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Kommunalwahl 2014 Erschöpfend demokratisch
Lokales Potsdam Kommunalwahl 2014 Erschöpfend demokratisch
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22:01 26.05.2014
Matthias Förster Quelle: Christel Köster
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Potsdam

Einen Orden für Verdienste um die Wahlurnen-Kultur bekam Förster von seinem Chef, Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD), am MOntag zwar nicht. Dafür gab’s bei der Pressekonferenz ein dickes Lob für Förster und das ganze Team vom Bereich Wahlen und Statistik. Bereichsleiterin Heike Gumz hatte am Sonntag trotz irrer Zahnschmerzen tapfer durchgeackert, ehe es gestern endgültig hieß: OP statt Computer!
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1100 ehrenamtliche Wahlhelfer ließen am Sonntag die Freizeitfreuden sausen zugunsten ihres Einsatzes in den Wahllokalen. Ganz ohne Schrecksekunden lief die Wahlnacht dann allerdings nicht ab. Ein Wahllokal in der Berliner Vorstadt war plötzlich nach Mitternacht telefonisch nicht mehr erreichbar, die Ergebnisse kamen und kamen nicht. Aufgeschreckt fuhr Wahlleiter Förster zur Villa des zuständigen Wahlvorstands, vermutete das Schlimmste. In der Villa war alles dunkel. Ein Nachbar erklärte, der Wahlvorstand sei noch im Wahllokal. Dort fand Förster das Team dann vor – heil und unversehrt, aber so vertieft in die Zählerei und mit leise geschalteten Handys, dass sie nichts mehr wahrnahmen.
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Richtig schlecht ging es einem anderen Wahlvorstand. Weil das Zählen lange dauerte und die notwendige Insulinspritze zu Hause lag, erlitt der Mann einen Insulinschwächanfall. Die Fahrbereitschaft der Stadtverwaltung brachte ihn sofort nach Hause. Der Wahlkoffer mit den Ergebnissen wurde ins Rathaus gebracht.
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Zwei Kandidaten starben vor der Wahl. Weil die Wahlzettel schon gedruckt waren, konnte man aber doch noch die Kreuzchen hinter ihre Namen setzen. Bei dem Einzelkandidaten Stephan Koop, der tot in Imkerkleidung aufgefunden wurde, schlagen seine 228 Stimmen nun für niemanden zu Buche. Bürgerbündnis-Kandidatin Petra Huse war über die Reling einer Jacht gestürzt und ertrunken. Ihre 129 Stimmen werden für das Bürgerbündnis gewertet.
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Für Ronny Besançon und Barbara Keller von den Linken geht die Wahl noch bis zum 5. Juni weiter. Wegen Stimmengleichheit in den Wahlkreisen III und IV wird wahrscheinlich das Losverfahren entscheiden, wer von den beiden letztlich einen der 14 Linken-Sitze im Stadtparlament ergattert.
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Dank der FDP hat das Stadtparlament immer noch einen Blautblut-Anteil, obwohl Susann Prinzessin von Preußen den Einzug für die Potsdamer Demokraten nicht geschafft hat. Richter Johannes Baron von der Osten-Sacken gewann ein Kopf-an-Kopf-Rennen gegen Linda Teuteberg um den einzigen verbliebenen FDP-Sitz im Stadtparlament. Die Preußen-Prinzessin zeigte sich gestern als gute Verliererin: „Das ist halt Demokratie. Ich habe es probiert und es sollte eben nicht sein.“ Geknickt ist sie nicht. Ihr Grund zur Freude heißt Molli und Teddy: Die dank der Wahlplakate mittlerweile prominenten Hündchen haben sich von schweren Krankheiten erholt, erzählte die verhinderte „Prinzessin vom Plattenbau“. Linken-Kandidat und Ex-Stadtwerke-Chef Peter Paffhausen schaut sich nach der gescheiterten Kandidatur nach neuen Ufern um. Sein Fazit: „Schade. Ich hättte es sehr gern gemacht.“ ir

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