharren. Viele verließen daher Treffen, nachdem der zweite Termin anberaumt wurde.

Hunderte blieben jedoch und ließen sich von Elona Müller-Preinesberger über den Stand der Dinge informieren.

Trotz herbstlicher Temperaturen startete die Veranstaltung hitzig. Einige Anwohner machten ihren Unmut darüber Luft, dass sie sich unzureichend informiert fühlen, andere wiederum hatten Sicherheitsbedenken oder stellten das Konzept der Stadt an sich infrage.

Mit der Zeit kühlten sich die Gemüter allerdings merklich ab. Anwohner boten Hilfe für die Flüchtlinge an und das Schaffen einer Willkommenskultur rückte in den Mittelpunkt.

Es bleibt jedoch festzuhalten, dass dennoch viele Sorgen und Ängste laut wurden und längst nicht alle Fragen zur Zufriedenheit aller beantwortet wurden. Der Informationsbedarf ist weiterhin hoch.

Von MAZonline

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