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Kontaktpflege in Potsdam vor dem Frühstück

Networking im „Le Manège“ Kontaktpflege in Potsdam vor dem Frühstück

In der heutigen Geschäftsfeld geht nichts über Kontakte. Diese aufzubauen stellt sich zuweilen als Schwierig heraus. Die Business Network International (BNI) hat einen anderen Weg, die Netzwerken simpel gestalten kann. Das Prinzip hat sich seit Anfang der 2000-Jahre in Deutschland etabliert.

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Die Vorstandsmitglieder des neuen Potsdamer Chapters „Friedrich“: Alexandra Anger, Benjamin Lasdinat, Susanne Ostermeier, Andreas Lechtenfeld und Christian Anger (v.l.)

Quelle: Foto: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Um sieben Uhr früh herrscht im „Le Manège“ in Potsdam bereits ein reger Gesprächsaustausch. Die Unternehmer aus der Region drängen sich im Saal und lernen mögliche Geschäftspartner kennen. Wie Thomas Jäger, ein Berliner Rechtsanwalt, der seinem Nachbarn gleich zwei Visitenkarten reicht: „Eine für Sie und eine, damit Sie mich weiterempfehlen“, sagt er.

„Beziehung nutzen immer etwas“, sagt auch Roberto Wendt, Regionaldirektor des Unternehmernetzwerkes Business Network International BNI aus Mecklenburg-Vorpommern. Er führte am Dienstagmorgen in Potsdam 100 Gäste sowie Mitglieder eines bestehenden BNI-Chapters durch die Veranstaltung. Die anwesenden klein- und mittelständischen Unternehmer im Alter zwischen 30 und 60 Jahren wollen ein neues Netzwerkteam gründen. Wegen der Nachfrage ist es bereits das dritte Chapter in Potsdam. Der neue Zusammenschluss trägt passend zu Potsdam den Namen „Friedrich“. Die beiden anderen Gruppen in der Landeshauptstadt heißen „Lenné“ und „Humboldt“.

Netzwerken nach der alten Schule

Business Network International ist ein Netzwerk, das sich auf Geschäftsempfehlungen stützt. Ziel ist, seinen Bekanntenkreis zu erweitern, von den Erfahrungen der anderen zu lernen und den Umsatz des eigenen Unternehmens zu steigern. Kurz: Geschäfte zu machen. Nach dem Motto „Wer gibt, gewinnt“ präsentieren die Mitglieder eines Teams beim Frühstück in gelöster Atmosphäre die Entwicklungen ihrer Firma und geben Empfehlungen genauso wie Kontakte weiter. Freilich hat das BNI das Rad nicht neu erfunden. Es verabreicht „Vitamin B“ nur in konzentrierter Dosis. Die Besonderheit in diesem Netzwerk: Es herrscht eine Branchenexklusivität. Nur jeweils ein Vertreter eines Geschäftszweigs ist im Team vertreten. Die Businessfrauen und -männer brauchen sich deshalb nicht um Konkurrenz innerhalb ihrer Branche zu sorgen.

Gegen acht Uhr folgt die Vorstellung der einzelnen Teilnehmer. In 60 Sekunden sollen die Zuhörer den Namen, die Firma, das Alleinstellungsmerkmal und ganz wichtig die Zielgruppe oder mögliche Kontakte nennen. Die Vorstellung trainiert auch, wie man sein Unternehmen am besten präsentiert, wirft Roberto Wendt ein. Während der Präsentation wird deutlich, warum diese Art von Networking zukunftsträchtig ist. An den Tischen haben die verschiedensten Vertreter Platz genommen. Ein ehemaliger Berliner Staatsanwalt sitzt zwischen einem Tischler und dem Lehrer der Fußballschule, am Nebentisch unterhält sich die Therapeutin über ihren Kaffee hinweg mit einem Malermeister und einem Immobilienmakler. Mundpropaganda auf hohem Niveau, aber gleichzeitig ganz unkompliziert während des Frühstücks.

Networking kann Horizont erweitern

Unter den Gästen sind an diesem Gründungstag auch Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik vertreten. Der Vorsitzende des Potsdamer Wirtschaftsrates Götz Friedrich ist vom Netzwerken überzeugt und sieht darin eine Möglichkeit „den Horizont“ zu erweitern. Brandenburgs Finanzminister Christian Görke (Linke) wünschte den Geschäftsleuten „gute wirtschaftliche Erfolge“ für die Zukunft.

Die Netzwerke sind wie Franchiseunternehmen aufgebaut. Jedes Mitglied entrichtet pro Jahr einen Beitrag von etwa 700 Euro. Davon werden die Treffen oder Fortbildungen bezahlt. Nach diesem Morgen können sich die Interessenten für das Chapter bewerben. Wer sich zuerst meldet, macht das Rennen. Künftig trifft sich das Chapter einmal wöchentlich, um von den Fortschritten zu berichten und Kontakte austauschen. Christian Anger, eines der Vorstandsmitglieder von „Friedrich“ ist seit fünf Jahren beim BNI und mag die Art von Kontaktaufnahme: „Wenn die Person an der anderen Leitung sagt: Ich habe schon auf Ihren Anruf gewartet“ erzählt Anger, „ist das viel angenehmer und nicht so fremd“.

Von Lisa Neumann

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