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07:24 06.07.2018
Konrad Hanff ist der beste Abiturient des Fläming-Gymnasiums. Quelle: Josefine Kühnel
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Bad Belzig

 Konrad Hanff hat eine Gabe, um die ihn heimlich sicher viele seiner Mitschüler beneiden: Er kann kontinuierlich sehr gute schulische Leistungen erbringen, ohne sich dafür besonders stark anstrengen zu müssen.

Am 22. Juni hat der 17-Jährige sein Abitur am Fläming-Gymnasium mit 1,0 abgeschlossen. Jetzt bewirbt er sich für das kommende Wintersemester am Potsdamer Hasso-Plattner-Institut für den Studiengang ´IT-Systems Engineering´.

IT-Faszination

„IT-Systems Engineering ist quasi im Bereich der Informatik eine Spezialisierung auf große komplexe Softwaresysteme, die hauptsächlich entwickelt werden sollen“, erklärt Konrad.

Sein großes Interesse für die Welt der Einsen und Nullen kristallisierte sich bereits in der neunten Klasse heraus. „Aber da haben wir eher grundlegende PC-Kenntnisse vermittelt bekommen. Wie man die Office-Programme benutzt, also mit Word oder Excel arbeitet.“

Mit der Zeit merkte Konrad, wie sehr er für die Informatik brennt: „Zum Ende der 10. Klasse begann der Unterricht dann richtig Spaß zu machen. Da haben wir schon mit einfachen Programmierungen angefangen. Aber so richtig interessant wurde es erst in der elften und zwölften Klasse. Da haben wir richtige Programmierung gelernt.“

Deshalb hatte er sich auch entschieden, zusätzlich zum Grundkurs Informatik auch noch den Wahlpflichtkurs in dem fach zu belegen.

Besonders reizt ihn am Themengebiet, dass er sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen muss.

So etwa vor einigen Tagen, als er einen Markov-Textgenerator entwickelt hat. Dazu musste er zunächst die Funktionsweise des Generators erkennen. Anschließend programmierte er ihn einfach nach.

Nie wieder Schule: Bei dem Gedanken wird es Konrad etwas mulmig zumute. Quelle: Josefine Kühnel

Traum vom Plattner-Institut

Das Hasso-Plattner-Institut reizt ihn besonders, seit er dort an der Informatik-Olympiade auf Landesebene teilgenommen und den dritten Platz erreicht hat.

„Die fand im Mai in Potsdam statt. Es ging darum, gemeinsam im Team, aber auch allein bestimmte Aufgaben zu lösen. Das hat mir total viel Spaß gemacht, vor allem, dass wir nicht gegeneinander, sondern miteinander gearbeitet haben. Außerdem hat mich begeistert, dass die Studierenden fast alles allein organisiert haben, da sieht man, dass sie selbst aktiv werden.“

Begabung vom Vater

Das starke Interesse für Naturwissenschaften hat Konrad von seinem Vater geerbt. „Er beliest sich ganz intensiv in viele Themenbereiche ein, diesen angeborenen Wissensdurst habe ich wohl von ihm.“

Doch auch in den anderen Fächern legte er im Abitur Glanzleistungen hin. Eher zufällig, wie Konrad zugibt: „Für die Noten musste ich nicht viel machen. Sie fliegen mir einfach zu. Schon gegen Ende der Grundschule hat sich angedeutet, dass ich eigentlich immer sehr gute Leistungen abrufen kann.“

Geheimtipp für Glanzleistungen

Er sagt von sich selbst, er wisse keinen Geheimtipp für gute Noten, doch wer ihm aufmerksam zuhört, hört sehr gute Ratschläge heraus:

„Ich habe einfach immer versucht, im Unterricht sehr gut aufzupassen, dass ich zu Hause nicht so viel nachholen musste. Das hat sich über all die Jahre bewährt“, sagt er. Auch bei Themen, die ihn nicht so sehr interessierten, zwang er sich selbst eine gute Mitarbeit auf.

Auch seine Freizeitgestaltung half ihm dabei, den Traum eines 1,0 er-Abiturs zu erreichen.

„Ich habe meine freie Zeit eigentlich nie mit sinnlosen Dingen verschwendet, sondern mich lieber weitergebildet. Ich lese zum Beispiel oft Artikel über Themen, die mich interessieren oder versuche, Programmierungskonzepte nachzuempfinden, wenn sie nicht zu kompliziert sind.“

Diese Neugier macht es dem siebzehnjährigen leichter, sich in neue Themengebiete einzuarbeiten- nicht nur im Privatleben, sondern auch in der Schule.

Gelungene Abifeier

Das sehenswerte Abitur feierte Konrad ausgelassen mit seinen Schulkameraden beim Abiball in der Albert Bauer Halle mit buntem Programm der Fläming-Schüler. „Der Abiball war total schön, nach dem offiziellen Teil haben wir es auch noch ordentlich krachen lassen.“

Wehmut

Als ihm klar wurde, dass die Schulzeit nun endgültig vorbei ist, hatte er gemischte Gefühle: „Einerseits finde ich es entspannt, dass ich nicht mehr zur Schule gehen muss, aber ein bisschen vermissen werde ich es auf jeden Fall, bequem auf der Schulbank sitzen zu können und mich von den Lehrern berieseln zu lassen“, sagt er mit einem verschmitzten Grinsen.

Wirklich verabschieden muss sich Konrad Hanff von dieser angenehmen Art, Neues zu lernen, ja nicht, schließlich dozieren die Professoren am Hasso-Plattner-Institut ebenso vor ihren Studierenden.

Neue Hürde: Motivationsschreiben

Die Bewerbungsfrist für Konrads Traumstudiengang in Potsdam läuft bis zum 15. Juli. Bis dahin muss der Einserschüler eine top Bewerbung inklusive aussagekräftigem Motivationsschreiben zusammengestellt haben. Letzteres ist für Konrad eine deutlich größere Hürde, als so mancher Schultest: „Ich sitze schon eine Weile dran.“ Trotzdem bleibt er zuversichtlich: „Ich bin mir sicher, dass mir rechtzeitig noch was Sinnvolles einfällt.“

Von Josefine Kühnel

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