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Potsdam Königlich essen in Klöstern und Schlössern
Lokales Potsdam Königlich essen in Klöstern und Schlössern
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00:33 18.03.2018
Gestatten, die Hofköche in Sanssouci: Michael Adam und Astrid Heiland-Vondruska haben zur Eröffnung des Themenjahres in der Küche belustigend der Presse gezeigt, dass sie ein geeigneter Streitplatz ist, wenn es darum geht, königliches Essen zu servieren. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Sanssouci

In Küchen kann es heiß her gehen. Da erhitzen die Gemüter – um Töpfe, Kompetenzen oder Aufgaben. Das zeigten die vermeintlichen Sanssouci-Hofköche in einem kleinen Schauspiel gestern eindrucksvoll zur Eröffnung des Themenjahrs „Zu Tisch! Genießen in Schlössern und Gärten“ im Schloss. Die Kampagne ist ein Beitrag zum Europäischen Kulturerbejahr „Sharing Heritage 20018“ – zu deutsch: „Erbe teilen“.

„Essen und Trinken müssen alle – egal wann, egal wer“, sagte Hartmut Dorgerloh, Vorsitzender des Vereins Schlösser und Gärten in Deutschland. Und weil Essen nie aufgehört hat, Trend zu sein und Menschen zusammen zu bringen, sieht er in der Kampagne Potenzial für „ein aktives Kulturangebot“ und einen geeigneten Zugang, um das „europäische Zusammengehörigkeitsgefühl“ zu verdeutlichen.

Hartmut Dorgerloh ist Vorsitzender des Vereins Schlösser und Gärten in Deutschland. Quelle: Bernd Gartenschläger

Italienisch, spanisch, deutsch: Essen sollte vielfältig sein

Sauerbraten, Spaghetti, Austern, Irish Stew oder Schlickermilch als Dessert – zu königlichen Zeiten fanden sich auf den langen Tafeln in den Preußischen Schlössern Speisen aus ganz Europa. „Es wurde gekocht, was die Küche hergab. Man hat damals nicht zwischen russischer, italienischer oder sogar brandenburgischer Kost unterschieden“, erklärte Dorgerloh, der zudem Generaldirektor bei der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten ist. Denn die Könige hätten sich nicht als Deutsche verstanden, sondern als Teil europäischer Herrschaft.

Das Themenjahr 2018 für Schlösser und Gärten ist bundesweit gesetzt: „Zu Tisch!“. Es geht ums Essen, denn das verbindet Europa schon seit Jahrhunderten. Manche Orte werden zugänglich, die man sonst seltener sieht. So wie die Schlossküche von Sanssouci in Potsdam. Wir haben reingeschaut und einige interessante Küchenutensilien entdeckt.

Vielfältig sollte das Essen sein. Berlin und Potsdam – unter der Herrschaft des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm II. wurden sie zu kulinarischen Weltstädten. Dort floss das Olivenöl aus dem Süden, dort wurde Trüffel und Kaviar verspeist. Die Küchenchefs zogen von Hof zu Hof. „Untereinander gab es einen regen Austausch“, so Dorgerloh. Und in den Gärten wurde Obst und Gemüse gezogen. Friedrich II. etwa liebte Kirschen von allen Obstsorten am meisten. Um unabhängig vom Import zu sein, ließ er außerdem exotische Früchte wie Melone oder Ananas in der Orangerie anbauen.

Tischkultur bundesweit und europäisch

Nicht nur in Potsdam, sondern in ganz Deutschland gibt es laut Vereinsvorsitzendem „spannende Zusammenhänge beim Essen“. Was gab es wann? Wer durfte gemeinsam zu Tisch speisen? „Dies zu erzählen, stärkt unser historisches Bewusstsein“, sagt Dorgerloh. Und es mache auch noch satt. Bundesweit sind mehr als 700 Veranstaltungen geplant, vom Workshop, über Führungen bis hin zu festlichen Abendessen mit Tischkultur aus vergangenen Jahrhunderten.

Essen verbindet Europa

Das Themenjahr zeigt, dass es in ganz Europa damals kaum Unterschiede in den Essgewohnheiten gab.

Bundesweit beteiligen sich rund 100 Schlösser, Burgen, Herrenhäuser, Klöster und Gärten an der Kampagne „Zu Tisch!“ und bieten unter anderem die Geschichte des Speiseeises, Modegetränke, Tafelmusik bei Workshops, Führungen, Abendessen und Soireen.

Online sollen monatlich neue Rezepte aus europäischen Höfen veröffentlicht werden. Infos unter: www.sgd-zu-tisch.de

In Potsdam ist ein Höhepunkt eine Ausstellung unter dem Slogan „Tischlein deck dich“. „Menschen, die uns besuchen, können ihre ganz persönlichen Erinnerungsstücke aus der Küche und deren Geschichte mitbringen“, sagt Tina Jakob-Schlossarczyk, Projektmanagement beim Schlösserverein. Die sollen neben Monarchierelikten ausgestellt werden. Anlässlich eines europaweiten Picknicks ist im Juni unterhalb der Orangerie Zeit zum Entschleunigen vor der Schlosskulisse. Wer nicht auf den Rasen mag, der setzt sich an die 270 Meter lange Tafel.

Renaissance längst vergessener Lebensmittel

So manches längst vergessene Obst und Gemüse soll während des Themenjahres wieder in Brandenburg etabliert werden. Für die Renaissance von Rüben, Pastinaken und anderen sowie den Fokus auf die Gesundheit, habe man eine Ernährungsexpertin ins Boot geholt, sagte die Projektmanagerin. Denn anders als die Preußenkönige, die es meistens deftig-fettig mochten und an Gicht litten, wird das Essen heute modernisiert und gesünder serviert.

Von Christin Iffert

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