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Potsdam Leonardo-da-Vinci Gesamtschule ist Umweltvorreiter
Lokales Potsdam Leonardo-da-Vinci Gesamtschule ist Umweltvorreiter
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18:13 06.07.2018
Die Schülerinnen Lynn (vorn) und Svenja, (15) haben einen konsumkritischen Stadtrundgang organisiert. Quelle: Friedrich Bungert
Nauener Vorstadt

Ein angekipptes Fenster und eine Heizung, die permanent auf höchster Stufe läuft – das wird man an der Leonardo-da-Vinci-Schule nicht finden. Die Potsdamer Gesamtschule gegenüber der Biosphäre handelt konsequent nachhaltig und umweltbewusst. Für ihre zahlreichen Klimaschutz-Projekte haben sie kürzlich nicht nur den Klimaschutz-Preis der Stadt Potsdam gewonnen, sondern wurden auch zum Sieger des Landes Brandenburgs gekürt. Das hat die Jury des Energie-Sparmeister-Wettbewerbs entschieden.

Der Handel auf dem Prüfstand

Mit ihren Aktionen sorgen sie für Nachhaltigkeit an der Schule – und in den Köpfen der Menschen. In dem konsumkritischen Stadtrundgang „Weltbewusst“ durch die Potsdamer Innenstadt haben sich die Schüler mit unterschiedlichen Themen auseinandergesetzt. Beispielsweise prüften sie in den Drogerien und Parfümerien, wie viel Verpackungsmüll anfällt. Aus den Dosen und Schachteln konnten sie am Ende eine gigantische Statue basteln. Zudem verglichen sie in Lebensmittelläden die Fleischpreise und fragten nach, wo und wie es hergestellt wird. Die Ergebnisse zwischen Bioladen und Discounter hat einiges in den Köpfen der Schüler verändert. Während der Bioladen die Produktionsketten genau nachweisen konnten, gab es beim Discounter kaum Antworten.„Danach hat man schon überlegt, wo man kauft und was man kauft – nicht nur bei Lebensmitteln, sondern auch bei Klamotten“, erklärt Lynn (15) aus der neunten Klasse, die gemeinsam mit Svenja (15) den Rundgang organisiert hat.

Das Thema Nachhaltigkeit zieht sich wie ein roter Faden durch die Schule. So wurden neben Kleidertauschpartys auf dem Bassinplatz auch Lebensmittel mit dem Verein „Foodsharing“ gerettet. Und zweimal die Woche bauen die Schüler in der Pause im Foyer zudem einen kleinen mobilen Fairtrade-Laden auf, in dem sie Nüsse, Riegel oder recycelte Taschen aus Westafrika verkaufen. Dafür kooperiert die Schule mit dem neuen Unverpackt-Laden „MaßVoll“ am Luisenplatz.

rechts der Klimapreis der Stadt, links der Preis für den Sieg des Landes Brandenburgs. Quelle: Friedrich Bungert

Die treibende Kraft hinter den Porjekten ist Lehrer Florian Kirchesch. 2012 fuhr er erstmals mit den Schülern der siebten und achten Klassen nach Warschau zur Klimakonferenz. Joschua, der heute in der 11.Klasse ist, war damals mit dabei. „Das war cool. Wir haben unter anderem gegen Braunkohle demonstriert.“ Im Dezember zum UN-Klimagipfel nach Katowice (Polen) möchte er unbedingt wieder mitfahren.

Lehrer Florian Kirchesch der Leonardo Da Vinci Gesamtschule. Quelle: Friedrich Bungert

Schüler zeigen es den Lehrern

Zwischendurch unterrichten dann Schüler der Oberstufe sowie einige Achtklässler ihre Lehrer. Drei Tage dauerte die Fortbildung der sogenannten Projektgruppe „Kurswechsel plastikfrei“. „Wir fanden, dass Nachhaltigkeit zu wenig im Unterricht behandelt wird – und Spaß hat es auf jeden Fall gemacht“, sagt Schüler Kevin. So wurden die Lehrer unter anderem für Mehrweg-Systeme sensibilisiert. Ein Drittel des insgesamt 60 köpfigen Lehrer-Teams hat sich darauf eingelassen, weiß Florian Kirchesch. Auch Hausaufgaben für die Lehrer durften nicht fehlen. So soll das Schulfest im September künftig gänzlich ohne Plastik auskommen.

Zudem muss sich der Caterer umstellen. In dem kleinen Kiosk soll es künftig weniger Verpackungen geben und in der Mensa wird Fleisch im Laufe des neuen Schuljahres nicht mehr so häufig auf dem Tagesplan stehen – auch das haben die Schüler auf den Weg gebracht.

Von Anne Knappe

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