Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Kliniken spüren den Jolie-Effekt
Lokales Potsdam Kliniken spüren den Jolie-Effekt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:01 03.06.2013
Angelina Jolie am Sonntag in London bei der Premiere von „WorldWar Z“. Quelle: dpa
Anzeige
Potsdam

Angelina Jolie hat Nanette Kalmbach ganz schön Arbeit beschert. „Ich habe zwei Telefone, die klingeln ununterbrochen“, sagt die Mitarbeiterin am Zentrum für familiären Brust- und Eierstockkrebs der Berliner Charité.  „Vorher haben vielleicht zehn Frauen am Tag angerufen, heute sind es 20 bis 30 – und wir haben die Anrufzeiten schon stark eingeschränkt“, sagt Kalmbach. Die zuständige Ärztin habe eine Sondersprechstunde eingerichtet, trotzdem gebe es erst im September wieder Termine. Die Charité ist als einziges Zentrum in der Region auf die Beratung und den Gentest rund um das familiäre Brustkrebsrisiko spezialisiert, erklärt Dorothee Speiser, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe. Deshalb wendeten sich auch viele Patientinnen aus Brandenburg direkt dorthin. Aber auch am Helios-Klinikum in Bad Saarow (Oder-Spree) ist der Jolie-Effekt spürbar. In den vergangenen Wochen hätten sich neun Frauen gemeldet, die an einer Mastektomie interessiert sind oder sich über ihr familiäres Risiko beraten lassen wollen, sagt Chefarzt Marek Budner. „Vor der Mitteilung gab es nur sehr vereinzelte Anfragen.“ Im Klinikum in Brandenburg/Havel verzeichnet man bislang keine erhöhte Nachfrage, sagt Peter Ledwon, Chefarzt der Frauenklinik. „Vielleicht kommt das später.“

Die Ärzte von Angelina Jolie (37), deren Mutter und Tante an Brustkrebs gestorben sind, hatten bei ihr eine Mutation des BRCA1-Gens festgestellt und ihr ein Brustkrebsrisiko von 87 Prozent und ein Eierstockkrebsrisiko von 50 Prozent bescheinigt. Die OP, so schrieb Jolie in einem Gastbeitrag für die „New York Times“, habe ihr Risiko auf fünf Prozent gesenkt. „Ich kann meinen Kindern sagen, dass sie nicht zu befürchten brauchen, mich an den Brustkrebs zu verlieren.“

Damit ein Gentest von der Krankenkasse bezahlt wird, müssen jedoch Voraussetzungen vorliegen. Dorothee Speiser von der Charité klärt diese im Beratungsgespräch mit den Patientinnen ab. „Dabei erstelle ich zum Beispiel einen Stammbaum, und es wird eine statistische Risikoanalyse gemacht“, sagt Speiser. Ein Kriterium, das mit für einen Test spreche, sei etwa, wenn mehr als drei Frauen in der Familie an Brustkrebs erkrankt seien. Bei der Entscheidung für oder gegen die aufwendige Untersuchung spielten auch psychische Faktoren eine Rolle. „Wenn eine Frau sehr angststrukturiert ist und eine OP ohnehin ausschließt, raten wir eher vom Test ab“, sagt Speiser.

Dass die Zahl der vorsorglichen Brust-Amputationen – derzeit liegt sie in der Charité bei 20 bis 30 pro Jahr – infolge des Jolie-Effekts tatsächlich hochschnellt, hält Speiser für unwahrscheinlich. „Zirka 90 Prozent der Frauen, die jetzt kommen, schätzen ihr Risiko viel zu hoch ein.“ Wichtiger sei im Falle einer Genmutation ohnehin die Erwägung, sich die Eierstöcke entfernen zu lassen. Eierstockkrebs werde oft viel später als Brustkrebs diagnostiziert, was die Heilungschancen mindere.

Angelika Pentsi

Potsdam 23. Fanfaronade in Potsdam - Blasen wie die Weltmeister

Wenn schon Weltrekord, dann richtig: Bei der 23. Fanfaronade am Sonnabend im Luftschiffhafen dürften gleich zwei Einträge ins Guinness-Buch der Rekorde abgefallen sein – der für die längste Reihe von Naturtonbläsern und der für den größten Spielmannszug der Welt. Nun kommt es nur noch auf die offizielle Anerkennung durch das Guinness-Komitee in London an.

03.06.2013
Potsdam Starstraße in Stahnsdorf wird ausgebaut, aber Streit um Tempo beim Ausbau - Kampf den Buckelpisten
02.06.2013
Potsdam Drohender Parkeintritt ruft Opposition auf den Plan / Linke will Millionen-Zusage - Oberbürgermeister Jann Jakobs und Parkstiftung unter Druck

Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) und die Schlösserstiftung geraten wegen des drohenden Parkeintritts für Sanssouci zunehmend unter Druck. Auf kommunaler und auf Landesebene wird insbesondere die SPD dafür verantwortlich gemacht, dass der Versuch, zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen und den Eintritt zu verhindern, bislang gescheitert ist.

04.06.2013
Anzeige