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Klimakampf im Dschungelcamp

MAZ-Schulreporter in der Biosphäre Klimakampf im Dschungelcamp

Sperrig, öde, langweilig. Von wegen! In der Biosphäre in Potsdam können sich Schüler den Klimawandel auf spannende und anschauliche Weise erklären lassen. Die 10b der Wilhelmshorster Oberschule hat’s gewagt. Als MAZ-Schulreporter 2.0 sind die Teenager durch die Tropenhalle gestreift und einigen Dschungelbewohnern näher gekommen als erwartet.

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Marie (15, l.) und Maja (15) bei einem Experiment, das das Abschmelzen der Polkappen infolge des Klimawandels veranschaulicht.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Bornstedt. Unter dem grünen Dach des Kakaobaums outet sich Julien aus der 10b der Wilhelmshorster Oberschule als Klimaschützer undercover. Ein Leben ohne Schokolade? Kein Problem, meint der 16-Jährige. „Ess ich eh nicht. Ist mir viel zu süß.“ Selbst die herben Kakao-Splitter, die Angelika Beck ihren Besuchern zum Verkosten anbietet, sind nicht Juliens Ding. Wenn’s nur alle wie er halten würden – die Erde hätte ein Problem weniger. Denn was auch immer aus den Tropen per Flugzeug, Schiff und Lkw um den halben Globus verfrachtet wird – ob Kakao oder Kaffee, Mangos oder Bananen: „Der Transport belastet mit seinen CO2-Emissionen unser Klima“, sagt Angelika Beck. Das wissen Julien und seine Mitschüler natürlich längst – das Thema Klimawandel ist immerhin allgegenwärtig. „Es ist aber mal etwas anderes, an einem Ort wie der Biosphäre darüber zu sprechen“, sagt die 15-jährige Jara. „Hier gibt’s nicht nur die Fakten, hier stimmt auch die Umgebung.“

Und hier gibt’s Angelika Beck, die den Klimawandel, dieses komplexe, geradezu monströse Thema so einleuchtend erklärt, dass man es selbst dann noch kapiert, wenn man gerade herumflachst. Oder einen Moment länger vor dem Terrarium des Grünen Leguan verweilt. Oder im Schmetterlingshaus die wehrhafte Raupe des Gelbrand-Schwalbenschwanzes so lange kitzelt, bis sie ihre miefende Nackengabel ausfährt.

Ein bisschen albern, aber immer aufmerksam und engagiert verfolgen die Zehnte-Klasse-Schüler, was Angelika Beck ihnen zu sagen hat. So lernen sie die Besonderheiten des Regenwalds und seine globale Bedeutung kennen – aber auch die Bedrohungen, denen er ausgesetzt ist. Wie viel Regenwald pro Minute zerstört wird? Angelika Beck lässt die Schüler schätzen. Ein Quadratmeter? Ein Hektar? „35 Fußballfelder Regenwald gehen pro Minute verloren“, sagt sie. Der Schreck ist den Jugendlichen anzusehen. „Dann steht er ja morgen schon nicht mehr“, sagt einer der Jungen.

Den Ausflug in die Tropenwelt nebst Workshop und Experimenten können Schulen buchen. Die Wilhelmshorster haben das Ticket ins lehrreiche Dschungelcamp mit ihrer Teilnahme bei den MAZ-Schulreportern 2.0 gelöst. Nicht zum ersten Mal haben sich die Jugendlichen mit den Themen Klima und Klimawandel auseinandergesetzt. Vor zwei Jahren haben sie bei der „Mission Energiesparen“ der Energie Mark Brandenburg (EMB) mitgetüftelt und brandenburgweit den vierten Platz belegt. „Das Thema Umwelt- und Klimaschutz empfinde ich als sehr wichtig“, sagt Jara. „Das betrifft nicht nur uns, sondern auch die, die nach uns kommen – unsere Kinder und Enkel. Da kann man nicht einfach wegsehen, man muss sich damit befassen.“

Spaß am Lesen

Das Projekt MAZ-Schulreporter 2.0 soll Spaß am Lesen wecken; es richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 10.

Derzeit nehmen 627 Schüler von 14 Schulen aus Potsdam, Geltow, Wilhelmshorst, Beelitz, Stahnsdorf, Kleinmachnow und Michendorf an der Aktion teil.

Vier Wochen lang erhalten sie kostenlos die gedruckte MAZ direkt ins Klassenzimmer und zudem die digitalen Zugänge für das E-Paper und die MAZ-Mobil-App.

Von Nadine Fabian

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