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Kommentar: Ganz sicher sind wir nie

MAZ-Kommentar von Hannah Suppa Kommentar: Ganz sicher sind wir nie

Nach dem Bombenalarm am Freitag auf dem großen Potsdamer Weihnachtsmarkt ist de abstrakte Angst nun auch in Brandenburg konkret geworden. Die Gefahr von Anschlägen hat schon in den vergangenen Jahren unser Leben im Alltag verändert. Doch wir sollten nicht in Panik geraten, plädiert MAZ-Chefredakteurin Hannah Suppa.

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Polizei auf dem Potsdamer Weihnachtsmarkt.

Quelle: Julian Stähle

Potsdam. Betonpoller, Barrieren, mehr Polizeipräsenz: All das sollte das Sicherheitsgefühl der Weihnachtsmarktbesucher in diesem Jahr stärken. Im ersten Jahr nach dem grausamen Attentat vom Breitscheidplatz in Berlin, bei dem zwölf Menschen kurz vor Weihnachten 2016 ums Leben kamen. Nun, gleich zum ersten Adventswochenende in diesem Jahr, musste Brandenburgs größter Weihnachtsmarkt in der Potsdamer Innenstadt geräumt werden. Nach allem, was wir bisher wissen, war das Paket zwar nicht explosionsfähig. Doch klar ist: Die abstrakte Angst ist nun auch in Brandenburg konkret geworden.

MAZ-Chefredakteurin Hannah Suppa

MAZ-Chefredakteurin Hannah Suppa.

Quelle: Alexander Körner

Die Gefahr von Anschlägen hat schon in den vergangenen Jahren unser Leben im Alltag verändert. Es ist manchmal nur ein mulmiges Gefühl bei einem Konzert in einem Club, beim Schlendern über den Weihnachtsmarkt oder beim Besuchen einer Großveranstaltung. Die grausamen Taten der vergangenen Zeit haben eine neue Gewissheit gebracht: Ganz sicher sind wir nie. Auch der Brandenburger Polizeipräsident hatte das vor Eröffnung der beliebten Weihnachtsmärkte vor einer Woche betont: Eine hundertprozentige Sicherheit kann es nicht geben. Da war gerade bekannt geworden, dass sechs Syrer einen Anschlag auf den Essener Weihnachtsmarkt geplant haben sollen. In einer Umfrage hatte zuvor jeder vierte Brandenburger betont, dass er sich große Sorgen wegen möglicher Anschläge auf Weihnachtsmärkten macht. Jeder zieht für sich und seinen Alltag daraus eigene Konsequenzen. Einige setzen sich diesen Situationen gar nicht erst aus, andere führen ihr Leben mit einem trotzigen „Jetzt erst recht!“ weiter. Beide Reaktionen sind verständlich, beide haben ihren Platz.

Es gehört zu unserer neuen Realität: Wir müssen aufmerksam sein, die Augen offen halten – ohne in Panik zu geraten. So wie der Apotheker aus Potsdam, der am Freitagnachmittag umsichtig agierte. Er rief die Polizei, nachdem ihm das gelieferte Paket verdächtig vorkam. Es ist ein schmaler Grat zwischen Wachsamkeit und Misstrauen, zwischen berechtigter Sorge und voreiliger Panik. Die Potsdamer – Polizei, Behörden und Bürger – haben gestern Besonnenheit demonstriert und so dazu beigetragen, dass die Angst nicht dominiert. Wenngleich der Schrecken auch groß ist.

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Potsdam, 1. Dezember 2017 – Riesenaufregung am Freitagnachmittag in der Innenstadt von Potsdam. An eine Apotheke in der Brandenburger Straße war ein verdächtiges Paket geliefert worden. Das verdächtige Paket wurde von Spezialkräften entschärft. Der Weihnachtsmarkt und die Dortustraße waren stundenlang abgesperrt.

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Der Weihnachtsmarkt in der Landeshauptstadt, der den hübschen Namen „Blauer Lichterglanz“ trägt, wird an diesem Adventswochenende wieder öffnen. Auch auf dem Breitscheidplatz wird seit Anfang der Woche Glühwein getrunken. Am 19. Dezember wird hier das Mahnmal für die Opfer des Terroranschlags enthüllt – eine Potsdamer Firma hat es gefertigt. Der Schreck in Potsdam war ein schwieriger Auftakt für diese Adventszeit – doch er darf und wird die folgenden Wochen nicht prägen.

> Der Liveticker zum Nachlesen

> Bombenalarm in Potsdam: Und plötzlich ist die Angst da

Von Hannah Suppa

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