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Schlagabtausch beim MAZ-Wahlforum

Potsdamer Politiker vor der Kommunalwahl 2014 Schlagabtausch beim MAZ-Wahlforum

Bei dem von MAZ-Lokalchef Ulrich Wangemann und seinem Stellvertreter Jürgen Stich moderierten Abend gab es Politik(er) "zum Anfassen" und zum direkten Nachfragen – frei nach dem Motto: Jetzt aber mal Butter bei die Fische - und es ging dann auch hoch her.

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MAZ-Forum zur Kommunalwahl 2014. Hier im Bild Ulrich Wangemann, Hans-Jürgen Scharfenberg, Saskia Hüneke, Lutz Boede und Jürgen Stich (v.l.).

Quelle: Christel Köster

Potsdam. Pünktlich zum Auftakt der heißen Endphase des Wahlkampfs wurde Donnerstagabbend beim MAZ-Wahlforum im Oberlinhaus die kommunalpolitische Nagelprobe gemacht. Sonst lächeln die Hauptprotagonisten der Parteien ja oft nur auf ihren bunten Konterfeis von Laternenmasten auf ihr potenzielles Wahlvolk herab.

Gleich zum Auftakt wurde das arrangiert, was sonst gemeinhin eigentlich als gesellschaftlich etwas anrüchig gilt: Dreiecksbeziehungen. In diesem Fall diente es aber der guten Diskussionssache: Als Trios wurden die Kandidaten jeweils zur Fragerunde aufs Podium gebeten.

Kandidaten im Kreuzverhör: Zu der Podiumsdiskussion mit Publikums-Fragerunde rund um die kommende Kommunalwahl am 25. Mai waren eingeladen: SPD-Fraktionschef Mike Schubert, Linken-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg, Matthias Finken von der CDU, Grünen-Fraktionssprecherin Saskia Hüneke, FDP-Fraktionschef Johannes von der Osten-Sacken, Peter Schultheiß von den Potsdamer Demokraten, Lutz Boede von „Die Andere“ und Wolfhard Kirsch (Bürgerbündnis).

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Es verwunderte nicht, dass bei dem verbal flotten Dreier aus Grünen-Fraktionschefin Saskia Hüneke, Linken-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg und Lutz Boede, Die Andere, die Stimmung schnell in den Turbo-Gang kam. Nach einer kleinen Eröffnungsattacke von Lutz Boede („Grüne und Linke fallen als Opposition ja teilweise aus“), ging es schnell ans Eingemachte. Hüneke warf Boede und seinen Bürgerbegehren-Mitstreitern wider die Garnisonkirche vor, mit unredlichen Argumenten zu operieren: Anders als dargestellt, würde dem Schulneubau kein einziger Euro durch den Bau entgehen. Scharfenberg und Boede wussten sich einig bei den Themen Garnisonkirche (beide dagegen) und Mercure (beide für den Erhalt). Scharfenbergs Kick gegen die Verwaltung: „Sie erweckt durch die Diskussion den Eindruck, das Hotel einfach kaufen zu können – das ist unrealistisch.“ Boede sekundierte: Der bündnisgrüne Baudezernent Matthias Klipp betreibe „Machtmissbrauch“ gegenüber den Mercure-Eigentümern: „Mit keinem anderen Unternehmen wird so umgegangen.“

Um Umgang mit- und untereinander ging es auch bei Gruppe Nummer zwei auf dem Podium. FDP-Fraktionschef Johannes von der Osten-Sacken, CDU-Mann Matthias Finken und Peter Schultheiß von Potsdamer Demokraten gewährten einen Blick hinter die Polit-Kulissen. Auf Ulrich Wangemanns Frage nach dem Grund für das relativ gesehen meist eher schlechte Abschneiden des bürgerlichen Lagers bei den Kommunalwahlen zuckte von der Osten-Sacken eher resigniert mit den Schultern. Schultheiß, der 2010 die Christdemokraten verlassen hatte, erklärte hingegen recht unverblümt: „Es liegt an den Querelen im Hintergrund.“ Streit und sogar Mobbing ortete auch CDU-Mann Finken; allerdings nicht in den eigenen Reihen, sondern gegenüber der CDU-Kulturdezernentin Iris Jana Magdowski. Diese sei bei den Planungen für den Schulentwicklungsplan von Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) „ausgegrenzt“ worden. Dennoch: Eine Wiederauflage der Rathauskooperation hat Finken noch nicht aus den Augen verloren, wie einräumte: „Die Kooperation ist sinnvoll – damit kann man am besten gestalten und wir wollen mitgestalten.“

Kooperationspartnerschaftliche Gefühle hätte man Grüppchen Nummer drei, das aus rechnerischen Gründen nur aus einem Duo bestand, wohl nicht mal unterm Mikroskop gefunden. SPD-Fraktionschef Mike Schubert und der Ex-SPDler und nunmehrige Bürgerbündnis-Mann Wolfhard Kirsch sind sich augenscheinlich in inniger Abneigung verbunden. Dementsprechend scharf der Ton. Der Vorwurf: Bauträger Kirsch verdiene sich mit seinem neuen Projekt am Stern, bei dem Wald- in Bauland umgewidmet wird, „eine goldene Nase“. Kirschs Versicherung, es werde preiswerte Mieten geben, konterte Schubert: „In der Erstvermietung ist es vielleicht relativ preiswert. Aber was ist dann?“ Kirsch solle nicht so tun, als wäre er „von der Caritas“.

Zur Entspannung gab’s für die Diskutanten, bei denen der Adrenalinspiegel hochgekocht war, dann in der Pause im Innenhof ein Trampolin. Die meisten bevorzugten aber ein kühles Bier nebst Talk mit den Gästen des MAZ-Wahlforums.

Von Ildiko Röd

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