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Potsdam Kleingarten Angergrund soll geräumt werden
Lokales Potsdam Kleingarten Angergrund soll geräumt werden
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20:00 04.11.2018
Seit rund 40 Jahren sind Kleingärtner im Angergrund ansässig. Quelle: Foto: F. B.
Babelsberg

Für die Gartenfreunde am Angergrund wird es ernst: Die Sparte soll heute durch die Berliner Immobiliengesellschaft Tamax zwangsgeräumt werden. Dafür soll ein Gerichtsvollzieher mit Ordnungsamt und Polizei auf dem Gelände in Babelsberg anrücken, um die Herausgabe von fünf der 26 betroffenen Gärten einzufordern, teilt der Vereinsvorsitzende Andreas Fischer mit.

Die Tamax hat vor anderthalb Jahren das rund 23 000 Quadratmeter große Gebiet zwischen Diesel- und Nutheschnellstraße gekauft, um dort bis zu 500 Wohnungen zu bauen. Die Kleingärtner berufen sich auf einen Bestandsschutz nach dem Bundeskleingartengesetz und wollen ihre Parzellen nicht aufgeben. Erst vergangene Woche protestierten die aktuell 52 Mitglieder des Kleingartenvereins Angergrund in Potsdam-Babelsberg. „Seitdem hat sich nichts bewegt. Es kam auch keine Reaktion von der Gegenseite“, sagt Fischer, „jetzt wollen sie die Herausgabe des Besitzes.“

Dabei sei das Gerichtsverfahren über die Klärung der Verträge noch nicht einmal in der ersten Instanz abgeschlossen. „Es könnte auch sein, dass es gar nicht dazu kommt“, sagt er. Dies sei eine Option, von der er aber erstmal nicht ausgeht. Vielmehr machen sich die Kleingärtner auf das Schlimmste gefasst. Fünf Parzellen sollen die Besitzer zunächst hergeben. „Wir haben Angst, dass es eskaliert und dass sie sich den Weg mit Gewalt freimachen“, so Fischer.

Unter den Mitgliedern seien auch viele ältere Menschen. Für Fischer ist das Vorgehen der Immobiliengesellschaft nicht begreiflich. Mit ihrem Verhalten wollen sie Angst schüren, sagt er. „Wenn wir alle runter müssen, haben sie verloren und wir auch“, sagt Fischer mit Blick auf das Baurecht, das die Tamax bislang nicht von der Stadt bekommt. „Spekulationen auf eine künftige bauliche Nutzung entbehren jeder realistischen Grundlage“, heißt es in dem Beschluss, der noch dieses Jahr zu einem Bebauungsplan führen soll, der die Nichtbebaubarkeit zementiert. Die Gartenfreunde haben nun eine Spendenaktion gestartet, um die finanziellen Mittel für den juristischen Beistand zu sichern.

Der Anwalt der Kleingärtner wird heute ebenfalls in der Sparte sein. „Wir hoffen, dass er eine Möglichkeit findet, für uns zu kämpfen“, sagt Fischer. Er wünscht sich möglichst eine außergerichtliche Einigung.

Von Anne Knappe

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