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Kleinmachnower gewinnt Bio-Olympiade

Nachwuchsforscher vom Weinberggymnasium Kleinmachnower gewinnt Bio-Olympiade

Sie eifern Darwin, Mendel und Pasteur nach. Erklären die Fortpflanzung von Süßwasserpolypen aus dem Effeff und sagen im Schlaf, ob man mit Fehlingscher Lösung Glutamin, Glycin, Glucose oder Glykogen nachweist. Jahr für Jahr wetteifern Schüler bei der landesweiten Bio-Olympiade. Konrad Frahnert aus Kleinmachnow gab jetzt sein Debüt – mit unglaublichem Erfolg.

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Konrad Frahnert vom Kleinmachnower Weinberggymnasium hat die Brandenburger Biologieolympiade gewonnen.

Quelle: Privat

Kleinmachnow. Für Konrad Frahnert ist Biologie mehr als Pauken. Konrad macht Bio einfach Spaß – und Dinge, die einem Spaß machen, bringen oft auch Erfolg. Dafür ist Konrad das beste Beispiel, denn der Schüler vom Kleinmachnower Weinberggymnasium hat die Biologieolympiade des Landes Brandenburg gewonnen.

Der Wettbewerb hat in Frankfurt (Oder) stattgefunden. Da war Konrad zum ersten Mal – und die Stimmung, sagt er, hat ihm gut gefallen. Konrad Frahnert ist zwar Schüler der sechsten Klasse, trat in Frankfurt aber für die siebte an – und wurde direkt Landessieger. „Die Olympiade war total spannend, einige Fragen waren aber wirklich sehr schwer“, sagt Konrad. Im nächsten Jahr will er auf jeden Fall wieder mitmachen.

Besonders hat Konrad das Praktikum gefallen, das zum Wettbewerb gehört. Die Schüler der 5. Bis 12. Klasse aus ganz Brandenburg stellten sich außerdem einer mehrstündigen Klausur. Die Aufgaben werden von Professoren, Biologielehrern und Studenten erarbeitet. Es handelt sich dabei um Wissens- und Denksportaufgaben aus verschiedenen Bereichen wie Tier- und Pflanzenkunde, Biochemie und Physiologie.

Seit 20 Jahren gibt es die Biologieolympiade. Im Juni 1995 haben die Biologielehrer des Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasiums Frankfurt (Oder), des Max-Steenbeck-Gymnasiums Cottbus und des Weinberg-Gymnasiums Kleinmachnow den Wettstreit junger Biologen ins Leben gerufen. Seither haben knapp 50 000 Schüler teilgenommen. Und: „Wir hatten in unserem Jubiläumsjahr einen Teilnehmerrekord“, sagt der Landeswettbewerbsleiter Frank Heinrich vom Frankfurter Gauß-Gymnasium. „Fast 3200 Brandenburger Schüler waren in den ersten landesweiten Runden gestartet.“

Viele Helfer machen die Olympiade erst möglich. Zu ihnen gehört die Lehrerin Irmhild Schweda vom Frankfurter Gymnasium. Bei der Preisverleihung wurde sie zusammen mit drei weiteren Kollegen für ihr langes Engagement vom Ministerium für Jugend, Bildung und Sport mit einem Sonderpreis ausgezeichnet. „Mir ist diese gezielte Förderung der Schüler wichtig“, sagt Irmhild Schweda. „Bei der Olympiade bin ich gewisser Maßen eines der Gründungsmitglieder.“ Besonders wichtig sei ihr der Grundgedanke, dass die Schüler von sich heraus den Antrieb finden, weiter zu denken und Neues zu lernen, um irgendwann auch mal einen Preis gewinnen zu können.

Aus dem gleichen Grund beteiligt sich auch das Institut für medizinische Diagnostik seit mehr als 15 Jahren bei der Organisation des Finales. „Wir haben bereits seit mehr als einem Monat die Praktika vorbereitet, in diesem Jahr ging es um Enzyme als Alleskönner und wichtiges Werkzeug der Biologie“, so der Arzt Alexander Pohl, der die Praktika zusammen mit zwei Kollegen betreute. Es sei ihnen wichtig, den naturwissenschaftlichen Nachwuchs in Brandenburg weiter zu fördern „und am besten auch hier zu halten“.

Von dem Konzept ist Jonas Vetter vom Potsdamer Humboldt-Gymnasium in jedem Fall überzeugt. „Nach der Schule will ich Biochemie studieren und hoffe, einen Platz in Potsdam zu bekommen“, sagt der 16-Jährige. Er war bereits zum dritten Mal beim Finale und hat schon zwei Landessiege vorzuweisen. Für die Macher der Olympiade ist das keine unübliche Entwicklung: Vieler der Teilnehmer studieren später naturwissenschaftliche Fächer und arbeiten als Wissenschaftler, Ingenieure oder Ärzte im naturwissenschaftlichen Bereich. Einer von ihnen ist Professor Joerg Fettke, der bei der allerersten Landesolympiade 1995 als Teilnehmer gestartet war und nun an der Universität Potsdam im Institut für Biochemie forscht und lehrt. Der ehemalige Gaußianer nahm die Einladung an und hielt einen Vortrag zu seinem Forschungsgebiet. „Durch die Biologieolympiade entstehen Netzwerke“, sagt er. „Junge naturwissenschaftlich begabte und interessierte Schüler treffen hier auf gleichgesinnte, tauschen sich aus und manchmal entstehen sogar Freundschaften.“ Ein Erfolgskonzept das bereits zwanzig Jahre beweist wie gut es funktioniert.

Von Philipp Humbsch und Nadine Fabian

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