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Klipp: Zeppelinstraße nur dreispurig

Neue Runde im Potsdamer Verkehrsstreit Klipp: Zeppelinstraße nur dreispurig

Die von den Stadtpolitikern geforderte Verkehrssimulation vor der angekündigten Verengung der Zeppelinstraße auf drei Spuren hat die Position von Matthias Klipp (Grüne) offenbar bekräftigt: Es gibt demnach keine Alternativen für eine kurzfristige Senkung der Luftschadstoffe.

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Der alltägliche Stau in der Zeppelinstraße.

Quelle: Foto: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Baudezernent Matthias Klipp (Grüne) hält an der geplanten Dreispurigkeit der Zeppelinstraße zwischen der Geschwister-Scholl-Straße und der Kastanienallee fest. Nur mit dieser Neuaufteilung des Straßenraums lasse sich der Verkehr soweit reduzieren, dass die gesetzlichen Grenzwerte für Luftschadstoffe eingehalten werden. Ihre Umsetzung müsse allerdings von der Politik beschlossen werden.

Bei der ersten Präsentation von Ergebnissen einer Verkehrssimulation zur Neuordnung des Straßenverkehrs übte der Dezernent am Dienstagnachmittag zugleich Kritik an seinen Kritikern: „Wenn wir 80.000 Autos täglich hätten wie in Stuttgart und auf 22.000 runter müssten, dann würde ich sagen: Hossa, der Untergang des Abendlandes droht.“ Doch in der Zeppelinstraße gehe es um eine Reduzierung von derzeit 27.000 Autos auf 22.000, und „das ist zu schaffen“.

Von der Politik zwischenzeitlich vorgeschlagene Alternativen wurden im Ergebnis der Prüfungen verworfen, weil keine kurzfristigen Effekte zu erwarten seien. Kritik aus den Fraktionen folgte prompt: Klipp sei „offenbar der Auffassung, dass es keine Alternativen zu seinen ursprünglichen Planungen gibt“, erklärte Kai Weber (SPD): „Ich gehe davon aus, dass er das nicht nur belegen, sondern auch so erklären kann, dass Stadtverordnete und Bürger es verstehen.“ Die bloße Mitteilungen, dass Varianten wie der Ausbau des Park-&-Ride-Angebotes oder die Verbesserung des Öffentlichen Nahverkehrs jeweils für sich genommen keine ausreichende Schadstoffreduzierung bewirkten, könne „jedenfalls nicht ausreichen“. Weber fordert „konkrete Zahlen, die es uns ermöglichen, einzelne Maßnahmen so zu bündeln, dass die gewünschten Effekte erreicht werden. Ein alternativloses Festhalten an den ursprünglichen Planungen macht den Diskussionsprozess zur Posse.“

1000 Autos wechseln in die Nebenstraßen

Nach den am Dienstag vorgestellten Untersuchungsergebnissen könnte eine engere Zeppelinstraße den Verkehr um 5000 Autos täglich reduzieren. Jeweils 500 Autos würden in die Forst- und die Geschwister-Scholl-Straße ausweichen. Weitere Autos würden über Fahrgemeinschaften und den öffentlichen Nahverkehr kompensiert, manche Fahrer würden auf die Fahrt durch Potsdam künftig auch einfach verzichten.

Während offen ist, wann die Zeppelinstraße umgebaut wird, steht der Zeitplan für die Busspur von Geltow nach Potsdam, auf der der Rückstau der Pförtnerampel umfahren werden soll. 2016 soll die zusätzliche Fahrbahn auf dem bisherigen Radweg für die kombinierte Nutzung durch Busse und Radler gezogen werden. Bäume müssten nicht dafür fallen, versicherte Baudezernent Matthias Klipp.

Die CDU-Abgeordnete Saskia Ludwig forderte, Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) müsse Klipp endlich „von seiner ideologischen Idee abbringen, Potsdam in eine verkehrsberuhigte Zone zu verwandeln. Matthias Klipp baut sich seine Verkehrspolitik argumentativ immer so zusammen wie es ihm gerade passt: bei der Einführung der Pförtnerampeln 2012 wollte er noch auf Hauptstraßen der Stadt eine grüne Welle erzeugen und die Autos auf diese Weise schnell durch die Innenstadt führen“. Nun wiederum sage er, dass die Schadstoffbelastung nicht durch eine „grüne Welle“ gesenkt werden könne. Ludwig fordert eine „grüne Welle“ kombiniert mit der Abschaltung der Pförtnerampeln.

Linken-Kreischef Sascha Krämer fragte: „Woher will man wissen, dass Alternativen wirkungslos bleiben, wenn man sie nicht prüft? Teure Studien, nur um seine Meinung zu manifestieren, sind wenig hilfreich. Viele unterschiedliche Vorschläge wurden angeboten. Wenn diese nicht greifen sollen, dann muss der Beigeordneten das belegen.“ Krämer fordert unter anderem die Prüfung eines Park-&-Ride-Kombitickets für den Öffentlichen Nahverkehr.

Von Volker Oelschläger

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