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Kochbuch aus dem Jahr 1732 sucht Paten

Potsdam Kochbuch aus dem Jahr 1732 sucht Paten

Die Potsdamer Stadt- und Landesbibliothek braucht 400 Euro, um „Das Brandenburgische Koch-Buch“ zu kaufen. Das seltene Werk über „Allerley wohlschmeckende Speisen“ enthält einige kulinarische Sensationen. Doch des Märkers liebste Beigabe, die Kartoffel, wird mit keinem Wort erwähnt.

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Frank-Dirk Hoppe, Bereichsleiter der Landesbibliothek, präsentiert das historische Kochbuch.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Innenstadt. Suppen, Pasteten, Tarten: Wie man „allerley wohlschmeckende Speisen auf füglichste zubereiten“ und „nach der jetzt üblichen Art auftragen und galant anbringen sollte...“, kann in „Das Brandenburgische Koch-Buch, Oder: Die wohl unterwiesene Köchinn“ nachgelesen werden. Der mit Kupferstichen schön illustrierte Prachtband aus dem Jahr 1732 soll für die Stadt- und Landesbibliothek, genauer für die landesgeschichtliche Sammlung Brandenburgica, angeschafft werden. Dafür werden Spenden gesammelt und momentan noch 400 Euro benötigt, sagte Frank-Dirk Hoppe, Bereichsleiter Landesbibliothek.

Das Werk durfte in adligen Haushalten nicht fehlen

Maria Sophia Schellhammers Buch erschien 1732 bereits in vierter Auflage – ein Bestseller also, der in adeligen Haushalten nicht fehlen durfte. Bis zu 8000 Stück seien damals verkauft worden, heute gebe es Hoppe zufolge höchstens noch 20 Exemplare. Eines davon bot der Münchener Antiquar Richard Hußlein im Frühjahr der Potsdamer Bücherei an. Ein neuerliches Buchpatenprojekt war geboren, denn aus dem „Medienetat der Landesbibliothek können Besonderheiten dieser Art nicht finanziert werden“, sagte Bibliotheksleiterin Marion Mattekat. Dank der inzwischen 185 Buchpaten konnten in den vergangenen zwanzig Jahren 555 historische Werke restauriert und vor dem Verfall gerettet werden, sagte Marion Mattekat.

Leider fehlt in den Rezepten eine Maßangabe für die Zutaten

Ein Gericht aus dem historischen Kochbuch nachzukochen, werde allerdings schwierig, so Hoppe. Denn die Rezepte seien allenfalls „skizziert“ worden und kommen ohne konkrete Mengenangaben aus. Die „wohl unterwiesene“ Köchin kochte jedoch nicht selbst, sie steht fein gekleidet in einem Nebenraum und beaufsichtigte die Dienerschaft – zu sehen auf einer Illustration. Der adeligen Hausherrin oblag die Auswahl der zu kochenden Speisen. Kartoffeln als Beigabe finden sich in dem „Koch-Buch“ übrigens noch nicht. Die Erdäpfel fanden bekanntermaßen erst dank des Preußenkönigs Friedrich II. Einzug in die hiesige Küche. Das „Brandenburgische Koch-Buch“ besteht aus zwei Teilen. Befasst sich der erste Teil mit Hauptgerichten, geht es in der „Confekt-Tafel“ buchstäblich ans „Eingemachte“ – von Früchten oder um die Herstellung von Eis. Dort sind dann auch Mengenangaben zu finden. Ums Süße kümmerte sich die Hausherrin tatsächlich selbst.

Der schweinslederne Buchrücken kostet 1000 Euro

Mit weiteren Spenden könnte der über die Jahrhunderte lädierte, schweinslederne Buchrücken des Brandenburgischen Koch-Buchs restauriert werden. Kostenpunkt Hoppe zufolge: 1000 Euro.

Von Ricarda Nowak

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